Niederstetten

In der Alten Turnhalle Viele Gäste aus allen Bereichen der Gesellschaft beim „Niederstettener Neujahrsempfang“ / Letzter Rossmarkt mit Bürgermeister Rüdiger Zibold

Da kam schon ein bisschen Wehmut auf

Da kam bei dem ein oder anderen schon ein bisschen Wehmut auf: Zum letzten Mal empfing Rüdiger Zibold als Bürgermeister und „Rossknecht“ die große Gästeschar beim Rossmarktempfang.

Niederstetten. Im nächsten Jahr wird ein neuer Bürgermeister bzw. eine Bürgermeisterin die Gäste aus allen Bereichen der Gesellschaft, aus Kommunalpolitik, Wirtschaft, von Banken, Bundeswehr, Landwirtschaft, Kirche und Lehrerschaft in der Alten Turnhalle empfangen.

Dass Zibold nach 16 Jahren auf dem Rathaus-Chefsessel nicht erneut kandidiert, war deshalb nicht nur in seiner Rede, sondern auch in den Grußworten von Landrat Reinhard Frank und Bundestagsabgeordnetem Alois Gerig ein Thema.

Als „Rossknecht“ zeichnet Zibold stets ein „loses Mundwerk“ aus, wie Landrat Frank in seiner Rede später feststellte. Und so sagte „Rossknecht“ Zibold ganz frei heraus, was er über das eine oder andere denkt.

Mit 120 Pferden und Eseln konnte der 172. Rossmarkt zwar keinen Rekordauftrieb vermelden, rekordverdächtig war jedoch die Anzahl der kommunalen Würdenträger: 17 Ober- und Bürgermeister aus dem Main-Tauber- und den benachbarten Kreisen hatten den Weg nach Niederstetten gefunden, vielleicht auch, wie Zibold hoffte, um ihn noch einmal als Rossknecht zu erleben. Zibolds Rückblick auf bundes- und weltpolitische Ereignisse fiel in diesem Jahr eher knapp aus. Mit Sorge erfülle ihn jedoch, dass „eine rechtsnationale Partei die drittstärkste Kraft in Deutschland ist“.

Für Niederstetten sei 2017 ein „sehr bewegtes Jahr“ gewesen. Zibold sprach von Erreichten, von der Breitbandinitiative, der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses in Adolzhausen, mit dem man einen weiteren Schritt zur Realisierung des Feuerwehrbedarfsplans getan habe. Der Erweiterungsbau des Niederstettener Kindergartens, der Neubau des UFZ, die Sanierung der Langen Gasse, das Dorfgemeinschaftshaus in Herrenzimmern und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Rinderfeld werden die Stadt im begonnenen Jahr beschäftigen.

Mit einer kleinen mit Beifall bedachten Lobeshymne auf Bürgermeister Rüdiger Zibold eröffnete Landrat Reinhard Frank sein Grußwort. Dieser sei „verdient und erfolgreich“ und habe die Stadt „kompetent und mit sicherer Hand“ in den letzten 16 Jahren geführt. In augenzwinkerndem Plauderton schwärmte Frank dann von der „Großzügigkeit und Großherzigkeit“ des Landrats, also von sich selbst. Als „Beweis“ führte er etwa die verringerte Kreisumlage auf, die allein Niederstetten ein Plus von rund 300 000 Euro im Jahr 2018 beschere. 11 434 Euro wolle der Landkreis der Stadt außerdem für die Einrichtung eines zu schaffenden „Familienzentrums“ zukommen lassen.

Das Jahr 2017 sei ein „verrücktes Jahr“ gewesen, sagte Frank mit Blick auf die grausamen Terroranschläge und auf Politiker wie Donald Trump und Kim Jong Un. Gleichzeitig sei die Wirtschaft um 22 Prozent gewachsen, „so stark wie noch nie“. Auch im Landkreis laufe es „richtig, richtig rund“, man befinde sich in vielen Bereichen „auf einem wirklichen Erfolgskurs“. Zum Schluss gab er in Bezug auf die jüngsten Diskussionen seiner Hoffnung Ausdruck, dass es „mit dem Tempele weitergeht“ und wünschte sich „einen fairen Wahlkampf“.

Auch Bundestagsabgeordneter Alois Gerig wünschte den Wählern in Niederstetten in seinem Grußwort eine „glückliche Hand“. Es sei ein gutes Zeichen, dass so viele Kandidaten die Nachfolge von Bürgermeister Zibold antreten wollten.