Niederstetten

In der Gemeinderatssitzung Tiefbauarbeiten im Bereich des geplanten UFZ zugestimmt

Räte vor der „Schnappatmung“

Niederstetten.„Ich war kurz vor der Schnappatmung“, so Stadtrat Ulrich Roth bei der Ratsdiskussion zur „Neuordnung der Entwässerung im Zuge des Neubaus des UFZ“ auf dem früheren Hallenbad-Areal. Hintergrund der Aufregung, die sich bei Roths Stadtratskollegen Klaus Lahr bereits zu einer gewissen Wut entwickelt hatte: die Tiefbaumaßnahme kommt an die 300 000 Euro teurer, als vom Ingenieurbüro zunächst errechnet. Die Stadt landet damit fast bei einer Million Euro. „Zu viel Geld für öffentliche Bauten“, wetterte Lahr vor dem Gemeinderat.

Die Sachlage: Auf dem Gelände herrscht ein schieres Wirrwarr an Anschlüssen, Leitungen und Kanälen. Dieser Bestand muss in ein neues „Leitungsbündel“ umgebaut werden, bevor mit dem Neubau des Umschulungszentrums begonnen werden kann. Weil es schnell gehen musste, hatte auch das Ingenieurbüro wenig Zeit, die Kosten zu ermitteln. Nach einer Bodenuntersuchung wurde zudem klar, dass z.B. der Aushub nicht mehr sinnvoll wieder eingebaut werden kann. Dazu kommen noch deutliche Kostensteigerungen auf dem Bausektor – und der Gemeinderat hatte nach der Ausschreibung eine Kröte zu schlucken. Zuwarten bringe nichts, billigere Lösungen seien nicht zu erwarten, hieß es in der Sitzung.

Die Wiesenbacher Firma Steinbrenner hatte mit 918 000 Euro das günstigste Angebot eingereicht – sie kann immerhin sofort nach Ostern mit dem Aushub beginnen und die Tiefbaumaßnahme bis zum Herbst fertigstellen.

Zahlreiche Stadträte äußerten ihren Frust über die mangelnde Planungssicherheit. Von Bürgermeisterin Heike Naber kam aber die Erkenntnis, dass „die Hausaufgaben im Untergrund gemacht werden müssen, bevor man oben baut.“

Bei zwei Gegenstimmen wurde der vorgestellten Vergabe am Ende zugestimmt.