Neckar-Odenwald

Im Kreistag Kommission stimmt dem Antrag auf Aufgabe des Hauptgebäudes zu / Musischer Trakt wird nicht aufgegeben

Sanierung wirtschaftlich nicht möglich

Nun hat der Landkreis Gewissheit: Auch Vertreter des Kultusministeriums und des Regierungspräsidiums bestätigten den erforderlichen Neubau des Ganztagsgymnasiums Osterburken.

Neckar-Odenwald-Kreis. Schneller als erwartet erhielt der Landkreis Neuigkeiten über das Ganztagsgymnasium Osterburken (GTO): Wie Landrat Dr. Achim Brötel am Mittwoch in der Kreistagssitzung in Mudau mitteilte, bestätigte eine Kommission, dass die Sanierung des Gebäudes wirtschaftlich nicht möglich ist.

Im Rahmen einer mehrstündigen Besichtigung vor Ort hatten sich Vertreter des Kultusministeriums, des Landesbetriebs Vermögen und Bau und des Regierungspräsidiums Karlsruhe ein Bild gemacht vom Zustand der Schule. Zudem kam es zu einem Austausch mit den bisher am Projekt beteiligten Architekten, Ingenieuren und Fachplanern, sowie den Vertretern des Landratsamtes. Schlussendlich kam die Kommission aufgrund der vielfältigen baulichen Mängel zu dem Schluss, dem Antrag auf Aufgabe des Hauptgebäudes stattzugeben.

Wie Brötel dem Gremium erklärte, hatten die Verantwortlichen erst mit einer Entscheidung in mehreren Monaten gerechnet. Auch deshalb ging ein kleines „Dankeschön“ in Richtung der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann. „Ein schriftlicher Bescheid über den Antrag liegt noch nicht vor, wird aber in nächster Zeit erwartet“, so der Landrat.

Dieser enthalte voraussichtlich auch die Auflage, dass das Altgebäude tatsächlich abzureißen ist und die schon bewilligten Sanierungsmittel zurückgegeben werden müssen. Liegt der Bescheid vor, kann beim Regierungspräsidium das Raumprogramm für den Neubau beantragt werden. Dieses gibt die Fläche vor, die maximal vom Land gefördert wird. Die endgültige Entscheidung über den Neubau trifft schlussendlich der Kreistag, sobald das Raumprogramm vom Regierungspräsidium genehmigt wurde.

Der Abriss erfolgt erst, wenn das neue Gebäude fertiggestellt wurde und die Schule darin eingezogen ist. Wenn alles optimal läuft, könnte das frühestens Mitte 2024 der Fall sein.

Bedenken geäußert

Als „vertretbar, aber wenig glücklich“ bezeichnete der Landrat die Entscheidung, den Musischen Trakt doch nicht aufzugeben. Nach dem Besichtigungstermin vor Ort befand die Kommission, dass die Mängel nicht so gravierend seien wie im Hauptgebäude.

Wirtschaftlich möglich und damit zumutbar sei daher eine Sanierung des Traktes, der erst zu einem späteren Zeitpunkt gebaut wurde. „Man darf nicht vergessen, dass das alte Gebäude an den Neubau angebunden werden muss und damit die planerischen Möglichkeiten auf dem Gelände einengt“, erklärte Brötel die Bedenken der Verwaltung.

In einer Kreistagssitzung im Februar war bekanntgeworden, dass sich die Kosten einer Sanierung des Schulgebäudes auf über 27 Millionen Euro belaufen würden. Hintergrund der Zahlen waren neue Anforderungen an den Brandschutz sowie festgestellte Schadstoffbelastungen. Selbst bekennende „GTO-Anhänger“ sahen ein, dass damit eine Sanierung nicht mehr zu bezahlen und ein Neubau unumgänglich war.