Osterburken

Ausstellung im Alten Schlachthaus „Bilder einer Sammlung“ präsentiert eine Auswahl der Ankäufe der Stadt Mosbach seit 1988

Einladung zum Zwiegespräch mit Kunst

Archivartikel

Einen interessanten Einblick in das Spektrum des Kunstschaffens im Raum Mosbach gibt die Ausstellung „Bilder einer Sammlung – Kunstankäufe der Stadt Mosbach“ im Alten Schlachthaus.

Mosbach. Heiko Pippig, Rainer Scheithauer, Peter Langguth, Fanny Morweiser, Bernd Stüber, Ulrike Thiele, Ellen Ince und viele andere – die Liste der Künstler, deren Werke aktuell im Alten Schlachthaus zu sehen sind, liest sich wie ein „Who’s who“ der Mosbacher Kunstwelt.

Seit über 30 Jahren kauft die Stadt Mosbach Werke von bildenden Künstlern an, die innerhalb der Stadtgrenzen wohnen. So ist heimlich, still und leise eine Sammlung entstanden, die einen interessanten und beeindruckenden Querschnitt des zeitgenössischen Kunstschaffens der Region darstellt.

Schätze öffentlich machen

„Die Stadt hat bekanntlich kein Museum für Gegenwartskunst“, erläuterte der Vorsitzende des Kunstvereins, Harald Kielmann, bei der Vernissage. Die angekauften Arbeiten stehen und hängen vielmehr in städtischen Büros, in Repräsentationsräumen und Fluren, nur für wenige Personen zugänglich. Deshalb sei die Idee entstanden, diese Schätze einmal „geballt“ der Öffentlichkeit zu zeigen, berichtete Kielmann. Die Anregung sei aus der Fachjury aus Kunstsachverständigen, Verwaltungsmitarbeitern und Gemeinderäten gekommen, welche über die Ankäufe entscheiden.

„Bilder der Bürger“

Über 70 Arbeiten sind seit 1988 zusammengetragen worden. Aus Platzgründen könne man aber nur eine Auswahl zeigen. Kielmanns Gruß galt den zahlreichen Gästen der Vernissage, besonders den Künstlern und den anwesenden Urhebern einiger gezeigter Werke. Bürgermeister Michael Keilbach erläuterte das Verfahren der Ankäufe: Jeder Künstler könne pro Jahr drei Arbeiten einreichen, welche dann begutachtet werden. „Wer die weiteren angekauften Bilder sehen möchte, kann zu uns ins Rathaus kommen“, so Keilbach. „Wir zeigen unserer Bevölkerung gerne unsere Bilder – es sind schließlich die Bilder der Bürger“, schloss Keilbach und dankte besonders Harald Kielmann und Ulrike Thiele vom Kunstverein. Mit einem Zitat aus Hegels „Ästhetik“ lud Dr. Hans-Jürgen Buderer, der ehemalige Direktor für Kunst und Kulturgeschichte der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und Mitglied der Fachjury, zu einem „Zwiegespräch“ mit den Werken ein. Das impliziere die Aufforderung, sich mit der Thematik und der Bildgestaltung auseinanderzusetzen.

Mit der Ausstellung verbinde man zwei Anliegen, so Buderer. Einmal solle den Künstlern ein Forum gegeben werden. Vor allem aber wolle man die Bevölkerung über „das herausragende Spektrum des Kunstschaffens in der Region“ informieren.

Um das gewünschte Zwiegespräch zu ermöglichen, sollte es keine überfüllten Räume geben. Die Begrenzung auf 19 Arbeiten führe damit auch zur Konzentration. „Möglicherweise ist das ja der Beginn einer losen Reihe“, regte Dr. Buderer mit einem Blick in Richtung von Bürgermeister Keilbach an. Danach nahm er die Gäste mit auf einen kleinen Ausstellungsrundgang, in dem er jede Arbeit kurz und prägnant vorstellte.

Vielfalt als Merkmal

Eine Fotografie von Tim Krieger, die mit dem Lichteinfall im Schlachthaus spielt, ein kraftvolles Ölbild mit dem Titel „Blume“ des bereits 1992 verstorbenen Rainer Scheithauer, ein nicht weniger farbenprächtiges, rätselhaftes Gemälde der verstorbenen Autorin Fanny Morweiser, einer der ganz speziellen Drucke von Ottjörg A.C., entstanden 2008 als „Abbild“ einer Schulbank des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums – die Ausstellung zeigt ein breites Spektrum spannender Werke bekannter und auch weniger bekannter Kunstschaffender, leider nur für kurze Zeit.

Neben den genannten Künstlern und Werken gibt e s Arbeiten von Hildegard Becker, Katja Boebel, Heidrun Breiding, Ulrike Ernst, Wolfgang Parson, Gudrun Schillinger, Heidrun Sieber, Birgit Sommer, Bernd Vonau und Andreas Gustav Weber.