Niederstetten

Neue Informationsbroschüre Die Vorbachkommune hat werbewirksam die „Karten neu gemischt“

Auffallend, kompakt und modern

Archivartikel

Auffallend, kompakt und modern: So könnte man die von der Stadt Niederstetten neu aufgelegte Informationsbroschüre charakterisieren. Jetzt wurde sie vorgestellt.

Niederstetten. Rund 1100 selbstständige Städte und Gemeinden zählt Baden-Württemberg. Wer in dieser Riege auffallen will, sich gar als Tourismus-, Arbeits- oder Zuzugsort empfehlen will, muss sich gut präsentieren.

Viele Städte und zahlreiche Gemeinden setzen für diese Herausforderung auf teure Agenturen. Niederstetten dagegen hat heimischer Kreativität vertraut und vor rund anderthalb Jahren das Arbeitsfeld von Kulturamtsmitarbeiterin Sandra Neckermann um eine Zusatzaufgabe erweitert. Sie solle mal Ideen für die anstehende Neugestaltung der kommunalen Image-, Highlight- und Neubürger-Broschüren sammeln, ließ ihr Bürgermeister Rüdiger Zibold ausrichten, der das Amt zum Monatswechsel in die Hände seiner Nachfolgerin Heike Naber gelegt hat.

Sandra Neckermann mag „ihre“ Stadt: „Niederstetten ist einfach bunt, vielfältig und immer im Wandel.“ Das wurde zur Grundlage ihrer Überlegungen, als sie sich der Herausforderung stellte. Es galt, in der Vergangenheit entwickelte gute Vorgaben zu nutzen: Dass sie am perfekt im normalen Behördenumschlag versendbaren, dennoch nicht an fixe DIN-Formate angepasste Hochkantformat festhalten wolle, war Sandra Neckermann schnell klar. „Was so schön aus dem Rahmen fällt, fällt auf“, erläutert sie.

Am dezenten „N“ als Stadt-Logo und an der Grundidee, Themenfelder farblich zu markieren, mochte sie ebenfalls nicht rütteln. Das Neue sollte Älteres ja nicht wegstampfen, sondern zunächst einmal gekonnt ergänzen. Angesichts einer nicht gerade üppig bestückten Druck- und Portokasse und des Zeitmanagements im Versand von Broschüren ließ sich die Kulturamtsfrau auch von Firmenauftritten inspirieren – und mischte in der Folge sozusagen die Karten komplett neu.

Wie beim Quartettspiel lotst ein Farbleitsystem von allgemeinen Informationen zur Stadt über die in rötlichen Tönen leuchtenden Felder Freizeit, Vereine, Veranstaltungen und Tourismus zu in Blau- und Grüntönen mehrfach aufgefächerten Informationen zur regionalen Wirtschaft und Baumöglichkeiten in Kernstadt und Ortschaften. Heitere Gelbtöne leiten über ins weite und in Niederstetten ambitioniert bestellte Feld „Bildung und Soziales“. In violett verlockt Niederstettens vielgliedrige Kulturszene zu Entdeckungsreisen.

Knapp vierzig Einzelkarten – DINA4-format hoch, doch nur 16 Zentimeter breit, sind es derzeit, die perfekt auf den Anfragebedarf zugeschnitten flink in die zugehörige Niederstetten-Mappe sortiert und mit ein paar freundlichen Zeilen auf den Weg zum Interessenten gebracht werden können. Von der ersten Ideensammlung bis zur Drucklegung gingen rund anderthalb Jahre ins Land: Es galt nicht nur, Daten und Fakten zu aktualisieren, gekonnt zu gruppieren und ansprechend zu formulieren. Die Kartenbroschüre musste auch gekonnt und niederschwellig einerseits mit dem kommunalen Internetauftritt, andererseits auch mit dem persönlichen Vorbeischauen im Rathaus verwoben werden.

Und es galt, bei hochwertigem Auftritt kostengünstige Aktualisierungen und, falls erforderlich, Erweiterungen zu ermöglichen. Im auch in Kleinstauflage direkt von der Stadt bedruckbaren Baukasten-Kartensatz dürfte funktionieren, was sich zunächst als die sprichwörtliche Quadratur des Kreises darbot.

Immer wieder gefragt war bereits im Planungsstadium Frank Knenlein, Geschäftsleiter des lokalen Druck- und Medienunternehmens. Dass der Gemeinderat mitzog, dass inzwischen auch erste Vereine und Kindergärten ihre eigenen, dem einheitlichen Auftritt angepassten Broschüren gestaltet haben, freut das Gestaltungsteam.

„Mit der Mappe geht Niederstetten neue Wege,“ findet Frank Knenlein. Ob Neubürger, Tourist oder Bauinteressent: Die außergewöhnliche Mappe informiert schnell, gründlich und bedarfsgerecht. Dass die Mappe von Menschen gestaltet wurde, die ganz nah dran sind an Niederstetten, die mit viel Herzblut und Liebe überlegt haben, wie sie „ihr“ Niederstetten präsentieren, merkt man dem Ergebnis an. Denn, so Sandra Neckermann und Frank Knenlein: „So dicht dran kann keine Agentur sein.“