Osterburken

Gemeinderat Osterburken Ergebnisse der Straßenerfassung vorgestellt / Erste Leistungen für neues Feuerwehrgerätehaus vergeben

Büro begleitet Architekten-Wettbewerb

Kurz und bündig verlief am Montagabend die Sitzung des Osterburkener Gemeinderats. Unter anderem ging es um das neue Feuerwehrgerätehaus und um die mobile Straßendatenerfassung.

Osterburken. Die Ergebnisse der Aufnahme und Dokumentation des lokalen Straßennetzes (Wohn- und Gemeindeverbindungsstraßen inklusive Einlaufschächte Kernstadt und Ortsteile) auf einer Streckenlänge von gut 30 Kilometern durch die Firma Eagle Eye Technologies Berlin wurden durch Bauamtsleiter Matthias Steinmacher vorgestellt.

„Grundsätzlich guter Zustand“

Zuvor war bereits ein erster Abschnitt von 16 Kilometern auf den Ist-Zustand überprüft worden. Das gesamte Straßennetz einschließlich Feldwege umfasst etwa 160 Kilometer. Die dadurch mögliche Zustandsbewertung neben weiteren Zwecken wie diversen Katastererstellungen erfolgt in einer an das Ampelsystem angelehnten farblichen Kategorisierung. „Bis auf einige rote Stellen in der Kernstadt sprechen die Ergebnisse für einen grundsätzlich sehr guten Zustand des Netzes“, wie Bürgermeister Jürgen Galm festhielt.

Steinmacher ergänzte, dass der jeweils gesamte gebildete Straßen-Messabschnitt in einem EU-weit zertifizierten, objektiven Verfahren bewertet werde. Dadurch fielen einzelne Schadstellen wie Flicken oder Rissbildungen auf der Ebene der Gesamtbewertung nur in geringem Maß ins Gewicht.

Im Rahmen der Aussprache sagte Gemeinderat Martin Brümmer wie weitere Redner auch, dass „alles eine Frage des Maßstabs“ sei. „Je länger man die Messstrecke macht, desto besser die Note“. Genauere Aufschlüsse mit detaillierteren Informationen und hinterlegten Bildern seien über entsprechende Systemauswertungen jedoch möglich, wie Steinmacher daraufhin ausführte. Die Verwaltung sicherte zu, dem Wunsch nach Verteilung der Gesamtübersicht sowie Einzelauswertungen der Ortsteile nachzukommen.

Danach standen sanierungsrechtliche Zustimmungen bei zwei Baumaßnahmen, die jeweils im Sanierungsgebiet „Altstadt“ liegen, auf der Tagesordnung. Es hätten sich im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen keine Anhaltspunkte ergeben, die gegen den Abbruch des Brennereigebäudes Galgensteige fünf sprechen, erklärte Bauamtsleiter Steinmacher.

Brennerei kann abgerissen werden

Bürgermeister Galm ergänzte, dass der Beschlussvorschlag im Einvernehmen mit der Stellungnahme des Sanierungsberaters erfolge. Die Zustimmung wurde bei einer Enthaltung erteilt.

Einstimmig fiel das Votum bei der Umnutzung der früheren Stadtmühle zu einem Wohngebäude aus. Auch hier war der Stellungnahme des Sanierungsberaters zu entnehmen, dass mit der Maßnahme „die Ziele der Sanierung unterstützt“ werden.

Daraufhin standen die Planungsleistungen für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses – diese Maßnahme war schon in der vorangegangenen Sitzung intensiv diskutiert worden – auf der Agenda. Steinmacher stellte den Prozess des europaweiten Vergabeverfahrens vor. Erforderlich wurde dieses, weil die Planungskosten angesichts der zu erwartenden Bausumme den Schwellenwert von 221 000 Euro übersteigen werden.

Preisgericht bewertet Arbeiten

Die Vergabe in der Form eines nichtöffentlichen Planungswettbewerbs war in der März-Sitzung beschlossen worden. Hierbei werden etwa 15 Teilnehmer, welche die Eignungskriterien erfüllen, zum Wettbewerb eingeladen. Die ausgewählten Architekturbüros erhalten zur Bearbeitung die sogenannte „Auslobung“ mit Rahmenbedingungen, Planungsaufgabe, Raumprogramm und einer Zusammenstellung und Aufbereitung der Wettbewerbsunterlagen. Als Ergebnis erhält man Vorentwürfe zu Grundriss, Ansicht, Schnitt und Kostenschätzung sowie Modelle des Projekts.

Ein Preisgericht, bestehend aus Fachpreisrichtern, Vertretern von Kommune und Verwaltung sowie sachverständigen Beratern, führt die Bewertung durch und vergibt Preise und Anerkennungen.

Anschließend werden mit den Preisträgern Bietergespräche geführt und die Leistungen vergeben. Zur Unterstützung bei der Durchführung dieses Verfahrens hat sich die Stadt für die Beauftragung eines Architekturbüros, welches den Wettbewerb umfassend begleiten soll, entschieden. Günstigster Bieter zur Wettbewerbsbetreuung war das Architekturbüro Thiele/Heidelberg mit einem Angebot von 45 852 Euro brutto. Nach kurzer Diskussion stimmte der Gemeinderat bei sieben Enthaltungen für diese Vergabe.

Außerdem wurde die Bildung eines projektbezogenen Ausschusses mit beratender Funktion beschlossen. In ihm sitzen Bürgermeister Galm, Bauamtsleiter Steinmacher, für die CDU-Fraktion die Räte Andreas Heck und Thomas Zemmel, für die Freien Wähler Werner Geiger und Christel Bauer sowie für die SPD Klaus Vogel. Hinzu kommen drei Vertreter der Feuerwehr. Die Geschäftsführung übernehmen Hauptamtsleiterin Elke Ander und Jürgen Walzenbach vom Ordnungsamt.

Auf Antrag von Ratsmitglied Geiger erfolgte die Regelung der Stellvertretung als Reihenfolgestellvertretung anstatt persönlicher Benennung, um die Vertretung der Fraktionen auch im Verhältnis zu gewährleisten. Gemeinderat Heck wies zudem darauf hin, dass neben der Stadt auch weitere Gremien wie etwa der Landkreis auf ihren Ebenen entsprechende Entscheidungen zu treffen hätten, um das Gesamtprojekt zeitnah voranzubringen.

Bürgermeister Jürgen Galm geht von einer Wettbewerbsdauer von rund vier bis sechs Monaten aus, wie er auf Nachfrage erklärte.