Niederstetten

UEG Hohenlohe-Franken (II) Wie geht es mit dem deutschen Schweinemarkt weiter? / Referat

Immer mehr Höfe geben auf, kaum Betriebserweiterungen

Niederstetten.Über die Entwicklungschancen des deutschen Schweinemarktes aus Sicht einer Erzeugergemeinschaft bis 2005 sprach Bernd Terhelle von der niedersächsischen EZG Hümmeling.

Was die Ferkelproduktion angeht, zeige der Ist-Zustand einen Rückgang der Höfe mit Sauenhaltung, ebenso gebe es kaum noch Betriebserweiterungen – einhergehend mit einem klaren Anstieg bei den biologischen Leistungen. Für die kommenden Jahre sei mit einer deutlichen Zunahme bei den Betriebsaufgaben zu rechnen. Grund hierfür sei die stets sinkende Motivation für ständig neue Anforderungen, zudem der Umstand, dass es oftmals keinen Hofnachfolger gebe. Außerdem spiele in diesem Zusammenhang eine Rolle, dass es aufgrund der fehlenden Baugenehmigungen und zu wenig Personal nahezu keine Betriebserweiterungen mehr gebe.“ Die guten Betriebsleiter werden kaum noch besser, die wenigen guten hören auf“, meinte der Fachmann. Unterm Strich werde die Ferkelproduktion deutlich an Betrieben und Menge verlieren, ein Marktvorteil für deutsche Ferkel beim Preis sei unwahrscheinlich.

Was die Schweinemäster angehe, so Terhelle, sei in den vergangenen Jahren ein deutliches Wachstum der Betriebsgrößen feststellbar gewesen. Ursächlich hierfür seien der technische Fortschritt, Baugenehmigungen im Außenbereich sowie die Stallpacht gewesen. Weiterhin habe es ein klares Mengenwachstum durch nach oben gehende biologische Leistungen gegeben. Für die Zukunft gehe er aber von einem Abbau der Stallplätze durch mehr Raum je Tier aus, wohingegen keine Steigerung in den Umtrieben je Mastplatz zu erwarten sei. Parallel dazu werde eine schlechte Wirtschaftlichkeit wegen hoher Nebenkosten prognostiziert. Als Fazit könne gezogen werden, dass die Anzahl der hierzulande gemästeten und geschlachteten Schweine kurzfristig nach unten gehen werde. Weiterhin sei von einer Aufgabe der Pachtställe bei gewerblicher Mast auszugehen, bei sinkenden Kosten der Gülleentsorgung. Hauptursache hierfür sei der Umstand, dass immer mehr Biogasanlagen aus der EEG-Bindung fallen würden.

In den kommenden Jahren erwartet Terhelle eine weiter sinkende Nachfrage nach Schweinefleisch im Inland, gleichermaßen dürften die Exportmärkte über den Bedarf an Schlachtschweinen entscheiden.

Bei der möglichen Entwicklung des Preises sollte der Konzentrationsprozess der Schlachthöfe bestehen bleiben. Chancen auf nachhaltig bessere Preise gebe es nur, wenn Schlachthaken „leer“ blieben. Was die Preisbildung betreffe, hätten die Erzeugergemeinschaften eine bedeutende Position inne.