Niederstetten

Freilichttheater im Tempele „Kohlhiesels Töchter“ starten am 11. Juli / Kostümschneider müssen Höchstleistung bringen

Hinreißende Kleidungsstücke aus Meisterhand

Theater ist neben dem rein spielerischen auch ein optischer Genuss. Die Niederstettener Tempele-Inszenierungen sind für ihre besonders stimmige Ausstattung bekannt.

Niederstetten. Wenn am kommenden Mittwoch, 11. Juni mit der Premiere von „Kohlhieses Töchter“ die dreiwöchige Spielzeit im Naturtheater „Tempele“ beginnt, liegt viel Arbeit hinter den Amateurdarstellern. Täglich haben sie über Wochen hinweg nach ihrem beruflichen Feierabend noch bis in die Nacht hinein geprobt.

Die Schauspieler stehen im Fokus der Scheinwerfer und der Zuschauer-Blicke. Ihre bunten wie stimmigen Kostüme – und davon gibt es in der spitzigen Komödie um die Töchter des Gastwirts Kohlhiesel eine Menge – sind „hinter den Kulissen entstanden. Entworfen hat sie Regisseur und Kostümbildner Ulrich Schulz – und der gilt als detailversessen.

Langjährige Leiterin der Kostümschneiderei ist die Niederstettener Scheidermeisterin Isolde Menikheim. Sie hat für diese Spielzeit prominente Unterstützung bekommen. Christian Steiner hat eine Ausbildung als staatlich anerkannter Modedesigner an der Berufsfachschule Stuttgart absolviert. Seine Erfahrung brachte er bei großen Produktionen wie den Festspielen Bregenz ein. Auch bei den Opernproduktionen der Jeunesses Musicales in Weikersheim lieferte er beeindruckende Kostüme.

Steiners Kollegin Doro Landgraf ist ausgebildete Maßschneiderin. Sie arbeitet u.a. am Theater Gießen, und war ebenfalls als Festspiel-Schneiderin in Bregenz sowie für die Oper in Weikersheim im Einsatz.

Zahlreiche Umzieh-Aktionen

Für „Kohlhiesel“ haben die beiden 64 Kostüme neu angefertigt. Rund 40 Perücken sind ebenfalls „im Einsatz“ – die Maskenbildnerinnen haben aktuell noch in der Alten Schule ihre „Werkstatt“. Zum Saisonstart ziehen sie in den hinteren Bühnenbereich des Tempele um. Weil heuer vor allem von den Nebendarstellern extrem viele Umzüge zu bewältigen sind, muss hier bei den jetzigen Wochenendproben alles noch ganz genau getaktet werden. Teilweise haben die Schauspieler zwischen rasanten Kneipenszenen, wilder Schlägerei und Hochzeitsfest nur wenige Minuten, um mit neuer Bekleidung und anderer Frisur wieder auf der Szene zu erscheinen.

Die neue Produktion dürfte der langen Erfolgsgeschichte des Theaters noch „eins draufsetzen“. Über 5000 Eintrittskarten sind bereits vorab verkauft. Einzelne von den insgesamt zwölf Vorstellungen sind also bis auf Restkarten bereits ausverkauft. Einzig für die Vorstellung am Sonntag, 15. Juli (Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft) gibt es aktuell noch ausreichend Karten. Die Theaterintendanz wird – zumindest aller Voraussicht nach – den bisherigen (Regen-)Ersatz-Vorstellungstermin am 24. Juli noch offiziell freigeben. ftt