Neckar-Odenwald

BürgerEnergie Neckar-Odenwald „Monday for Future“ hieß das Motto bei der Generalversammlung im Mosbacher Rathaus

Weitere Anlagenprojekte sollen in den Jahren 2019 und 2020 folgen

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Zur siebten Generalversammlung der BürgerEnergie Neckar-Odenwald (BEG) im Mosbacher Rathaussaal begrüßten Vorstand und Aufsichtsrat anwesende Mitglieder und Gäste. Beim Totengedenken wurde der verstorbenen Mitglieder gedacht. Namentlich der Anfang 2019 gestorbenen Christine Denz, der Gründungsinitiatorin, die auch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglied der Genossenschaft war.

Unter dem Motto „Monday for Future“ erläuterte Aufsichtsratsvorsitzender Rainer Wilczek in seiner Begrüßung, wie die anwesenden Gäste über die BEG zum Klimaschutz beitragen können.

Vorstand Florian Dold gab einen Überblick über die verschiedenen Anlagen der BEG und deren Stromerträge im vergangenen Betriebsjahr. Von 2012 bis 2018 wurde die Jahresproduktion an Ökostrom aus den Anlagen durch kontinuierliche Investitionen auf inzwischen 2,3 Millionen kWh gesteigert. Regional oder überregional werden Photovoltaikanlagen von der Bürgerenergie Neckar-Odenwald im Eigenbetrieb oder gemeinsam mit Kooperationspartnern betrieben. Mit dem gemeinsamen Anlagenbetrieb hat die BEG zusammen mit ihren Partnern wegweisende Geschäftsmodelle vor allem für kleinere Bürgerenergiegenossenschaften initiiert. Weitere Anlagenprojekte der BEG mit neuen Beteiligungsmöglichkeiten für die Mitglieder sind in 2019 und 2020 bereits in Aussicht. Regional ist man inzwischen außerdem an drei Bürgerwindparks beteiligt.

Positive Entwicklung

Vorstand Erwin Brauß stellte eine sehr positive Entwicklung in den Bilanzdaten und eine außergewöhnliche Gewinnsteigerung dar. Aufgrund der guten Ertragssituation ist neben der üblichen Dividende von 2,1 Prozent eine Bonuszahlung in Höhe von 0,9 Prozent möglich. Zugleich werde durch Rücklagenbildung und Rückstellungen auch die Eigenkapitalbasis der BEG weiter gestärkt. Diese werden für neue Anlageninvestitionen im laufenden und in den nächsten Jahren eingesetzt zum weiteren Ausbau der regenerativen Stromerzeugung.

Nach Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, wurde Marion Link als Aufsichtsrätin wiedergewählt. Gerhard Kohler schied altershalber aus dem Aufsichtsrat aus. Wilczek dankte ihm für jahrelange engagierte Mitarbeit als stellvertretender Aufsichtsrat.

Die umweltfreundliche Erzeugung von Strom werde richtig „rund“, wenn der in genossenschaftseigenen Anlagen produzierte Strom auch selbst genutzt werde. Die BEG sei deshalb, wie über 90 weitere Bürgergenossenschaften, an der Genossenschaft Bürgerwerke Heidelberg beteiligt, die bundesweit die Direktvermarktung des Stroms der Energiegenossenschaften übernehme. Alle Kunden des Bürgerstroms Neckar-Odenwald werden zu konkurrenzfähigen und fairen Konditionen mit Strom aus eigenen Anlagen und aus einem deutschen Wasserkraftwerk beliefert. Die Mitglieder der BEG erhalten zudem eine Grundtarifvergünstigung.

Der weiter vorangetriebene Neubau von Anlagen soll auch in den kommenden Jahren im bundesweiten Verbund der Bürgergenossenschaften möglichst schnell den Kohle- und Atomstrom ersetzen. Florian Dold zeigte, wie die Kombination von bürgerschaftlicher Stromerzeugung und -nutzung geschlossene Energie- und Wirtschaftskreisläufe schafft – ein Ansatz für mehr Energieunabhängigkeit, mehr Klimaschutz und mehr Beschleunigung für ein Ende der Kohleverbrennung .

Fachbeitrag von Uwe Ristl

Ein Fachbeitrag von Uwe Ristl von der EAN zur solaren Wärmeerzeugung in Dänemark rundete die Generalversammlung ab. Selbst in einem so nördlich gelegenen Land sei der Betrieb von Wärmenetzen bei einem solaren Energie-Anteil von bis zu 60 Prozent möglich. Uwe Ristl zeigte anschaulich, welche Entwicklungsmöglichkeiten zur Fernwärmeversorgung mit verschiedenen Anlagentypen möglich sind.