Niederstetten

Frankenfestspiele Röttingen Matinee im Gewölbekeller von Burg Brattenstein mit den Künstlern der bevorstehenden Spielsaison

Höchst unterhaltsamen Vorgeschmack präsentiert

Die Spielsaison 2019 der Frankenfestspiele startet an diesem Donnerstag. Bei einer Matinee gab’s einen Vorgeschmack auf die verschiedenen Programmpunkte der Saison.

Röttingen. Das Team um Intendant Lars Wernecke präsentierte zur Festspiel-Matinee am Fuße der Burg Brattenstein im vollbesetzten Gewölbekeller einen aufschlussreichen, höchst unterhaltsamen Vorgeschmack auf die kommenden Premieren.

Den Anfang in der Vorstellungsrunde machte „Hello, Dolly!“ unter der Regie des Intendanten Wernecke. Der Musical-Klassiker von Jerry Herman und Michael Stewart feiert am heutigen Donnerstag, 13. Juni, 20.30 Uhr, Premiere im Burghof. Die Zuschauer können sich auf die Atmosphäre aus dem so genannten „Gilded Age“ (vergoldetem Zeitalter) der aufstrebenden Metropole New York freuen.

Pompöse Kostüme (von Angela C. Schuett), eine opulente Kulisse (von Dirk Immich), spritzige Tanznummern (von Julia Grunwald) und ein Feuerwerk der Melodien (arrangiert von Rudolf Hild) holen Broadway-Luft in das Tauberstädtchen. Das achtköpfige professionelle Ensemble mit dem 19 Mann/Frau-starken Extra-Ensemble (Laiendarsteller) füllen die Freilichtbühne im Burghof nicht nur optisch, sondern auch akustisch mit Ohrwurm-Hits, wie der weltweit bekannten Titelmelodie „Hello, Dolly!“.

Begleitet werden sie live von neun Musikern, die über der Bühne im Musikerpavillon „thronen“. Die amüsante Geschichte um die temperamentvolle Witwe Dolly Levi, deren große Leidenschaft das Vermitteln von Hochzeiten ist und die sich am Ende selbst Hals über Kopf verliebt, ist vielen durch die Rollenbesetzungen von Barbra Streisand oder Bette Midler bekannt. Auch bekannt ist vielen Besuchern der Frankenfestspiele die Besetzung der Mrs. Dolly Gallagher Levi – Antje Rietz, die bereits in „My Fair Lady“ und „Monty Python’s Spamalot“ in Röttingen brillierte.

Auch die neuen Gesichter im Ensemble stehen ihr schauspielerisch und gesanglich in nichts nach, wie sie bei der Festspiel-Matinee als Kostprobe bewiesen.

Nicht nur auf das Musical können sich die Besucher freuen. Regisseur Dietmar Horcicka bietet eine höchst vergnügliche Komödie um die wahre Geschichte der Florence Foster Jenkins, der schlimmsten Sängerin der Welt – „Glorious!“ von Peter Quilter (Premiere am 27. Juni).

Das herzhafte Gelächter bei der Festspiel-Matinee zeugte von einem grandiosen Stück über diese schrecklich-charmante Sängerin, deren fünf Wegbegleiter die wunderbare Geschichte um ihre Figur komplettieren – darunter eine spanisch fluchende Haushälterin und ihr schwer verliebter Mann. Das faszinierende dabei ist, dass die reiche Erbin Foster Jenkins tatsächlich 1944 im Alter von 76 Jahren die New Yorker Carnegie Hall bis auf den allerletzten Platz füllte. Ein gefüllter Burghof wird dieser tollen Unterhaltung ebenfalls nur gerecht.

Zu guter Letzt erläuterte der junge Regisseur und Operettenliebhaber Björn Reinke bei der Matinee seine Inszenierung von Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ (Premiere 4. Juli). Seine Inszenierung lässt er in den 50er Jahren spielen. Die jungen Ensemble-Darsteller präsentieren temperamentvolle Ohrwürmer und schwärmerische, stimmgewaltige Liebesarien. Bei der Matinee erklärte die etwas schroffe Dienerin des Hauses „Frollein Hansen“ die leicht verzwickten Familienverhältnisse der verschiedenen Rollen des Stückes. Eine höchst vergnügliche Geschichte, die auf der Bühne von sieben Musikern live begleitet wird.

Ebenfalls auf dem Programm der Frankenfestspiele Röttingen stehen der musikalische Abend des „Festspiel-Cocktail“ (28. Juli), das Kabarett „Django Asül – Letzte Patrone“ (16. Juli ) und das Konzert von „Radio Doria – Jan Josef Liefers und Band“ (13. August).