Niederstetten

Naturschutztag Vertreter des Albvereins im Burgberg-Tauber-Gau trafen sich in Niederstetten

Vom Biber bis zur Küchenschelle

Archivartikel

Niederstetten.Von Fichtenau bis Bad Mergentheim folgten die Naturschutzwarte und weitere Interessierte der Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins der Einladung der Gau-Naturbeauftragten Waltraud Leinen nach Niederstetten. Dort hielt Siegfried Dehner, Naturschutzwart der Ortsgruppe , einen Vortrag über den Biber.

Ortsgruppenvorsitzender Helmut Leitner berichtete, dass die Ortsgruppe eine Patenschaft für die Pflege eines 2,4 Hektar großen Grundstückes am Pfitzinger Berg übernommen hat. Er hatte das Grundstück mit seiner Orchideenpracht und den lilafarbigen Küchenschellen noch gut in Erinnerung. Mangels Beweidung und Pflege verbuschte die Hanglage jedoch so stark, dass die seltene Blumenpracht verschwand.

Der Landschaftserhaltungsverband beseitigte im Winter ein Großteil des Buschwerkes. Die Ortsgruppe wird sich zunächst die nächsten sechs Jahre darum kümmern, dass die ehemalige Magerwiese einmal jährlich gemäht und abgeräumt wird, damit dann hoffentlich bald die Blumen wieder blühen.

Nach Auswertung der Berichte wurden 2017 im Gau rund 700 ehrenamtliche Stunden geleistet. Dazu gehören Landschaftspflege, Betreuung von Laichwanderungen über Nistkastenbau, aber auch Führungen mit Kindern und Erwachsenen, Schnitt von Streuobstbäumen, Kontrollen von Naturdenkmälern, Müll einsammeln und vieles mehr. Nach Beobachtungen der Naturschutzwarte hat sowohl wilde Müllentsorgung in der Landschaft als auch das Wegwerfen von Verpackungen jeglicher Art, vor allem entlang von Straßen und Parkplätzen stark zugenommen.

Siegfried Dehner ist einen von 67 ehrenamtlich tätigen Biberberatern im Land Baden-Württemberg . Er ist nicht nur Ansprechpartner, wenn es Probleme im Uferbereich im Zusammenhang mit den Bautätigkeiten des Nagers gibt, sondern informiert auch in Führungen über die Biologie dieser faszinierenden Tierart.

Eine Nase voll „kosten“

Die weiblichen Biber, die erst im dritten Jahr geschlechtsreif werden, bekommen im Durchschnitt drei Junge, die in den ersten zwei Jahren in einer Familie leben. Da der Biber auch manchmal zu Fuß unterwegs ist, wenn er eine gute Futterquelle abseits vom Gewässer entdeckt hat, ist er auch öfters Opfer des Verkehrs. Siegfried Dehner hatte sogar ein Gläschen Bibergeil, das Duftsekret des Bibers, dabei, wo jeder einmal eine Nase voll „kosten“ konnte.

Dehner betonte, dass die Gewässerökologie und -sauberkeit mit dem Biber erheblich besser werde. Die Staudämme filtern Schwebstoffe aus dem Wasser, es entstehen immer wieder beruhigte Wasserbereiche durch den Dammbau. Dort finden Fische gute Versteckmöglichkeiten und Amphibien können besser ablaichen. pm