Niederstetten

Jubiläum 30 Jahre Ausbildung für Nebenerwerbslandwirte und 45 Jahre Verband der Landwirte im Nebenberuf / Feier am 17. November in der Festhalle Adolzhausen / Staatssekretärin dabei

Eiserne Beharrlichkeit führte letztendlich zum Erfolg

Adolzhausen.Gleich zwei Jubiläen gibt es am Samstag, 17. November, ab 14 Uhr in der Festhalle Adolzhausen zu feiern: 30 Jahre Ausbildung für Nebenerwerbslandwirte in Baden-Württemberg sowie 45 Jahre Arbeit des Verbandes der Landwirte im Nebenberuf Baden-Württemberg.

Wie es in der Einladung des Verbandes zu der Jubiläumsveranstaltung heißt, habe man „gegen den erbitterten Widerstand von Vertretern des damaligen Landwirtschaftsministeriums, der Landwirtschaftsverwaltung und der traditionellen berufsständischen Vertretung in Baden-Württemberg“ im Februar 1988 an der Haus- und Landwirtschaftlichen Berufsschule in Bad Mergentheim den ersten Ausbildungsgang für Nebenerwerbslandwirte gestartet.

Großer Unterstützer und Mitverfechter dieses Vorhabens sei der damalige Landtagsabgeordnete Albert Reuter gewesen, der gleichzeitig das Amt des Kreishandwerksmeisters im Main-Tauber-Kreis bekleidete. Auch die landwirtschaftlichen Berufsschulen hättem dem Konzept positiv gegenüber gestanden.

Der Konflikt habe sich bis auf die höchste Ebene hochgeschaukelt. Schließlich habe der damalige Ministerpräsident Lothar Späth die Befürworter und Gegner im Herbst 1987 zu sich in die Villa Reitzenstein eingeladen.

Noch am Ende der Veranstaltung hatte der Ministerpräsident persönlich entschiede, dass das vom Verband vorgestellte Konzept eingeführt werden solle.

Bereits viele Absolventen

„Der Erfolg des Ausbildungsganges gab und gibt uns Recht“, heißt es in dem Einladungsschreiben weiter. Die Zahl der Absolventen, die über den Ausbildungsgang für Nebenerwerbslandwirte die Ausbildung abschlössen, liege bedeutend höher als die der Absolventen der traditionellen Ausbildung zum Landwirt. Durch die hartnäckige Arbeit des Verbandes seien in den letzten 45 Jahren viele Benachteiligungen der Nebenerwerbslandwirte, etwa im Blick auf die Haupterwerbslandwirte und die Stellung in der Gesellschaft, abgebaut werden.

Die Jubiläumsfeier findet beginn um 14 Uhr mit der Begrüßung durch Gerhard Stirnkorb, Landesvorsitzender. Um 14.15 Uhr folgt der Vortrag „Nebenerwerb – Garant für eine flächendeckende Landbewirtschaftung“ mit Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, MdL.

Um 15.15 Uhr lautet das Thema „Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und Politik“. Referent ist Alois Gerig, MdB und Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages.

Um 16.15 Uhr werden die Besucher dann über „Bauernrechte im Kontext zur Industriegesellschaft“ informiert. Vortragender ist Rudolf Bühler, Gründer und Vorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall.

Gegen 17 Uhr spricht die Niederstettener Bürgermeisterin Heike Naber ein Grußwort. Um 17.20 Uhr folgt ein weiteres Grußwort und aktuelle Informationen über die Hofabgabeklausel von Jens Reichardt, Bundesvorsitzender. Den Rückblick auf 45 Jahre Verbandsarbeit und 30 Jahre Nebenerwerbsausbildung nimmt um 18 Uhr Albrecht Löblein, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, vor.

Nach dem Abendessen um 19 Uhr schaut man noch den Film „Bauernsterben rund um Niederstetten“ an. Dem schließt sich ein gemütliches Beisammensein mit Musik an. Es spielen die „Alten Kameraden“ aus Stuppach.