Niederstetten

Leserbrief Zu „Ganzer Ort steht nachts im Bett“ (FN 28. März)

Wind- und Solarenergie unverzichtbar

Archivartikel

Lieber H. Sailer, wir Leser der Fränkischen Nachrichten haben schon lange begriffen, dass sie gegen Windparks und Solarfelder eine ausgesprochene Abneigung haben. Sie können also aufhören, mit ihren Leserbriefen die Leute gegeneinander aufzubringen.

Was sie anscheinend nicht begriffen haben, ist die Tatsache, dass wir auf diese Art der Energiegewinnung (im Rahmen der erneuerbaren Energien) mit angewiesen sind, wenn wir unseren Enkeln noch eine halbwegs intakte Erde hinterlassen wollen.

An Ihrem Leserbrief kann ich erkennen, dass Sie auch an der Veranstaltung des Landkreises im Kursaal Bad Mergentheim teilgenommen haben. Nochmals zur Erinnerung an das, was Sven Plöger und die anderen dort vorgetragen haben: Wir verbrauchen im Moment das doppelte an Ressourcen, die pro Jahr pro auf unserer Erde nachwachsen, mit der Tendenz zum dreifachen in naher Zukunft. Unser Temperaturprofil in den letzten 100 Jahren in Dekaden gemessen, zeigt nur in eine Richtung, nämlich schräg nach oben.

Die Permafrostböden in Sibirien werden langsam auftauen, das enthaltene Methan wird aufsteigen mit verheerenden Folgen. Den Leuten in der Südsee wird das Wasser sprichwörtlich bis zum Halse stehen. Die Niederlande vor unserer Haustür liegen vom Meeresspiegel gesehen zum Großteil unter Normal Null, mit dadurch gravierenden Folgen. Der Jet-Stream steigt laut Nasa immer höher und wird langsamer mit negativen Folgen.

Diese Liste lässt sich leider unendlich fortsetzen. Es wird also allerhöchste Zeit, dass wir unser Verhalten der Umwelt gegenüber ändern. Alexander Gerst hat uns das mit seiner Bitte um Entschuldigung an unsere Enkel aus der Raumstation genauso gesagt, wie unsere Schulkinder dies an jedem Freitag mit ihrer Ermahnung an uns tun (in der Hoffnung, dass unsere Politiker weltweit, dies endlich auch begreifen und handeln). Wir alle wissen um die Nachteile von Windenergie und Solarstrom, die beiden sind aber leider ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein der Energiewende.

Herr Sailer, es ist fünf nach zwölf, machen Sie mit, helfen Sie dabei, die Energiewende zu gestalten, damit wir unseren Enkeln eine lebenswerte Erde hinterlassen.

Und denken sie daran, unser Leben ist voller Kompromisse, wovon das Akzeptieren von Photovoltaik und Windenergie nicht das größte Problem sein dürfte.