Neckar-Odenwald

Schutz für die Königskinder

Am Sonntag nach „Dreikönig“ feiern wir die Taufe des Herrn, und damit schließt sich der weihnachtliche Festkreis. Am Fest „Taufe des Herrn“ hören wir aus dem Evangelium, das und wie Jesus getauft wurde. Auch wenn sich dieses Fest an Weihnachten anschließt, so finde ich es doch wichtig zu bedenken, dass Jesus bei seiner Taufe schon erwachsen war, und seine Taufe als der Beginn seines öffentlichen Auftretens bezeichnet wird. Jesus stieg dazu in den Fluss Jordan. Damals wurden die Menschen zur Taufe ganz im Wasser untergetaucht. Das war ein Zeichen dafür, dass ihnen durch die Taufe alle Schuld abgewaschen (vergeben) wurde, und dass sie durch die Taufe neue Menschen werden wollten. In manchen Kirchen gibt es auch heute noch große Taufbecken voll Wasser, in die man hineinsteigen kann. Bei uns wird nur noch zum Zeichen für dieses ursprüngliche Vorgehen Wasser aus einem Becher über den Kopf des Täuflings gegossen. Dabei spricht der Priester zum Beispiel: „Lukas, ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ Unverzichtbar ist also das Taufwasser, das jedem, der getauft wird, über den Kopf gegossen wird. Zu unserer Taufe gehört auch die Salbung mit Chrisam, einem geweihten Öl, mit dem früher Könige gesalbt wurden. Mit diesem Öl zeichnet der Priester ein Kreuz auf die Stirn des Täuflings. Das darf uns daran erinnern, dass wir durch die Taufe zu Gott gehören, dass wir durch die Salbung quasi Königskinder, Kinder des Königs von Himmel und Erde werden oder geworden sind. Zur Zeit Jesu wurden keine kleinen Kinder, sondern Erwachsene getauft. Die Taufe bedeutete, dass man enger zu Gott gehören und dementsprechend ein neues und besseres Leben anfangen wollte. Damit dieses neue und gute Leben gelingen kann, bitten wir um die Hilfe und Kraft Gottes. Wir sagen auch: Wir bitten um den Heiligen Geist. Dieser Heilige Geist ist die Kraft, die von Gott kommt und uns dazu bringen soll, dass wir versuchen gute und hilfsbereite Menschen zu sein. Wenn kleine Kinder zur Taufe gebracht werden, übernehmen Erwachsene die Patenschaft und viele Eltern verbinden damit den Wunsch, dass ihre Kinder von Gott beschützt werden, dass Gott sie als seine Kinder annimmt. Wir Christen glauben daran, dass Gott uns auch dann helfen kann, wenn menschliche Hilfe unmöglich ist. In einem Tauflied bekennen wir: „Christus, der Herr, hat mich erwählt, ihm soll ich fortan leben. Ihm will ich dienen in der Welt und Zeugnis für ihn geben. So leb ich nicht mehr mir allein, sein Freund und Jünger darf ich sein. Ich trage seinen Namen; sein bleib ich ewig. Amen.“

Mit diesen Worten wünsche ich ihnen Gottes Segen.

Ute Hodel, Gemeindereferentin der römisch-katholischen Kirchengemeinde Adelsheim-Osterburken-Seckach