Osterburken

Apfelernte läuft Hochsaison bei den Mostereien in der Region / Bei Volk in Rosenberg stehen die Anlieferer teilweise Schlange

Es gibt wenig, aber sehr guten Saft

Archivartikel

Bei den Mostereien in der Region ist Hochsaison: Aus der reichen Apfelernte dieses Sommers wird süßer Saft hergestellt, zum Beispiel in Rosenberg bei der Apfelmosterei Volk.

Rosenberg. Über 30 Vitamine und Spurenelemente sowie verschiedene Mineralstoffe stecken in jedem Apfel. Er ist bei den Deutschen das beliebteste Obst. Im Vorjahr machte der Frost im Frühjahr die Apfelernte zunichte. In diesem Jahr sieht das ganz anders aus: Es gibt, trotz der lang anhaltenden Trockenheit im Sommer, ein großes Überangebot. Die Obstbäume in der Region hängen brechend voll mit reifen, aber nicht so saftigen Äpfeln und Birnen. Aufgrund der trockenen Witterung und der großen Fülle liegen viele Äpfel bereits am Boden, die Ernte ist in vollem Gang.

Bei der Apfelmosterei Volk, die es schon mehr als 100 Jahren im Dorf gibt, ist Hochsaison. Die Saftpresse läuft auf Hochtouren, denn bereits seit rund drei Wochen können die Obstbauern dort ihre Äpfel anliefern.

Bandpresse ersetzt Handarbeit

Das Pressen des Obstes war früher harte Handarbeit. Seit vielen Jahren setzt Karlheinz Volk dafür eine hochmoderne Bandpresse ein. Die Äpfel werden der Maschine per Hand über einen Trichter zugegeben und dann zu frischem Apfelsaft verarbeitet. Bis zu fünf Tonnen in der Stunde werden verarbeitet. Der Trester, der aus der Presse kommt, wird den örtlichen Jägern zur Verfügung gestellt, die ihn als Winterfutter für die Waldtiere verwenden.

Die Äpfel sind zwar in diesem Jahr etwas kleiner, was zu erwarten war, aber sehr süß. Das Obst ist, wie Experte Karlheinz Volk sagte, von guter Qualität, wenngleich es deutlich weniger Saft gibt. Senior Karl Volk ergänzt, dass durch den Regen in den letzten Wochen die Äpfel doch noch gewachsen seien.

Die vielen Äpfel, die nicht verar-beitet werden können, werden an größere Keltereien über den Obstmarkt Öhringen vermittelt. In diesem Jahr gibt es einen deutlichen Überhang an Äpfeln, so Volk, und deshalb gibt es auch Probleme, die heimischen Äpfel zu vermarkten.

Reiche Ernte macht Probleme

Die polnischen Lieferanten – dort habe es ebenfalls eine gute Ernte gegeben – drängten zusätzlich in den deutschen Markt. „Immer wieder sprechen die Politiker davon, dass die heimischen Streuobstwiesen erhalten bleiben müssen, aber Unterstützung für die Obstbauern gibt es nur wenig“, klagen die Volks. Ihr Dank galt dagegen den Anwohnern für ihr Verständnis für den Andrang in der Mostkampagne.

Derzeit sei man mit dem Most machen in der „heißen Phase“. Es komme schon mal vor, dass sich vor dem Gebäude eine längere Fahrzeugschlange von Obstbesitzern bildet.