Osterburken

Prunksitzung in der Baulandhalle „In Borke wor dieses Johr nix lous – aber 55 Johr Elferrat, des feiern mir grouß“ lautete das Motto / Die Stimmung hätte nicht besser sein können

Akteure liefen bei Super-Show zur Hochform auf

Archivartikel

Eine solche Prunksitzung wie am Sonntagabend in „Borke“ hat die alt-ehrwürdige Baulandhalle, die voll besetzt war, sicherlich noch nicht so oft erlebt.

Osterburken. Getreu dem Jahresmotto „In Borke wor dieses Johr nix lous – aber 55 Johr Elferrat, des feiern mir grouß“ wurde bei der Prunksitzung mehr als fünf Stunden lang kräftig gefeiert, geschunkelt und gelacht.

Die Stimmung bei der Jubiläumssitzung hätte nicht besser sein können. Die Akteure aus Borke und von den befreundeten Vereinen aus dem Narrenring liefen bei dieser einmaligen Super-Show zur Hochform auf und präsentierten eine Sitzung der Superlative. Krachende Büttenreden, glanzvolle und akrobatische Tänze und Shows lösten sich ab.

Präsident „Rossi“ (Andreas Geiger) führte wie immer gekonnt und witzig durch das närrische Programm. Die „beste Sitzungskapelle der Welt“, die Stadt- und Feuerwehrkapelle Osterburken unter neuer Leitung ihres neuen Dirigenten Edgar Adelmann, die unermüdlich aufspielte und immer den richtigen Ton fand, heizte bereits zu Sitzungsbeginn mit fastnachtlichen „Ohrwürmern“ die Stimmung so richtig an.

Nach den obligatorischen elf Paukenschlägen folgte unter den Klängen des Narrhallamarsches der lautstarke Einzug der Ranzengarde, der Gruppierungen, des Elferrats und der einzelnen Garden, die von Präsident „Rossi“ begrüßt wurden.

Nach dem gemeinsam gesungenen „Borkemer Wüschele-Lied“, einer Schunkelrunde und der Vorstellung des Kampagnen-Mottos wurden die Ehrengäste begrüßt, darunter Osterburkens Bürgermeister Jürgen Galm sowie Klaus Gramlich aus dem benachbarten Adelsheim.

Dann folgte der Einstieg in das närrische Programm. Erster Glanzpunkt des Abends war der Auftritt der kleinen Mini-Fünkchen, die sich mit ihrem „Zirkus Piccolino“ präsentierten.

Viele Gastabordnungen

Ein buntes Bild auf der Bühne boten auch die vielen Gastabordnungen. Jürgen Farrenkopf von den „Schnapsbrennern“ aus Höpfingen entbot einen herzlichen Willkommensgruß – und schon schwappte die erste „La-Ola-Welle“ durch den fastnachtlich geschmückten Saal.

Die „Blauen Funken“ zauberten unter dem Titel „Genießt eure gemeinsame Zeit“ einen prächtigen Schautanz auf die Bühne. Damit haben sie sich auch den Narrenringmeistertitel ertanzt.

Für erste Attacken auf das Zwerchfell sorgten die beiden Schweinberger Klopapierrollentester „de Karl“, Andreas Poser und Andreas Leiblein von der „Testung Warenstift“. Als Assistent fungierte Osterburkens Bürgermeister Jürgen Galm. Der Refrain wurde vom Publikum begeistert mitgesungen.

Mit dem Tanz „Es war einmal Frau Holle“ durch die „Roten Funken“ des Elferrates ging es dann „märchenhaft“ im Programm weiter. Nach einem dreifachen „Borke Ahoi“ gaben die Tänzerinnen noch eine kurze Zugabe.

Peter Bienert von der FG „Hordemer Wölf“ war als „Isegrim vom Unterschloss“ nach Borke gekommen und erhielt für seine geschliffene politische Bütt viel Beifall.

Nach einer ersten Schunkelrunde – „ein bisschen Bewegung tut gut“, sagte Rossi – folgte die Show „Shrek“ der „Original Borkemer Kirnausträndler“. Als Garanten für beste Unterhaltung erwiesen sich auf der Borkemer Bühne, dank fetziger und trockener Sprüche, Büttenass Ralf „Zack“ Zang (FG „Schneeberger Krabbe“) und „Goikerle“ Lina mit ihrem närrischen Jahresrückblick. Ein toller Beitrag, für den beide viel Applaus erhielten.

