Niederstetten

Leserbrief Zum Pfarrplan des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim

Die Kirche hat sich von den Gemeinden entfernt

Archivartikel

Die Fußball WM 2018 ist Geschichte, die Konfirmationen sind vorbei und die Wogen um den Pfarrplan sind etwas abgeflacht.

Aber das eigentliche Problem, das wie des Umsetzens des Pfarrplans, ist noch offen. Die endgültige Entscheidung trifft die Landessynode im Herbst 2018!?

Die Weikersheimer Dekanin Renate Meixner hat in einer Pressemitteilung vom 27. April in denkenswerter Weise den bisherigen Werdegang des Pfarrplans erläutert und klargestellt. Aus der Pressemitteilung ist zu entnehmen, das eklatante Versäumnisse in den örtlichen Kirchengemeinden zu erkennen sind. Diese zu erkennen, überdenken und korrigieren, dass muss nun sofort die Aufgabe sein.

Ein kleiner Hinweis wäre ein Blick auf die kommunale Gemeindereform in den 70er Jahren, wo man bemüht war, nicht das Leichteste, aber das Praktikable zum Zuge kommen zu lassen.

Nach meinem Leserbrief vom 31. März erschien am 15. April ein nicht hilfreicher und der Sache nicht dienlicher Leserbrief, der zudem unter der untersten Schublade entstanden ist.

Ich erhielt aber viele Anrufe besorgter Einwohner über die derzeitige Gefühls- und Stimmungslage in den Gemeinden. Einige Gedanken möchte ich hiermit weitergeben:

Ist die Aufgabe eines Seelsorgers, die zum Sachverwalter in der Landeskirche geworden ? Jahrzehntelange treue Kirchgänger können altersbedingt nicht mehr am sonntäglichen Gottesdienst teilnehmen. Da lässt sich zu Hause niemand sehen, der ein bisschen Zeit mitbringt, um zuzuhören, der ein kleines Gebet mit den Betagten spricht oder einen Psalmvers vorliest.

Da gibt es auch nicht die Möglichkeit, den Wunsch nach einem Hausabendmahl zu äußern. Es gibt auch nicht die Möglichkeit, mit einer vertraulichen, neutralen Person über Generationensituationen zu sprechen. Da taucht auch die Frage auf, wie geht es weiter, wenn ich meine gewohnte Umgebung verlassen muss?

Wo sind die schönen gemeinsamen Altennachmittage geblieben? Wie steht es um die Jugendarbeit, Kinderkirche, Kirchenchor, Gitarrenkreis? Nicht die Gemeinde hat sich von der Kirche entfernt, sondern in vielen Situationen, die Kirche von den Gemeinden. Befreit die Pfarrerinnen und Pfarrer von der Sacharbeit und Bürokratie, dann haben diese auch wieder mehr Zeit für Seelsorge an Jung und Alt.