Niederstetten

Ab 2017/2018 Zehnprozentige Erhöhung / Kostendeckungsgrad von 20 Prozent von Verbänden gefordert

Kindergartenbeiträge steigen an

herrenzimmern.Um zehn Prozent werden im Kindergartenjahr 2017/2018 die Beiträge der städtischen Kindergärten Niederstetten, Rinderfeld und Vorbachzimmern steigen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend schweren Herzens, aber einstimmig, beschlossen.

730 000 Euro hat die Stadt Niederstetten im letzten Jahr insgesamt für die Kinderbetreuung ausgegeben. Dieser Ausgabeposten, das machte Bürgermeister Rüdiger Zibold deutlich, ist immer der mit Abstand größte Ausgabeposten der Stadt im Verwaltungshaushalt.

Nur einen geringen Anteil der Kosten, 15,7 Prozent, tragen die Eltern zu den Kosten bei. Zu wenig, wie die kommunalen Landesverbände finden, denn sie empfehlen den Kommunen einen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent. Wird dieser nicht erreicht, machte Bürgermeister Rüdiger Zibold klar, bekommt die Stadt Probleme, wenn sie vom Land Zuschüsse für Projekte will, die sie nicht allein schultern kann. Die werden einer finanzschwachen Kommune wie Niederstetten nämlich nicht gewährt, wenn von ihr nicht alle möglichen Einnahmequellen ausschöpft wurden.

Hauptamtsleiterin Silvia Weidmann, die für die Kindergärten zuständig ist, hatte ausgeführt, dass die Personalkosten den größten Anteil an den Kindergartenkosten ausmachten. Der sei von der Stadt jedoch kaum beeinflussbar, weil ein gewisser Personalschlüssel eingehalten werden muss, sonst bekommt die Stadt keine Betriebserlaubnis für die Einrichtungen.

Weidmann hatte vor der Gemeinderatsentscheidung die Elternbeiräte der betroffenen Einrichtungen gefragt, ob sie mit der Erhöhung leben könnten. Während sich die Kindergärten in Vorbachzimmern und Rinderfeld einverstanden erklärten, legte der Elternbeirat des Kindergartens in Niederstetten eine ausführliche Liste mit Einsparungsvorschlägen vor und bemerkte, "dass die Betreuungsangebote in Niederstetten nicht mehr zeitgemäß" seien. Unter anderem schlugen die Eltern die Schließung der zweiten Gruppe im Kindergarten Rinderfeld vor, die gruppenmäßige Umverteilung der Kinder in Vorbachzimmern, um dadurch mehr Ganztagsplätze zu schaffen. Schließlich regten sie an, keine zweite Ganztagsgruppe in ihrem eigenen Kindergarten zu eröffnen.

"So eine Erhöhung macht keiner gern", sagte Stadtrat Klaus Lahr, der den Kindergartenbesuch "am liebsten kostenlos anbieten" würde. Doch der "Riesenabmangel" müsse "in gewissem Umfang" an die Eltern weitergegeben werden, "sonst steigt uns die Gemeindeprüfungsanstalt aufs Dach".

Nicht nachvollziehen konnte Lahr die Stellungnahme der Niederstettener Eltern. Er schlug vor, deshalb das Gespräch mit dem Elternbeirat zu suchen. Hier stimmte ihm Bürgermeister Zibold zu. Bei dem Gespräch soll auch die flexible Zubuchung von Betreuungszeiten in den Kindergärten Thema sein.

Eine weiteren Elternvorschlag nahm der Gemeinderat einstimmig an, wenn dieser von der Versicherungsseite her rechtlich möglich ist, das so genannte "Platz-Sharing": Zwei Familien können sich einen Ganztagsbetreuungsplatz am Nachmittag teilen. Dabei ist jeweils eine von zwei Kindergartenfamilien auch für die Ganztagsbetreuung angemeldet, die Nachmittagsbetreuung kann aber abwechselnd auch von der zweiten Familie genutzt werden. Einzige Bedingung : "Das Finanzielle machen die Eltern unter sich aus", sagte Silvia Weidmann.

Die Erhöhung des Kindergartenbeitrags um zehn Prozent wurde dann einstimmig beschlossen. sem