Niederstetten

Stadtrat Aub Brücken-Projekt und Gestaltungssatzung

Gewerbe fordert Maßnahmen

Aub.Den Auber Geschäftsleuten bleiben die Kunden weg, seit die Gollachbrücke nicht mehr befahrbar ist. Dies zumindest resümieren die Geschäftsleute der Innenstadt in einem Antrag der Fremdenverkehrs- und Gewerbegemeinschaft zur innerörtlichen Umgehung der Brückenbaustelle. Die Gewerbetreibenden fordern bauliche Maßnahmen an der Umgehungsstrecke.

Seit etwa vier Wochen ist die Gollachbrücke gesperrt, eine weiträumige Umfahrung der Baustelle, die das Straßenbauamt ausgeschildert hat, hielten die Geschäftsleute von Anfang an nicht zumutbar. Die Stadt Aub hat deshalb eine innerörtliche Umfahrung durch die Westsiedlung eingerichtet. Vor allem ältere Kunden haben aber offenbar Angst, die teils enge und steile Strecke durch die Westsiedlung zu nutzen.

In ihrem Antrag fordern die Gewerbebetriebe von der Stadt, die Umgehung an entscheidenden Stellen zu verbreitern, beispielsweise dadurch, dass Hecken zurückgesetzt, ein Hang abgetragen wird. Weiter sollten Schwellen eingebaut werden, damit sich Fahrer an die Höchstgeschwindigkeit von zwanzig Stundenkilometern halten.

Problem sei tatsächlich, dass dort häufig zu schnell gefahren werde, bestätigte Bürgermeister Robert Melber. Er kündigte einen „runden Tisch“ mit den Gewerbetreibenden, den Anwohnern der Umgehungsstrecke und Stadtratsmitgliedern an. Es sei aber schwierig, Lösungen zu finden.

Verhältnissen anpassen

Franz Ullrich vom Planungsbüro Plan und Werk stellte dem Stadtrat den Entwurf einer neuen Gestaltungssatzung vor.

Ullrich, seit mehreren Jahren Städtebauplaner in Aub, hält die bisherige Gestaltungssatzung aus dem Jahr 2004 für zu unübersichtlich. Sie habe einige Mängel und sei für betroffene Bürger nur schwer verständlich.

Die Satzung müsse den aktuellen Verhältnissen angepasst werden. Ullrich möchte die Satzung vereinfachen, Sachthemen zusammenfassen und so für die Bürgerinnen und Bürger verständlicher machen.

In seinem Entwurf möchte er getrennt nach Sachbereichen zunächst zulässige Materialien, Bauteile und Ausführungen auflisten, im Gegensatz dazu nicht zulässiges stellen und in einem dritten Bereich auflisten, was abweichend zulässig, also von Fall zu Fall je nach Ausführung und betroffenem Bauwerk zulässig sein kann. Dazu soll die neue Satzung mit Fotos bebildert werden.

Insbesondere der Begriff „abweichend zulässig“ wurde von verschiedenen Ratsmitgliedern hinterfragt. Ullrich erläuterte, darunter seien Materialien und Varianten zu verstehen, die nicht automatisch genehmigt würden aber je nach Situation genehmigungsfähig seien.

Roman Menth wollte bei der Ausarbeitung der neuen Gestaltungssatzung die Bürgerschaft einbeziehen. Dies sei nicht üblich, aber machbar, bezog Ullrich Stellung. Bürgermeister Robert Melber aber gab zu Bedenken, dass da möglicherweise mit Vorschlägen aus der Bevölkerung Erwartungen geweckt werden, die letztendlich nicht zu erfüllen seien.

Peter Elblein wollte wissen, ob vorgesehen sei, moderne Technik wie beispielsweise Fotovoltaikanlagen mit einzubeziehen. Dass Fotovoltaik auch weiterhin im geschützten Ensemblebereich nicht zulässig sei liege an den landesrechtlichen Vorgaben des Denkmalschutzes, widersprach Ullrich. Diese könne die örtliche Gestaltungssatzung nicht aufheben. Zulässig können aber Anlagen beispielsweise zur Warmwasseraufbereitung sein. Details müssen in einer eigenen Sitzung des Rates noch ausgearbeitet werden.