Niederstetten

Leserbrief Im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Tauberrettersheimer Bürgermeisters

Auch der Gemeinderat hat versagt

Es war längst überfällig, dass der Bürgermeister sein Amt zur Verfügung stellt. War doch die Liste der Ausnahmen, Sonderregelungen und Tricksereien zu Gunsten der eigenen Sippschaft unerträglich geworden. Wer in einer derart provozierenden Art und Weise seine familiären Einzelinteressen in den Vordergrund rückt, hat in einem öffentlichen Amt einfach nichts mehr verloren.

Dabei wäre es so einfach: Jeder kommunale Mandatsträger hat vor Beginn seiner Amtszeit ein öffentliches Versprechen abgegeben, wonach er dem Grundgesetz und der Verfassung des Freistaats Bayern dient und Niemand bevorzugen und benachteiligen wird!

Die peinliche Suche nach Präzedenzfällen – die sich als Anspruchsgrundlage und Argumentationshilfe verwenden ließen – und der Versuch, die fälligen Anschlussgebühren von 32 000 Euro „zu sparen“ und der Gemeindekasse aufzuhalsen, war offensichtlich nicht erfolgreich. Es hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Man trifft sich vor Gericht und von Einsicht keine Spur.

Es verwundert deshalb überhaupt nicht, dass der Immernoch-Bürgermeister den Job erst zum 31. Januar 2019 hinwirft und die Bürger – die ihm 28 Jahre vertraut haben – wortlos im Regen stehen lässt. (Warum erst Ende Januar und nicht ab sofort ?)

Die Vorhaltungen, nur dem Bürgermeister anzulasten wäre allerdings doch zu schlicht. Ist er bekanntermaßen nur im Rahmen von Gremiumsbeschlüssen handlungsfähig. Die Mitglieder des Gemeinderats müssen sich deshalb schon die Frage gefallen lassen, warum sie die in die Kritik geratenen Beschlüsse gefasst haben. Dass sie in ihrem Auftrag – dem Gemeinwohl zu dienen – schrecklich versagt haben und noch nicht einmal mehr ihren eigenen Kindern als Vorbild taugen, steht außer Frage. Sie haben weder für sich selbst, noch für Tauberrettersheim Ehre eingelegt.