Niederstetten

Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals Fördergelder in Höhe von 65 000 Euro an drei Ärzte vergeben / Gebürtiger Dunzendorfer Steffen Fuchs unter den Ausgezeichneten

Herausragende Projekte in der Krebstherapie

Mainz/Dunzendorf.Die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals hat bei ihrer 34. Kuratoriumssitzung auf der Laubenheimer Höhe in Mainz Fördermittel an junge Forscher an deutschen Universitätskliniken für herausragende wissenschaftliche Projekte von bundesweiter Bedeutung vergeben.

Unter den ausgezeichneten Medizinern ist auch der aus dem Niederstettener Stadtteil Dunzendorf stammende Dr. Steffen Fuchs, der für das Projekt „Funktionelle Charakterisierung von Neuroblastom-spezifischen zirkulären RNAs“ mit 25 000 Euro ausgezeichnet wurde.

Ebenfalls 25 000 Euro gingen an Dr. med. Joanna C. Berger, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Dr. med. Nina Wenda von der Klinik für Kopf- und Halschirurgie, der Helios HSK Wiesbaden bekam 15 000 Euro durch die private Spende.

Den Kampf gegen den tückischen Kopf-Hals-Krebs hat sich die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals seit 1992 auf die Fahnen geschrieben. Das Anfangskapital der Stiftung von 100 000 Mark ist inzwischen auf rund 3,5 Millionen Euro gestiegen. „Trotz Niedrigzinsphase schafft es die Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst, jeweils mindestens 50 000 Euro zur Anschubfinanzierung von Forschungsprojekten auszuschütten. Darauf sind wir sehr stolz“, sagte Richard Patzke, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals bei der Kuratoriumssitzung in Mainz.

Patzke legte nach elf Jahren den Vorsitz im Stiftungsvorstand nieder, bleibt aber mit dem Gremium als einfaches Mitglied verbunden.

Die Fördermittelvergabe orientiert sich unter anderem daran, dass die Projekte schnell den Weg von der Forschung in die Praxis finden. „Zusätzlich zu der Ausschüttung können wir in diesem Frühjahr ein Wiesbadener Forschungsprojekt fördern. Die Summe dafür ist bei der letztjährigen Benefizveranstaltung im Golfclub Kronberg zusammen gekommen“, freut sich Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Jan Gosepath, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Helios Kliniken in Wiesbaden, der die ausgezeichneten Projekte beschrieb.

Dr. med. Steffen Fuchs ist Assistenzarzt an der Klinik für Pädiatrie, Onkologie und Hämatologie der Charité, Universitätsmedizin Berlin. Sein Projekt „Funktionelle Charakterisierung von Neuroblastom-spezifischen zirkulären RNAs“ wurde wie folgt beschrieben: „Das Neuroblastom ist ein embryonaler Tumor, der aus Vorläuferzellen von peripherem Nervengewebe entsteht und am häufigsten im Säuglingsalter auftritt. Diese Tumorerkrankung stellt sich als sehr heterogen dar: Viele Fälle heilen spontan aus und bedürfen keiner Therapie. Ungefähr die Hälfte der Patienten weist jedoch bei Diagnose bereits eine Hochrisikoerkrankung auf, was die Prognose trotz intensiver Therapie stark einschränkt. Bei einem Rückfall der Erkrankung gibt es aktuell keine kurative Therapie. Dies zeigt deutlich den dringenden Bedarf an neuen therapeutischen Strategien auf. Zirkuläre RNAs (circRNA) sind eine Klasse ringförmiger RNA-Moleküle, die durch eine Form von alternativem Spleißen entstehen und wichtige Funktionen in der Regulation von Genen ausüben. So können circRNAs zum Beispiel microRNAs (miRNAs) und RNA-Bindeproteine binden und so deren Funktion hemmen.

Dr. Fuchs weiter: „In Vorversuchen konnten wir bereits zahlreiche circRNAs in primären Neuroblastom Tumorproben identifizieren. In diesem Projekt sollen circRNAs untersucht werden, welche spezifisch im Neuroblastom exprimiert werden. Hierfür sollen Neuroblastom-Zelllinienmodelle genutzt und ausgewählte circRNA Kandidaten funktionell charakterisiert werden. Wir streben an, ein funktionelles Netzwerk aus circRNA, miRNAs und möglichen Effektoren zu beschreiben. Wir hoffen so zum aktuellen Verständnis der Entstehung des Neuroblastoms beizutragen und mögliche neue therapeutische Ziele und prädiktive Biomarker zu identifizieren.