Osterburken

Leserbrief zur Transversale Zu „Landlust braucht stabiles Fundament“ (FN 8. September)

„Asphaltwüste als Alterswohnsitz?“

Idyllische Landschaft ohne Lärm, Natur pur soweit das Auge reicht und Urlaubsfeeling das ganze Jahr. Aus diesen Gründen entschieden sich vor 20 Jahren viele Familien, Hemsbach als neue Heimat für sich zu entdecken.

Doch die Idylle trügt. Mit Baubeginn der Umgehungsstraße gehören schlaflose Nächte und Lärm zum Alltag, der auch mit dem Ausbau des Eckenbergtunnels nicht weniger wurde.

Wurde man noch vor zehn Jahren sanft vom Vogelgezwitscher geweckt, wird man heute durch den Lärm von Baufahrzeugen und fahrenden Lkws unsanft aus dem Schlaf gerissen. Vorbei ist das Urlaubsfeeling, wenn selbst beim Lüften der Wohnung das Gefühl erzeugt wird, man stünde auf der Autobahn. Schallschutzwände und Geschwindigkeitsbegrenzungen für Lkw, Fehlanzeige! Dafür frisch gepflanzte Bäumchen, die frühestens in 20 bis 30 Jahren maximal als Sichtschutz dienen werden. Die Lebensqualität der Hemsbacher Bürger wird dadurch erheblich beeinträchtigt.

Auch das Gefühl von Missachtung kommt auf. Der Verkehr wird durch den „Hemsbacher Tunnel“ von Bofsheim ferngehalten und über Zimmern und Seckach geleitet. Natürlich fordern die Betroffenen jetzt Entlastung. Und schon braucht man die Transversale! Die Leidtragenden sind dann einmal mehr die Hemsbacher Bürger, für die noch nicht einmal ein Lärmschutz oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Stundenkilometer im Bereich nach dem Tunnel in Betracht gezogen wird.

Wie es den Hemsbacher Bürgern dabei ergeht, ist scheinbar nicht relevant, die Belange des kleinsten Ortsteils Osterburkens werden schnell unter den Tisch gekehrt und die Existenz auch gerne mal vergessen. Ganz davon abgesehen, dass der Straßenbau einen enormen Eingriff in die Natur zu Folge hat und der Lebensraum zahlreicher Wald- und Wiesenbewohnern mutwillig zerstört wird. Damit wird auch sprichwörtlich der Raum zunichtegemacht, in dem sich hierzulande noch Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen.

Während Landrat Dr. Brötel die Transversale als „deutliche Verbesserung für den gesamten Landkreis“ darstellt, wird dadurch die idyllische Lebensgrundlage und Alterswohnsitz der Hemsbacher Bürger in Frage gestellt. Oder würden Sie einen idyllischen Alterswohnsitz gegen eine Asphaltwüste eintauschen? Profitieren wird von der Transversalen ausschließlich die Stadt Buchen und der Durchgangsverkehr aus Aschaffenburg.