Osterburken

In Osterburken Deutscher Trägerverein von „The Duke of Edinburgh’s“ traf sich zum Seminar mit Akteuren aus Finnland / Aktuelle Entwicklungen diskutiert

Blick auf die „Sieben Salemer Gesetze“ geworfen

Archivartikel

Osterburken.Anlässlich des 20. Jubiläums der deutsch-finnischen Kooperation in Sachen Jugendprogramm richtete der Trägerverein von „The Duke of Edingburgh’s Internatal Award Germany“ in Kooperation mit der Schule Schloss Salem kürzlich ein viertägiges Führungstreffen am Bodensee und in Osterburken aus. Im Mittelpunkt des Grundlagenseminars stand ein Blick auf die „Sieben Salemer Gesetze“ des Jugendprogramm-Erfinders Kurt Hahns von 1930 vor dem Hintergrund gegenwärtiger Herausforderungen für junge Menschen. Wichtigste aktuelle Aspekte waren dabei die Bereiche Klimawandel und Umweltzerstörung, digitale Transformation und „fake news“ sowie Europaskepsis und Populismus.

Teilnehmer des ersten Treffens

Die Leitung des Workshops lag beim Vorsitzenden des Trägervereins, Klaus Vogel (Osterburken). Wie Olli Saarela (Ehrenvorsitzender des finnischen Programms und ehemaliger Referatsleiter Jugend im Bildungsministerium, Helsinki) und Maija-Sisko Kauppila (neue Vorsitzende und Dozentin an der Universität Mikkeli) von der finnischen Seite sowie Rainer Schmid (stellvertretender Vorsitzender, Osterburken) von der deutschen war Vogel bereits Teilnehmer des ersten Treffens 1998, in dessen Anschluss das Programm in Finnland eingeführt wurde. Von der finnischen Spitze waren außerdem die hauptamtlichen Mikko Varesmaa (Stiftungsleiter, Helsinki) und Jukka Ruotsalainen (Programmkoordinator, Jyväskylä) beteiligt, vom Vorstand des Trägervereins Vanessa Masing (Berlin) und Barbara E. Oehl (Gilzem).

Mit den Gold-Absolventinnen Wencke Klütz und Vivian Lohse aus Elmshorn und dem Konrektor der Realschule Osterburken, Tobias Majer, waren auch zwei Programmanbieter vertreten, die entscheidend zum Gelingen der Pilotmaßnahme vor 20 Jahren beigetragen hatten. Auch der Osterburkener Bürgermeister Jürgen Galm machte der Veranstaltung seine Aufwartung. Im ersten Seminarteil ging es „back to the roots“ an die Schule Schloss Salem, wo Kurt Hahn von 1920 bis 1933 als Schulleiter wirkte und dessen Schüler Prinz Philip war, der das Programm als „Duke of Edinburgh’s Award“ (DofE) 1956 in Großbritannien basierend auf Hahns Ideen ins Leben rief.

Nach der Ankunft in Überlingen ging es vor allem um die Salemer Gesetze und deren Beziehung zum DofE. Beim Passieren der Insel Mainau verwies Vogel auf die wenig bekannte Tatsache, dass Hahn hier das Programm bereits 1956 auf der Internationalen Erziehertagung des Deutschen Jugendrotkreuzes vorgestellt hatte. Anschließend ging es zum spannenden Austausch mit dem DofE-Team sowie über 30 neuen Gold-Teilnehmern auf den Campus Härlen des weltbekannten Internats. Mit einer beeindruckenden Führung von vier Silber-Teilnehmern durch deren Salemer Teil am nächsten Vormittag endete das Besuchsprogramm an der Schule.

Der zweite Seminarteil in Osterburken widmete sich zunächst der Diskussion der Salemer Gesetze, zusätzlich illustriert durch die vor Ort gewonnen Eindrücke. Wichtigste Erkenntnis war, dass die Begleitung der Programmteilnahme von der Zielformulierung über die Gruppentreffen bis zur Schlussreflexion bei weitem noch nicht die nötige Aufmerksamkeit erhält. Das Thema sollte deshalb in Publikationen und Lehrgängen besser dargestellt und vermittelt werden. Weitere Themen waren unter anderem Hintergrund und Auswirkungen des Brexits, die Sicherstellung der Regeltreue in Bezug auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und speziell das elektronische Begleitheft sowie die unterschiedlichen Entwicklungsherausforderungen und -schwerpunkte in beiden Ländern. Nicht fehlen durfte ein Besuch der neuen Realschule, der Wiegestätte des deutschen Programms.

Neues Verständnis erhalten

Wichtigstes Ergebnis der Tagung war nach Meinung aller Teilnehmer ein vertieftes Verständnis des Programms und seines Mottos „Du kannst mehr, als du glaubst!“ sowie seiner Modernität angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen in Umwelt und Gesellschaft. Vereinbart wurde unter anderem eine praktische Kooperation in der Arbeit mit Benachteiligen und Flüchtlingen und eine Initiative zu engerer Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsländer, in denen das Programm auf nationaler Ebene existiert.