Osterburken

Leserbrief Fluchttiere werden von hinten ergriffen

Attacken von Bussarden in Osterburken

Als ich im Pfingstgottesdienst die Lesungsstelle aus der Apostelgeschichte (2.1-11) „… dass plötzlich vom Himmel her ein Brausen kam…“ hörte, musste ich schmunzeln, denn just an diesem Morgen hatte ich beim Joggen im Wald fast ein solches Erlebnis.

In Gedanken in der Laufbewegung und im Laufrhythmus versunken, verspürte ich „unmittelbar nach einem luftzugähnlichen „Brausen“ einen Schlag an den Hinterkopf, den ich mir nicht erklären konnte.

Ist ein Ast vom Baum auf mich gefallen? Ich konnte keinen feststellen! Rundum blickend sah ich dann jedoch einen großen Vogel auf den Zweigen eines nebenstehenden Baumes in drei bis vier Metern Höhe sitzen.

Dann war mir das Geschehen klar, hatte ich Ähnliches schon in den Vorjahren einmal erfahren.

Ein Stück hochgeworfenes Holz sollte den Vogel verscheuchen, wusste ich denn dann doch sofort, dass er der „brausende“ Übertäter“ war (für die Tierschützer: Ich habe ich nicht getroffen, aber erfolgreich verscheucht).

Ein Tastversuch an meinem Kopf zeigte gleich auch auf meinen Fingern eine rötliche Nässe, also Blut: Punktlandung auf meiner Glatze! Irgendwie ging mir gleich durch den Kopf, dass der Vogel ja auch vor Minuten eine Maus in seinen Fängen für seine hungrigen Jungen zerkleinert haben könnte und jetzt in meinem Blut Mäusebakterien sein könnten!

Ich setzte meinen Lauf fort und war in meinen möglichen Infizierungsgedanken versunken, als ich den Vogel ein zweites Mal mit einem langezogenen „Schschscht“-Geräusch von hinten auf mich zusteuern hörte. Diesmal ist jedoch nichts passiert, rechtzeitig weggeduckt! Vorsorglich bewaffnete ich mich noch mit einem größeren Zweig, mit dem ich über meinen Kopf haltend weiterjoggte. Es muss lustig ausgesehen haben – Jogger im vollen Lauf mit einer Art Christbaumzweig über dem Kopf.

Immerhin konnte ich dann doch noch außerhalb des Waldes zwei mir entgegenkommende Laufsportler warnen, wobei eine Sportlerin schnell meinte: „Da gehe ich nicht mehr rein!“

Daheim hat ein antiseptisches Betupfen meiner Kopfhautkratzwunden diese schnell geschlossen.

Wie ich schon angemerkt habe, hatte ich solche Erlebnisse doch schon einige Male in Osterburken im Gewann Barnholz, wobei die Elterntiere bisher jedoch mit Warnschreien auf sich aufmerksam machten und Eindringlinge verscheuchten.

Auffallend und erklärbar, dass die Angriffe immer von hinten kommen, was man auch in Filmen bei den Greifvögeln immer wieder sehen kann, denn Fluchttiere werden immer von hinten ergriffen. Doch wer schaut schon nach hinten oder läuft rückwärts?

Ich weiß, dass vor einiger Zeit schon in einigen Presseberichten auf Bussardangriffe hingewiesen wurde. Also Augen auf, nicht nur im Straßenverkehr, auch jetzt im Wald, als Warnung von mir.