Als „Mädels der landwirtschaftlichen Hochschule“ präsentierte sich das „Borkemer Bauernballett“, ehe das Borkemer Fastnachtsurgestein Tamara Belz als „Frau Vogel“ eine zwerchfell-erschütternde Bütt präsentierte. „In jede Sitzung gehört eine schöne Frau – und hier bin ich“. Sie fragte unter anderem: „Kennt ihr den Unterschied zwischen einem Mann und einem Joghurt? Letzterer hat jedenfalls Kultur.“ Rossi war von dieser Bütt so angetan, dass er eine „Rakete“ in den Baulandhimmel steigen ließ. Mit einer Zugabe und einem dreifach-kräftigen „Borke Ahoi“ verabschiedete sich Frau Vogel nach einer gemeinsamen „rhythmischen Sportgymnastik“ von der Bühne.

Glanzleistungen

Eine tänzerische Glanzleistung lieferte die Prinzengarde der „Höpfemer Schnapsbrenner“.

Einen souveränen Auftritt hatte Sicherheitsinspektor Wolfgang König. Der Wortakrobat der „Höpfemer Schnapsbrenner“ brachte die Halle zum Kochen, indem er mit Bürgermeister Jürgen Galm die Fluchtwege besprach und auch an Wirrungen der deutschen Sprache erinnerte.

Einen Jahresorden gab es für die anwesende Prominenz. Bürgermeister Galm freute sich in seinem närrischen Grußwort, dass der Elferrat ein so lustiges Jahresmotto hat. Er entgegnete aber, dass im vergangenen Jahr in Borke doch viel los gewesen sei.

Ein tänzerischer Augenschmaus war der glänzende „Jubiläumstanz“ durch die „Roten Funken“ und die Elferratsgarde mit Kostümen aus den letzten Jahren.

Erstmals trat der aus dem Fernsehen bekannte Klosterchor aus Amorbach in Borke auf. Der stimmgewaltige Chor, der auch politische Themen besang, war ein besonderes Highlight dieser Jubiläumssitzung und sorgte für richtig ausgelassene Stimmung.

Danach wurde es nochmals richtig lustig in der Baulandhalle: Mit Holger Löffler war das „Liesele vom Fuscheloch“ aus Waldstetten nach Borke gekommen und hatte kurz vor Mitternacht einen großen Auftritt.

Mit den Worten „Guten Morgen“ kündigte „Rossi“ dann das Männerballett der „Rauchschwalben“ aus Bofsheim an. Die Mitglieder zeigten tänzerisch, wie man in einem Irish-Pub feiert. Mit der glänzenden Tanznummer der „Ranzengarde“ aus Borke, deren Mitglieder als „Robin in the Hood“ über die Bühne „schwebten“ und tänzerisch zeigten, wie man in früheren Zeiten so lebte, war man schon auf der Zielgeraden des fast 30 Punkten umfassenden Programmes angekommen.

Bei der „Schlagerparade“ für kleine Leute stand der Saal voller Begeisterung so richtig Kopf. Die „vier Borkemer“ (Erwin Knörzer-Ehrenfried, Sebastian Ehrenfried, Rolf Niklas und Michael „Bama“ Noe) kamen ohne Zugabe nicht von der Bühne.

„Habe fertig“

Es war schon eine Stunde nach Mitternacht, als die Elferratsgarde mit dem Schautanz „Mädelsausflug mit Hindernissen“, der nach Berlin führte, den letzten tänzerischen Glanzpunkt setzte. Für sie gab es nach einer gewährten Zugabe ein kräftiges „Borke Ahoi“. Kurz nach 1 Uhr verabschiedete sich „Rossi“ mit „Habe fertig“ und Worten des Dankes vom „Super Publikum“ und dankte den Helfern vor und hinter der Bühne, die zum prächtigen Erfolg dieser glanzvollen Sitzung beigetragen haben. Zur guten Stimmung, die nicht enden wollte, spielte dann die Stadt-und Feuerwehrkapelle noch lange auf. Diese Sitzung war erneut eine Glanzleistung der „Wüscheli“ im Jubiläumsjahr.

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