Niederstetten

Leserbrief Zu „Kirche ist auch, auf die Menschen zuzugehen“ (31. März)

Unfähigkeit, bestimmte Dinge anzunehmen

Wie nennt sich das eigentlich, wenn drei Kirchengemeinden versuchen und bereit sind, eine vierte Gemeinde zu integrieren? Vergebliche Mühe?!

Wie nennt sich das, wenn ein Pfarrer nach Lösungen sucht, die für alle Beteiligten einigermaßen annehmbar sind – auch wenn es beispielsweise bedeutet, vom bisherigen, über Jahre bewährten Gottesdienstmodell abzuweichen? Auf die Menschen zugehen!

Eine Aufgabe, die in einer Vertretungsphase keinesfalls selbstverständlich ist und ein Höchstmaß an Mehrarbeit, Koordination und Kooperation erfordert und unbedingt unterstützt werden muss. In diesem Zusammenhang sollte man zudem berücksichtigen, dass auch die drei anderen Gemeinden von dieser Umstellung betroffen sind und sich auf die neuen Gegebenheiten einlassen müssen.

Wie nennt sich das, wenn über die derzeitige, schwierige Situation heftig diskutiert wird? Absolut verständlich und nachvollziehbar! Doch wie nennt sich das, wenn sich einzelne Personen ohne informierten Hintergrund zu persönlichen Angriffen und unsachlichen Kommentaren hinreißen lassen? Planloses Umherirren? Ja!!

Tatsache ist, dass sich bislang niemand auf die ausgeschriebene Pfarrstelle Oberstetten beworben hat und sie aus diesem Grund nicht besetzt werden kann! Der Verweis auf benachbarte Dekanate hinkt insofern erheblich und allzu leicht verdrängt man die Frage, warum dort eine so zügige Wiederbesetzung möglich war.

Im Übrigen besitzen auch die anderen Gemeinden entsprechende Gemeinderäume, die genutzt werden; Gotteshäuser, die es zu füllen gilt und funktionierende Gruppen und Kreise, die voller Freude und Engagement das Gemeindeleben mitgestalten!

Das „Umherirren“ in den kirchlichen Nachrichten zeugt dann doch wohl eher von einer eigenen Unfähigkeit, bestimmte Dinge anzunehmen und von einem Bestreben, an Zöpfen festzuhalten, die zwangsläufig abgeschnitten werden. Streichungen von Pfarrstellen sind natürlich schmerzhaft und sicherlich keine gute Lösung – doch die vorliegenden Zahlen und Fakten führen unabdingbar zu diesen Konsequenzen.

Wir sollten endlich lernen, unseren Unmut und die daraus resultierende Unzufriedenheit in positive Kräfte umzuwandeln um nach vorne zu sehen und miteinander ein Gemeindeleben im Sinne Jesu Christi zu entwickeln: mit Respekt und Achtung voreinander und im Vertrauen darauf, dass sich aus der verfahrenen Situation auch Gutes ergeben kann!!

Kirche sind WIR alle – Eine/Einer allein kann keine Gemeinschaft bilden und keine Zusammengehörigkeit entwickeln!!!