Niederstetten

An den Kreistag BUND mit dringendem Appell

Keine Bauten im Schutzgebiet

Röttingen.Erneut sollen die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes im Taubertal zu Gunsten eines Baugebiets verschoben werden, moniert der BUND Naturschutz. Die Stadt Röttingen will einen weit einsehbaren Hang am Kapellenberg bebauen. „Als ,Ersatz’ soll unter anderem eine ehemalige Mülldeponie in das Schutzgebiet aufgenommen werden“, so Armin Amrehn, Vorsitzender der Kreisgruppe Würzburg des BUND. „Dies ist eine Mogelpackung“, kritisiert Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN, die Planung, „denn die Hangbebauung würde das Landschaftsbild über Röttingen massiv beeinträchtigt. Das ändert sich auch nicht, wenn man nun eine ehemalige Mülldeponie unter Schutz stellt.“

Schon im Jahr 2000 beschloss der Würzburger Kreistag auf Antrag der Gemeinden im Taubertal zahlreiche Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet/LSG „Täler der Tauber, Gollach, Steinach und umgebende Wälder“ herauszulösen, um eine Bebauung landschaftlich wertvoller Bereiche zu ermöglichen. Unter anderem sei so die Entstehung eines Hauses in Alleinlage über Tauberrettersheim möglich geworden. Eigentlich sollte es keine weiteren Veränderungen mehr geben. Doch nun beantragte die Stadt Röttingen erneut eine Verschiebung der LSG-Grenzen. So soll zum Beispiel nur wenige Meter unterhalb des Käpelle am Kapellenberg ein lukratives Baugebiet mit einer Größe von rund 26000 Quadratmetern erschlossen werden.

Der Kapellenberg sei aber ein wichtiger Aussichtspunkt – mit seiner Kapelle ein Blickfang in der Region und von besonderer landschaftlicher Bedeutung. Die Fläche liege zudem in einem Vogelschutzgebiet, sei damit europarechtlich geschützt und grenze unmittelbar an ein FFH-Schutzgebiet an.

Der Bau- und Umweltausschuss des Landkreises hat den Plänen zugestimmt. BUND Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und der Naturschutzbeirat des Landkreises Würzburg hatten sich zuvor klar gegen das Vorhaben ausgesprochen.

Der BUND appelliert eindringlich an den Kreistag, dieser „Mogelpackung“ nicht zuzustimmen. Zwar würde das LSG dadurch insgesamt an Fläche gewinnen, aber ein zentrales Schutzziel – die Bewahrung der Schönheit, Vielfalt und Eigenart des Landschaftsbildes – werde so missachtet. pm