Niederstetten

Genossenschaft Geschäftsführer freigestellt, zehn neue Filialen erworben, Markt umgebaut / 2017 war für die LBV ein Jahr der Herausforderungen

Umsatz auf über 61 Millionen Euro angewachsen

Archivartikel

Schrozberg.Der Umsatz der LBV in Schrozberg ist auf über 61 Millionen Euro angewachsen. Mit der Übernahme der Mühlenbeck-Bäckerfilialen sind mehr als 100 neue Mitarbeiter hinzugekommen. Von Guido Seyerle

Neuer Geschäftsführer nach ein paar Monaten freigestellt, Mittelstandsbäckerei übernommen und dadurch zehn neue Filialen erworben, Edeka-Markt renoviert und umgebaut – die LBV in Schrozberg hatte 2017 manche Herausforderung zu meistern. Doch wer gedacht hatte, dass dies eine unruhige Generalversammlung nach sich ziehen würde, wurde am Freitag eines Besseren belehrt. Alle Wahlen und Beschlüsse wurden einstimmig gefasst, es gab nicht einmal eine Enthaltung von den rund 400 Genossen.

Die Schrozberger Bürgermeisterin Jacqueline Förderer überraschte mit ihrem Grußwort: „Ihr neuer Geschäftsführer Andreas Rohr wird die Geschäfte gut leiten – wenn man ihn denn lässt.“ Einige Besucher grinsten, einige klatschten. Der Aufsichtsrats vorsitzende Erwin Brümmer erwiderte: „Jeder Geschäftsführer kann sich bei uns entwickeln.“ Vorstandsvorsitzender Rudolf Herrmann ergänzte daraufhin: „Zum Lassen gehört auch das Wollen.“

Damit war das Personal-Missverständnisses des vergangenen Jahres durch, und die Redner konzentrierten sich auf die Vorstellung des Geschäftsberichts. „Es war ein ereignisreiches Jahr“, fasste es Rudolf Herrmann zusammen. „Wir arbeiten wirtschaftlich und sind gesund. Aber der Druck auf die Betriebe wird immer höher.“ Und in Bezug auf die Politik: „Wir brauchen klare Vorgaben für die Betriebe.“ Der Mühlenbrand in Lobenhausen führte dazu, dass auch die LBV ihre Düngerlager überprüfen und umbauen ließ.

Die Bäckereisparte stand 2017 im Zeichen der Übernahme der Filialen der Mühlenbeck GmbH. Mehr als 100 neue Mitarbeiter wurden integriert, innerhalb von 14 Tagen erfolgte der Umbau und die Wiedereröffnung von zehn Filialen. Mehrere Redner lobten das Engagement des ehemaligen LBV-Geschäftsführers Friedrich Thürauf, der für die schnelle Integration in die bestehende Betriebsstruktur gesorgt habe. Thürauf selbst zeigte sich bescheiden: „Es gab viel zu tun, aber ich habe es gerne gemacht.“

Durch die Übernahme stärkt die LBV ihre Präsenz im Kocher- und Jagsttal, die Anzahl der Bäckerei-Filialen ist auf 29 angewachsen. Die Genossenschaft hofft, dadurch auch dem Druck der Discounter mit ihren Backshops entgegenzuwirken.

Eine der größten Investitionen war der Umbau des Edeka-Marktes in Gerabronn für rund 750 000 Euro. Wie stark die LBV in den vergangenen Jahren investiert hat, zeigt sich bei den Abschreibungen auf Maschinen und Anlagen, die 2017 rund 1,3 Millionen Euro betrugen und laut Brümmer auch in den nächsten Jahren hoch bleiben werden: „Wir werden weiter den notwendigen Investitionsbedarf umsetzen.“

Übernahme „gute Entscheidung“

Mit viel Lob wurde Regina Bauer-Klein bedacht, die die Aufgaben des Geschäftsführers noch bis zum 1. August wahrnimmt. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, was hier geleistet worden ist“, sagte Brümmer. Bauer-Kleins Hauptaufgabe ist sonst die Leitung des Rechnungswesens.

Wirtschaftsprüfer Daniel Schmälzle bescheinigte der LBV sinnvolles Wirtschaften. Die Investitionen hätten dafür gesorgt, dass „das Jahresergebnis nicht vollständig zufriedenstellend“ ist. Aber die Übernahme der Mühlenbeck-Bäckerei sei eine gute Entscheidung gewesen.

Momentan beträgt die Eigenkapitalquote 27 Prozent. „Und die Landwirtschaft bleibt unser Hauptgeschäftsfeld“, stellte Erwin Brümmer klar. gsy