Niederstetten

Für und Wider diskutiert Lage des neuen Zentralen Omnibusbahnhofs zwischen Sporthalle und geplantem UFZ war Thema

Gemeinderat bevorzugt die „Insel“

Insel oder Sägezahn, nach welchem Prinzip sollen die Busse im neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) der Stadt angeordnet sein? Der Gemeinderat machte sich die Entscheidung nicht leicht.

Niederstetten. Beide Varianten, so wurde bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend im „Kult“ klar, bergen Vor- und Nachteile. Als „nicht ganz einfach“ charakterisierte dann auch André Metzger vom Ingenieurbüro „3Kant“ in Weikersheim die Planung für den ZOB, der zwischen Sporthalle und ehemaligem Hallenbad angelegt werden soll.

Schließlich wird das direkt an den alten Sportplatz angrenzende Gelände vielfach genutzt: Zum einen eben als Bushaltestelle für die Kinder des benachbarten Bildungszentrums, zum anderen aber auch als Standort für Festzelt, Fahrgeschäfte und Stände des traditionsreichen Herbstfestes. Außerdem soll hier ja bald auch der Neubau des Umschulungs- und Fortbildungszentrums (UFZ) samt Parkplätzen entstehen.

Als „mit Gewalt reingepfercht“ und „Schildbürgerstreich“empfand dann auch Stadtrat Ulrich Roth die von der Stadt bevorzugte und vom Gemeinderat schließlich abgesegnete „Insellösung“.

Dass es dort zu eng werden könnte, befürchtete Bürgermeisterin Heike Naber dagegen nicht. Mit fünf geplanten Bus-Haltebuchten sei der ZOB „großzügig bemessen“, sagte sie.

„Deutliche Aufweitung“

Auch für Planer André Metzger ist eine „deutliche Aufweitung der Zufahrt“ eine der Vorteile der Insellösung, durch die der Charakter des Areals verändert werde. Die jetzt dort befindlich Straße verschwinde und nur ein Fußweg, der nur ausnahmsweise befahren werden darf, führt durch eine Grünanlage, die künftig vom ZOB zur Schule führen wird. Entscheidender Vorteil der aus Sicht Metzgers „kompakten“ Insellösung: Der Parkplatz des künftigen UFZ wird gesondert von Norden her angefahren. Dieser Umstand, also die strikte Trennung von privatem und öffentlichem Verkehr, ist aus sicherheitstechnischen Gründen Bedingung für die 50-prozentige Fachförderung des Landes. Bei Gesamtkosten von 575 000 Euro hätte die Stadt also 287 000 Euro zu erwarten.

Weiterer Vorteil der Insel-Lösung: Die Herbstfest-Organisatoren inklusive dem Festwirt und den Schaustellern sehen in ihr die einzig mögliche Variante.

Auch das Bildungszentrum hatte aufgrund der Sicherheit Vorteile in der Insellösung gesehen, ebenso sprach sich das UFZ für die Insellösung aus. Nachteil der Variante ist allerdings, dass der erwartete Erwerb eines Grundstücks in ZOB-Nähe nicht zustande gekommen ist. Deshalb muss dieser näher an die Sporthalle heranrücken: dafür muss die dortige Stützmauer versetzt werden, was die Kosten weiter nach oben treibt.

Kritiker im Gemeinderat bemängeln an der Insellösung außerdem, dass es vor der Sporthalle verstärkt zu Begegnungsverkehr zwischen Bussen und Privatautos komme, wenn Eltern ihre Kinder von der Sporthalle abholen würden. Auch bei der Anfahrt von Handwerkern oder Krankenwagen könne es hier Kollisionen geben. Hier regte Bürgermeisterin Naber an, dass der TV Niederstetten auf seine Mitglieder einwirke, damit diese beim Abholen ihrer Kinder beispielsweise über den UFZ-Parkplatz anfahren.

„Sägezahn“ abgelehnt

Die andere Variante, die „Sägezahn-Lösung“, wurde vom Regierungspräsidium dagegen abgelehnt. Hier wäre nur eine Bezuschussung als „Haltestelle“ in Höhe von maximal 112 000 Euro möglich. Trotz dieses „Totschlagsarguments“, wie es Stadtrat Wolfgang Dornberger nannte, – nämlich, dass die Stadt 175 000 Euro weniger Zuschüsse erhalten würde – sprachen sich einige Stadträte für die Sägezahn-Aufstellung aus, die auch vom städtischen Busunternehmen Ziegler präferiert wird. Bei dieser Variante wäre der jetzige Ist-Zustand fortgeführt worden: Die Busse hätten vor der Sporthalle und entlang des UFZ-Neubaus gestanden. Der Vorteil aus Sicht des Busunternehmens wäre zugleich der aus Sicht des Landes entscheidende Nachteil in puncto Sicherheit gewesen: Die Busse wären vor der Sporthalle in den ZOB eingefahren und an der UFZ-Zufahrt wieder heraus, ein Begegnungsverkehr der Busse wäre vermieden worden. Aufgrund der Trennung von öffentlichem und privatem Verkehr, der Fördermöglichkeiten und der Durchführung des Herbstfestes schlug die Stadtverwaltung die Insellösung als Planungsgrundlage für den ZOB vor. Bis Ende Oktober muss die Stadt die Aufnahme ins Förderprogramm beantragen. Im Frühjahr nächsten Jahres folge dann erst die Beantragung des Zuschusses. Der Bau werde dann 2019 bzw. 2020 erfolgen. Bei neun Pro-Stimmen, fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung sprach sich der Gemeinderat schließlich für die Insellösung aus, die Stadtrat Heinz Bader noch um ein WC ergänzt sehen wollte.