Neckar-Odenwald

Im Kreistag Die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises legte ein gewohnt gutes Ergebnis vor / Jahresüberschuss in Höhe von 162 326 Euro / „Die AWN ist immer für Innovationen gut“

„Weniger Gewinn als im Vorjahr, aber immer noch erfreulich“

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Als „treibende, innovative Kraft“ bezeichnete Landrat Dr. Achim Brötel bei der Kreistagssitzung am Mittwoch die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises mbH – und fügte hinzu: „So soll es auch künftig bleiben.“ Mit 162 326 Euro sei der Gewinn der AWN 2017 zwar kleiner als 2016 (rund 313 000 Euro) ausgefallen, „aber immer noch erfreulich“. Dr. Brötels Dank richtete sich an Dr. Mathias Ginter und dessen Mannschaft.

Geschlossen folgten anschließend die Kreisräte in der Eckenberghalle in Adelsheim dem Beschlussvorschlag, der vorsieht, dass der Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorgetragen wird. Vertagt werden musste hingegen die Entlastung des AWN-Aufsichtsrats, da man – wegen Befangenheit vieler Kreisräte einerseits und der Absage abstimmungsberechtigter Mitglieder andererseits – nicht beschlussfähig war.

Karl Heinz Neser (CDU) ging auf den Jahresgewinn ein, der 2017 um fast die Hälfte niedriger ausfiel als im Vorjahr. Dies sei den niedrigeren Altpapierpreisen, höheren Entsorgungspreisen bei externen Endbehandlungsanlagen sowie höheren Abschreibungen durch die Erschließung weiterer Verfüllabschnitte geschuldet. „Vorangekommen sind wir mit dem Ausbau des Biomassezentrums, in dem zunächst 6000 Jahrestonnen aufgearbeitet werden sollen. Zusätzlich zur bereits bestehenden Pflanzenkohleanlage und der Holzschnitzeltrocknung ergibt sich damit ein weiteres Geschäftsfeld, aus dem die AWN Erträge erwirtschaftet. Damit sind wir gut aufgestellt“, so Neser, der auch auf das Konzept der restmüllarmen Abfallwirtschaft einging. Es sei „nach langem Streit mit dem Umweltminister“ schlussendlich als „innovative Lösung“ bezeichnet worden. „Gut, dass wir dafür mit Geschäftsführer Dr. Ginter und dem Landrat gekämpft haben.“

Auf das „innovative System einer restmüllarmen Abfallwirtschaft, an dem die AWN seit 2010 arbeitet“, kam auch Karlheinz Graner (SPD) zu sprechen. „Begonnen wurde dieses System im Rahmen eines Pilotversuches in der Gemeinde Rosenberg. Hardheim (Kerngemeinde) folgte 2013. Im Juni des laufenden Jahres wurde der Bereich um die Gesamtstadt Buchen und Hardheims Orteile erweitert. Dadurch sind rund 27 000 Einwohner und somit knapp 20 Prozent des Neckar-Odenwald-Kreises an dieses System angeschlossen.“ Bis Ende 2020 solle der gesamte Landkreis umgestellt sein, „um der einfachen Bio-Tonne zu entkommen“. Graner: „Bis wir das System in allen Städten und Gemeinden einführen können, gibt es noch einiges zu tun, denn: Gerade dieser heiße Sommer hat gezeigt, dass nicht alle Probleme gelöst sind.“

Die AWN sei mit ihren Mitarbeitern 2017 nicht nur sehr stark in den Umstellungsprozess von der AWN zur KWin eingebunden gewesen. „Quasi nebenher musste man sich auch noch mit der Thematik des freigemessenen Bauschuttes aus dem Rückbau des Kernkraftwerkes Obrigheim, der Umstellung weiterer Pilotgemeinden auf die restmüllarme Abfallwirtschaft, der Weiterentwicklung der Grüngutsammlungen, dem Ausbau des Biomassenzentrums und schließlich auch um die vollständige Erschließung der Deponie Sansenhecken kümmern“, so Marco Eckl (Freie Wähler). „Betrachtet man unter diesen schwierigen Voraussetzungen das Geschäftsergebnis, kann sich dieses durchaus sehen lassen.“ 2017 sei „unterm Strich“ für die AWN „wieder ein sehr bewegte Jahr mit einigen richtungsweisenden Schritten in die richtige Richtung“ gewesen.

„Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung“ forderte Amelie Pfeiffer (Bündnis 90/Grüne) in Sachen „Fehlwürfe im Biomüll“, denn: „Der Preis der Entsorgung über die Biogasvergärungsanlage hängt davon ab, wie gut die Qualität ist.“ Die Bürger hätten es „direkt in der Hand“, mit hochwertigem Biomüll ohne Fremdstoffe zwar leider noch keinen Gewinn bei der Entsorgung zu erzielen, aber doch geringere Entsorgungskosten zu haben. Auch an Schulen sollte daher die restmüllarme Abfallwirtschaft mit den bunten Tonnen eingeführt werden – „damit sich die Schüler tagtäglich mit der praktischen Umsetzung der Mülltrennung auseinandersetzen, bis sie zur gewohnten Routine wird – die dann auch zu Hause selbstverständlich beibehalten werden kann – oder eben auch andersherum.“ mem