Niederstetten

Leserbrief Zu Tauberphilharmonie und Weikersheimer Ratssitzung (FN, 23. Februar)

„Fluch oder Segen“ wird sich zeigen

Archivartikel

Die großen Verdienste von Bürgermeister Kornberger um Weikersheim sind allgemein unbestritten.

Eigentlich ein guter Grund, auf die Kritik von Mitbürgern an der Tauberphilharmonie nicht wie nach einer Majestätsbeleidigung zu reagieren.

Die vielen Erfolge zuvor können aber natürlich auch dazu verführt haben, eine Idee umzusetzen, die für das kleine Weikersheim zu groß ist: eine Konzerthalle der Spitzenklasse. Auch eine entsprechende Mehrzweckhalle wäre wohl für die Interessen der Jeunesses Musicales Deutschland ausreichend und für die Bevölkerung tragbarer und nützlicher gewesen.

Die Gegner der neuen Halle (außer SPD/UB/Piraten), müssen sich selbstkritisch fragen, warum sie sich nicht vorher ernsthafter informiert und protestiert haben. Auch in der Lokalpolitik gilt der Grundsatz: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. So sind nach offiziell demokratischem Vorgehen bereits Fakten geschaffen worden.

Mit der Gründung einer Anstalt öffentlichen Rechts (AöR, wie ARD und ZDF), soll in Weikersheim erneut ein merkwürdiges „Alleinstellungsmerkmal“ im Main-Tauber-Kreis geschafft werden. Damit wird wohl ein Großteil der Kontrolle dem Gemeinderat entzogen und die Bürger zahlen zusätzlich für Berater von außen, obwohl wir doch einen guten Intendanten und Mitarbeiter haben.

Erst nach ein paar Jahren wird sich zeigen, ob die Halle für Weikersheim Fluch oder Segen ist. Wenn allerdings schon ein paar kritische Äußerungen das Projekt „zerreden“ können, muss man weiter skeptisch bleiben.

PS: Nachdem die Jugendlichen der Jeunesses Musicales Deutschland jetzt zu Recht sicher gut versorgt sind, sollte man endlich dieser Bevölkerungsgruppe der eigenen Gemeinde etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Dazu passt, dass das Wahlalter für den Gemeinderat auf 16 Jahre herabgesetzt worden ist.