Niederstetten

Bürgermeisterwahl Gemeinderat legt Termin fest

"Jemand zu finden wird schwierig"

herrenzimmern."Ich denke, es wird schwierig sein, einen geeigneten Bewerber zu finden", sagte Stadtrat Roland Landwehr und sprach damit offenbar auch anderen Gemeinderatskollegen aus der Seele, denen eine gewisse Sorge anzumerken war. Der Gemeinderat diskutierte über die Neubesetzung der Bürgermeisterstelle der Stadt.

Amtsinhaber Rüdiger Zibold hatte bei der Bürgerversammlung eine Woche zuvor bekanntgegeben, dass er nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren würde (wir berichteten) und damit teils kollektives Entsetzen ausgelöst. Als Grund hatte er unter anderem Differenzen mit einzelnen Gemeinderatsmitgliedern angeführt.

Am 4. Februar wird gewählt

Zibolds Amtszeit läuft am 30. April nächsten Jahres ab. Der Gemeinderat hatte jetzt den Termin für die Wahl und eventuell für eine Neuwahl festzulegen. Hier kam das Gremium schnell zu einem Konsens: Gewählt wird am 4. Februar 2018, eine eventuell notwendige Neuwahl könnte am 18. Februar erfolgen.

Weitaus mehr wurde über den Veröffentlichungstermin der Anzeige und die Form der Stellenausschreibung diskutiert.

Nach den Vorgaben des Innenministeriums muss die Veröffentlichung im Staatsanzeiger erfolgen. Der Text ist dabei rein formell. Hauptamtsleiterin Silvia Weidmann hatte Mitte bzw. Ende November als Termin vorgeschlagen, was einige Stadträte als zu spät empfanden und stattdessen eine frühere Veröffentlichung vorschlugen, wie Alexander Böltz, der den September für geeigneter hielt. Manche Stadträte hoffen offenbar, durch eine frühe Bekanntmachung mehr potenzielle Bewerber anzusprechen. Da er sich nicht wieder um die Stelle bewirbt, konnte Bürgermeister Zibold hier sowohl mitstimmen, als auch mitdiskutieren. Das tat er auch, nachdem ihn ein Gemeinderat um eine Stellungnahme gebeten hatte. Zibold hielt eine Veröffentlichung im September für zu früh, da die Bewerbungen bereits einen Tag nach der Stellenausschreibung erfolgen können und gleichzeitig der Wahlkampf beginnt. "Wollen Sie den Bewerbern wirklich fünf Monate Wahlkampf zumuten?", fragte er.

Die Sorge, dass potenzielle Bewerber zu spät von dem Freiwerden der Stelle erfahren könnten, zerstreute Zibold. "Dass ich nicht mehr kandidiere, ist durch den Bericht in der Presse jetzt bekannt", sagte er. Interessenten hätten seiner Erfahrung nach - Zibold hat vier Wahlkämpfe geführt - viele Quellen, aus denen sie sich informieren könnten. "Ich weiß, wovon ich rede", fügte Zibold hinzu.

Roland Landwehr fand, man solle "alles tun, um einen geeigneten Bewerber zu finden". Er regte an, eine Anzeige mit mehr werblichem Charakter aufzusetzen und sie in weiteren Zeitungen zu veröffentlichen.

Neue Beratung im September

Wegen des Veröffentlichungstermins der Stellenanzeige im Staatsanzeiger wird der Gemeinderat nochmals im September beraten und dann einen Termin festlegen.

Dank sprach Stadtrat Ulrich Roth schließlich noch an Bürgermeister Zibold aus, dass er "so früh" bekanntgegeben hat, nicht mehr kandidieren zu wollen und auch dafür, sein Amt "bis zum Ende mit voller Kraft auszufüllen". sem