Neckar-Odenwald

Aufrufen der „Mudemer Fastnacht“ Ortsscheller Angelo Walte las aus der „überlieferten Urkunde“ vor

Schulbuch für den Bürgermeister

Archivartikel

Mudau.Mit dem Umzug des Rathauses ins Schulhaus hatte sich im Jubiläumsjahr der „Karnevalsgesellschaft Mudemer Wassersucher“ („KaGeMuWa“) auch das Ambiente der traditionellen Ausrufung der Mudemer Fastnacht gewaltig geändert. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Kräftig unterstützt von der Gruppe der „Aalde Weiber“ hatte sich eine enorme Narrenschar auf dem Schulhof versammelt, um der neuen Regentschaft „Ihrer Lieblichkeit Prinzessin Nadine I. Link“ und „Seiner Tollität Prinz Michael II. Volk“ samt Kinderprinzenpaar „Prinzessin Leni I. Kuhn“ und „Ben I. Westenhöfer“ zu huldigen.

Regierungsluft geschnuppert

Unter musikalischer Begleitung der Krachkapelle verlas Ortsscheller Angelo Walte die Erläuterungen zur Fastnacht aus der „überlieferten Urkunde“ und übergab nach Vorstellung der neuen Regierung an Prinz Michael II., der die Traditionsfiguren begrüßte. Schließlich hatte das Prinzenpaar zusammen mit Abordnungen der „KaGeMuWa“ und des Narrenrings professionelle Regierungsluft bei Kanzlerin Angela Merkel geschnuppert und war bestens auf die heiße Phase der Kampagne vorbereitet. Der große und kleine Wassersucherrat, alle Garden, „Hexsche“, „Deifel“, „Halbherrn“, „Herrli“, „Frääli“, „Spitzdudde“ und „Spreiselesvokääfer“ mischten sich froh gelaunt unter die Gästeschar und immer wieder wurde kräftig zur Musik der Krachkapelle und zu den bekanntesten „Mudemer Fastnachtsliedern“ geschunkelt.

Es war nicht zu übersehen, die Regentschaft der fünften Jahreszeit hatte ihr Volk fest im Griff, denn alle folgten bereitwillig der Aufforderung „Feiert mit uns a Fastnacht a guudi, denn ken Oart is sou schej wie in Mudi“. Und dann erschien unter großem Beifall Wassersucher Noby Münch, der sich mal wieder etwas Besonderes als Pachtzins für Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger ausgedacht hatte.

Er habe sich gedacht, wenn der Bürgermeister nun doch noch mal die Schulbank drücke, so wäre es doch gut, wenn er sich erst mal aus einem Schulbuch schlaumache, „war das Ei oder die Henne zuerst und wie behandle ich so ein Hinkele, wenn ich es erst mal habe“. Zum Lehrbuch gab es noch einen Gutschein vom „Putt, wenn der mal wieder Hähnchen grillt“.

Nach der letzten Schunkelrunde machte sich die Narrenschar auf den Weg zum obligatorischen „Schmuutzessen“ ins TSV-Sportheim.