Niederstetten

Leserbrief Zu den Streichungen von Pfarrerstellen im Bereich Niederstetten

Kirche ist auch, auf die Menschen zuzugehen

Mit Abscheu, Verärgerung, Unverständnis und Ablehnung hat man in Oberstetten die angepeilte Streichung des Pfarramtes Oberstetten zur Kenntnis genommen. Wissen Dekanat und Synode überhaupt um die Pfarreistelle Oberstetten Bescheid?

Das Kirchengebäude kann auch vom Volumen her größere Veranstaltungen aufnehmen. Oberstetten ist eine mitgliederstarke Pfarrei mit Nebenräumen im Pfarrhaus und gutem baulichen Zustand. Bleibt die Frage: Wer hat von wem, wann und warum die Vollmacht erhalten, über das Pfarramt diktatorisch zu bestimmen? Im Mitteilungsblatt ist unter anderem zu lesen: Evang. Kirchengemeinde Oberstetten. Pfarramt Adolzhausen ---, ev. Gemeindebüro Adolzhausen ---, Bürozeit der Kirchenpflege --- im Pfarramt Niederstetten, Ansprechpartner für die Kirchengemeinde Oberstetten: Pfarrer Dominik Frank Wildentierbach. Alle benötigten Formulare/Unterlagen bitte weiterhin über das Pfarrbüro Adolzhausen anfordern“. Weiß hier überhaupt noch die linke Hand, was die rechte Hand tut?

Oder gehören die Weisungsbefugten zu denen, wie geschrieben steht: „Und sie trugen seltsame Gewänder und irrten planlos umher?“ Kirche ist auch, auf die Menschen zugehen und nicht das kleiner werdende Häuflein zu verärgern und spalten. Vor ein paar Monaten haben wir gesungen: „und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“. Im Schnellzug entfernen wir uns von der vielbesungenen Weihnachtsbotschaft.

Und noch eines. In einem Nachbardekanat wurden 2017 auch Pfarrstellen neu besetzt; Resultat: Je zwei kleinere Gemeinden als Oberstetten erhielten einen Pfarrer! Sonst noch Fragen? Keine Ausreden – ehrliche Antworten. Es ist für die Kirchenoberen unwürdig, mit diktatorischem Elan Entscheidungen herbeiführen zu wollen.