Osterburken

Am heutigen Mittwoch Ekaterina Dobler feiert in Osterburken ihren 90. Geburtstag

Beim Enkel und dessen Freundin Zuhause gefunden

Osterburken.Ekaterina Dobler hat in ihrem Leben viele Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Zunächst die Deportation aus ihrem Geburtsort Roleder/Wolga/Russland nach Kasachstan und dann den Tod ihrer beiden Töchter.

Ihr großer Wunsch, die Übersiedelung nach Deutschland, ging im Jahr 1994 in Erfüllung. Heute ist die gläubige katholische Christin mit sich im Reinen. Ihr Enkel Jürgen Ermolov und dessen Freundin Natascha holten sie aus dem Seniorenheim zu sich ins Haus ihrer verstorbenen Tochter. Am heutigen Mittwoch feiert Ekaterina Dobler ihren 90. Geburtstag.

In ihrem deutschstämmigen Heimatdorf Roleder an der Wolga erblickte sie am 10. April 1929 das Licht der Welt und wuchs mit drei Geschwistern auf. In ihrem Heimatdorf absolvierte sie die Grundschule bis 1941. Danach erfolgte die Deportation nach Karaganda/Kasachstan. Dort besuchte sie die Schule bis zur 7. Klasse. Sie musste als ältestes Kind in der staatlichen Kolchose arbeiten, damit sie mit ihrer Mutter und Geschwistern überleben konnte. Ihr Vater war zur Zwangsarbeit verpflichtet worden.

Es sei ein karges Leben gewesen, berichtete die Jubilarin im Gespräch. In der Kolchose arbeitete sie bis 1948, und danach war sie als „Hausmädchen“ beschäftigt.

1951 heiratete sie Erich Martinewski, der aus Polen stammte. Aus der Ehe gingen zwei Mädchen und ein Junge hervor. Ihr Ehemann war mittlerweile im Bergbau tätig und sie war mit der Erziehung ihrer Kinder beschäftigt. Nach der Geburt ihres dritten Kindes im Jahr 1956 absolvierte sie eine Krankenschwestergrundausbildung und arbeitet danach bis zur Rente im Jahr 1984 als Krankenschwester. Ihre große Leidenschaft war das Stricken und das Lesen von Geschichten.

Ihre erste Tochter verstarb im Alter von 35 Jahren.

Am 7. Januar 1994 ging Doblers großer Wunsch, die Übersiedelung nach Deutschland, in Erfüllung. Zusammen mit zwei Kindern gelang die Ausreise. Ihre erste Station war Hamm/Westfalen. Anschließend lebten sie einige Monate in Südbayern. 1994 wurde die Römerstadt Osterburen ihre neue Heimat.

1998 baute sie mit der Familie ihrer Tochter ein neues Haus in Osterburken. 2009 starb ihre zweite Tochter. Von 2016 bis 2018 lebte Ekaterina Dobler im Seniorenzentrum „Residenz Sonneneck“ in Osterburken. Nachdem ihr Enkel, Jürgen Ermolov, seine Ausbildung beendet hatte und wieder nach Osterburken zurückkehrte, nahm dieser die Jubilarin bei sich im Hause ihrer verstorbenen Tochter auf.

Die Jubilarin ist ihrem Enkel und dessen Freundin Natascha sehr dankbar, dass sie bei ihnen ihren Lebensabend verbringen darf. „Beide und auch meine Nachbarin Elli kümmern sich rührend um mich“, so die Jubilarin.

Zum heutigen Ehrentag gratulieren Enkel Jürgen Ermolov, dessen Freundin Natascha, Nachbarin Elli, Schwiegersohn Vasily mit Ehefrau sowie Bekannte und Nachbarn. Die FN schließen sich gerne an. jüh