Neckar-Odenwald

Trost in jeder Lebenssituation

Noch vor einigen Wochen tauschten viele Grundschüler in den Pausen eifrig die Bilder von unseren Fußballstars. Ich erinnere mich, wie ein Drittklässler ganz glücklich war, dass sein Sammelalbum fast schon voll mit allen Spielern war. Und natürlich freute er sich besonders über das Foto seines Lieblingsfußballers oder trug sogar das Trikot mit seinem Namen. Inzwischen ist bei den Schülern durch das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalelf bei der Weltmeisterschaft die Sammelleidenschaft erheblich zurückgegangen. Und auch, wenn Sie kein Fußballfan sind, kennen Sie sicher aus anderen Bereichen, dass die Begeisterung oft nachlässt, sobald sich kein Erfolg einstellt.

Das Gefühl, selbst versagt zu haben, ist wahrscheinlich jedem von uns einmal im Laufe seines Lebens begegnet. Gerade dann tut es gut, dass es Menschen gibt, die zu uns halten – in guten und schlechten Tagen. Echte Freundschaft zeigt sich uns in der Mitfreude, aber auch besonders dann, wenn wir an unsere Grenzen stoßen oder uns auf der Verliererseite des Lebens fühlen. Verlässliche Beziehungen in der Familie sowie im Freundeskreis können uns in der Zeit tragen, in der wir beispielsweise um einen lieben Menschen trauern, in der wir krank sind oder in einer Prüfungssituation versagt haben.

Mir fällt dazu die tröstliche Zusage aus dem Alten Testament, aus dem Buch Jesaja ein: „Jetzt aber – so spricht der Herr, der dich erschaffen hat, Jakob, und der dich geformt hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!“ (Jesaja 43, 1) Diese Zusage Gottes machte der Prophet Jesaja zunächst an das Volk Israel in der Knechtschaft Babels. Aber sie gilt genauso für uns heute: Gott kennt uns und ruft jeden von uns bei seinem Namen. Er, der zu uns wie ein guter Vater und wie eine gute Mutter ist, bleibt ein treuer Freund für jeden von uns.

So können wir uns ganz persönlich ebenso die weiteren Worte aus dem Mund Jesajas zusagen lassen: „Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, keine Flamme wird dich verbrennen.“ (Jes 43, 2) Gott vergisst uns nicht, in welcher Lebenssituation wir auch sind!

Wir können uns zu jeder Zeit darauf verlassen, dass Gott uns nicht im Stich lässt. So wie in einer guten Freundschaftsbeziehung sind wir eingeladen, mit ihm Freud und Leid zu teilen. Vielleicht können Sie sich am Sonntag beim Finale der Fußball-WM in Moskau oder auch noch in den Wochen danach immer wieder daran erinnern:

Egal, ob ich „gewinne“ oder „verliere“: Gott kennt mich beim Namen und bietet mir seine Freundschaft an. Für ihn bleibe ich an jedem neuen Tag teuer und wertvoll!

Barbara Dieterle, Gemeindereferentin in der katholischen Kirchengemeinde Mosbach-Elz-Neckar