Osterburken

Schüleraustausch in Osterburken Im Rahmen des europaweiten Erasmus-Projektes kamen 18 Jugendliche aus Brügge nach Osterburken ans GTO

Ökostrom als Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit

Archivartikel

Osterburken.Im Rahmen des Erasmus-Projektes weilten 18 Schüler aus der belgischen Partnerschule aus Brügge beim GTO in Osterburken, die seit 2017 die koordinierende Schule dieses Schüleraustausches ist. An diesem Projekt mit dem Namen „S.P.E.E.D“ beteiligen sich zudem Partnerschulen aus den Ländern Italien, Schweden, Belgien, Ungarn und Rumänien. Hauptziele des Projektes sind die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa, die Förderung erneuerbarer Energiequellen, unternehmerische Ausbildung sowie Europa als Chance für erfolgreiche berufliche Realisierung für junge Menschen aus allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Der Weg der Selbstständigkeit

Die Schüler werden in Workshops in den Partnerschulen in die Themen eingeführt. Dabei sollen sie lernen, wie man sich in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten selbstständig machen, eine eigene Firma gründen und wo dies in Europa am günstigsten und am wenigsten bürokratisch durchgeführt werden kan. Die dafür notwendigen Kenntnisse erwerben die Schüler im Laufe des zweijährigen Projekts und bauen gemeinsam eine europäische Schülerfirma auf, die eine Elektrotankstelle betreiben und auch verwalten soll. Diese Tankstelle und die Firma wird zunächst in Deutschland aufgebaut, danach der gesamte Prozess zusammengefasst, systematisiert und online veröffentlicht.

Nach diesem Muster wird danach jede Partnerschule, so der zuständige Koordinator Oberstudienrat Konstantin Kostadinov gegenüber unserer Zeitung, ihre eigene Firma gründen und verwalten. Diese wird dauerhaft in der jeweiligen Schule existieren und für die praktische Ausbildung künftiger Jahrgänge zuständig sein. Zentralität ist hierbei das Prinzip der Nachhaltigkeit. Basierend auf das gleiche Prinzip hat man am GTO entschieden, die Elektrotankstelle mit sauberem Strom zu betreiben, da dieser dort bereits seit sieben Jahren durch die installierte Photovoltaikanlage produziert wird. Dies war auch das Endergebnis des gemeinsamen europäischen Projektes „E.Y.E“. Seitdem werden am Ganztagsgymnasium jährlich zwischen 2000 und 3000 Euro Stromkosten eingespart. Dieser Ökostrom wird auch die neue Elektrotankstelle betreiben.

Jedes Partnerland ist für ein Teilprojekt zuständig: Schweden für den Businessplan, Rumänien für das Marketing, Belgien für Human Resources, Ungarn für die Medienpräsenz und Public Relations, Italien für Technical Prototype und Deutschland, das GTO, für die Business Documentation Andy Regulations. Jede Schule wird durch einen Workshop in die allgemeine Unternehmensgründung eingeführt. Nach dessen Abschluss lädt die jeweilige Partnerschule die anderen europäischen Partner ein und präsentiert die Ergebnisse und diskutiert die daraus resultierenden weiteren Schritte im gemeinsamen europäischen Projekt. Weitere Teammitglieder vom GTO sind Julia Söhner und Irene Knapp sowie weiterer beteiligter Lehrer am GTO.

Treffen mit dem Bürgermeister

Die 18 belgischen Schüler weilten zu einer Austauschwoche am Ganztagsgymnasium Osterburken. Nach der Anreise verbrachten die Schüler den Sonntag bei ihren Gastfamilien. Am ersten Schultag stand für sie ein erlebnispädagogisches, gemeinsames Kennenlernen auf dem Programm. Am Dienstag folgte ein Treffen der ausländischen Gäste mit ihren Lehrern und eine Exkursion nach Stuttgart. Ein gemeinsamer Sporttag fand am Mittwoch statt. Nach einer Unterrichtshospitation folgte am Donnerstagmorgen ein Empfang bei Osterburkens Bürgermeister Jürgen Galm, der die belgischen Gäste mit ihren Begleitlehrern als auch Schulleiterin Regina Krudewig-Bartel auf dem Rathausvorplatz begrüßte. Er freute sich, dass auch in diesem Jahr im Rahmen des Erasmus-Projektes wieder Schüler zum Austausch nach Osterburken gekommen sind und das GTO wieder ein Gastgeber dieses tollen Projektes ist. „Wir leben Europa“, so Galm, „nach vielen Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in einer anderen Form. Die europäischen Länder sind auch politisch etwas zusammengewachsen, doch gibt es derzeit immer wieder Dinge, wo man das Gefühl hat, dass jeder in seinem Land wieder auf sich selbst schaut.“ Dies sei natürlich, so der Bürgermeister, gefährlich, denn die Probleme könne man eigentlich nur gemeinsam lösen. Dazu gehöre auch, dass jeder junge Mensch eine Arbeit und Ausbildung finde und dass die Menschen mit den ihnen zur Verfügung stehenden begrenzten Ressourcen vernünftig umgehen. Das Projekt, das in diesem Jahr angelaufen sei, mit der Übungsfirma und dem Solarproblem passe dazu. Darüber hinaus hofft Galm, dass man sich auch gegenseitig kennenlernt, die gegenseitigen Kulturen schätzen lernt und damit auch das Verständnis für alle verschiedenen Nationen in Europa finden wird.

Am Donnerstagnachmittag stand der Besuch des Römermuseums auf dem Programm sowie eine Wanderung entlang des Limes. Die abendliche Abschiedsparty im GTO wurde von Konstantin Kostadinov zusammen mit den Eltern organisiert, zu der auch viele Verwandte und Bekannte gekommen waren. Gemeinsam wurde eine positive Bilanz der Austauschwoche gezogen. Die Schulleitung war ebenfalls an diesem Abend präsent und zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen des Schüleraustausches. Am Freitag reisten die Schüler begeistert von den schönen Tagen in der Römerstadt in ihre Heimat nach Brügge zurück, mit der Gewissheit, dass man sich bald wiedersehen werde. Zum gleichen Zeitpunkt besuchten eine Gruppe von 26 Schülern des Ganztagsgymnasium Osterburken die belgische Partnerschule in Brügge. Begleitlehrer waren Dirk Schneider und Juliane Oehrl. F