Niederstetten

Katholischer Kirchenchor Weikersheim Leiter Erich Sittinger seit 40 Jahren in Weikersheim aktiv und bereits 60 Jahre lang Organist

Viele Jahrzehnte lang zur Ehre Gottes gesungen

Weikersheim.Über vier Jahrzehnte hinweg singt der Katholische Kirchenchor aus Weikersheim allen Hindernissen zum Trotz für die Kirchengemeinde „zum Heiligen Blut“ in regelmäßigen Zeitabständen zum Lobe Gottes und für die Ausgestaltung verschiedenster Feierlichkeiten.

Der „harte Kern“ war und ist nicht einzuschüchtern oder wurde inaktiv, obwohl die mediale Allgewalt der letzten Jahre das Ihrige (Irrige) dazu beigetragen hat, die Chorgemeinschaft in ihrem Bestand zu gefährden, was aber gerade die Gründungsmitglieder anzuspornen wusste, sich als die „kleine Herde“ zu fühlen, gemäß dem biblischen Wort: „Fürchte Dich nicht, du kleine Herde, denn ich bin mit Dir“.

Um die Hälfte verkleinert

War die Singgemeinschaft früher so groß wie der Chor alt ist, zeigt er sich heute über die Hälfte verkleinert, der sich aber nicht scheut, in den zu einem Kirchenkonzert, oder besser gesagt, zu einem Dankeskonzert zusammen mit dem Kirchenchor Wachbach einzuladen. Eigentlich war dieses Konzert in den nächsten Tagen geplant gewesen. Wegen diverser Terminüberschneidungen wird das Jubiläumskonzert auf Anfang Februar verschoben.

Pfarrer Münkel hob vor vier Jahrzehnten die ansehnlich stolze Schar aus der Taufe und segnete sie. Und die Tropfen des Weihwassers sind immer noch nicht vertrocknet und verleihen Kraft und Zuversicht zu weiterem Tun. Und wenn der Chor noch heute seine wundervolle Arbeit weiterführt, nämlich die Liturgie des Gottesdienstes verständlicher zu machen, die Herzen der Gläubigen zu erfüllen und sie alle in ihrem Glauben zu bestärken, dann ist dies natürlich der Freude und Begeisterung der Sängerinnen zu verdanken, aber auch dem Chorleiter Erich Sittinger, der immer wieder und schon lange vor dem Zitat von Angela Merkel mit dem Spruch: „Wir schaffen das“ zum Weitermachen aufrief.

Die Arbeit mit der älteren Generation war Sittinger lieber, als mit jungen Leuten zu arbeiten, weil sie Witz und Humor besser verstehen und nicht alles sofort auf sich beziehen. Chorleiter Sittinger ist seit 40 Jahren in Weikersheim und bereits 60 Jahre lang Organist.

„Gehst Du an einer Kirche vorbei und hörst die Orgel darin spielen, so gehe hinein und höre zu. Wird es Dir gar zu wohl, Dich selbst an die Orgelbank setzen zu dürfen, so versuche Deine Finger und staune vor der Allgewalt der Musik“, sagte Robert Schumann.

Und Victor Hugo meinte, dass die Musik das zum Ausdruck bringt, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist. Der Franzose und Autor des Werkes „Der Glöckner von Notre Dame“ hatte es dem jungen Sittinger angetan. Und weil er als Schüler sich der Wissenschaft der Theologie schon längst verschrieben hatte, war sein Lebensweg sehr früh vorgegeben. Die Romanistik, Theologie und die musica sacra bestimmten seither seinen Lebensweg, dem er am Gymnasium Weikersheim mit überzeugender Verve nachgehen konnte, auch wenn er, wie er sagt, nie Musik studiert hatte, nie Klavier- oder Orgelunterricht bekam, sondern dieses Fach autodidaktisch immer an die erste Stelle seiner Arbeit setzte und heute auf weit über zehntausend gespielte Messen zurückschauen kann.

Ein ganzes Orchester

„Die Orgel ist ohne Zweifel das größte, das kühnste und das herrlichste aller vom menschlichen Geist erschaffenen Instrumente. Sie ist ein ganzes Orchester, von dem eine geschickte Hand alles verlangen, auf dem sie alles ausführen kann“ (Honoré de Balzac).

Organist Erich Sittinger, der sich nebenbei gesagt, nicht mit hauptberuflichen Organisten messen will und kann, sondern nur in der Hingabe und der Verantwortung am Spieltisch gleichauf sein möchte, geht noch weiter und sieht im Prospekt einer gelungenen Orgel die Notenblätter und hat die Vorstellung von Musik in seinen Ohren. So hegt er die große Hoffnung, dass in allen Landen die Liturgie und die „musica sacra“ die Herzen vieler immer wieder neu erreicht. gho