Osterburken

SPD-Ortsverein Bauland Ziel der „kommunalpolitischen Ortsbegehung“ war der regionale Industriepark Osterburken

Fehlen von geeignetem Mietwohnraum ein „drängendes Problem“

Archivartikel

Osterburken.Zum dritten Mal war der SPD-Ortsverein Bauland, zu dem sich die bis dahin eigenständigen Ortsvereine im Dezember 2015 zusammengeschlossen haben, Ausrichter der „kommunalpolitischen Ortsbegehung“.

Ziel der in diesem Jahr besonders gut besuchten Maßnahme war der regionale Industriepark Osterburken (RIO), der 1984 als erstes interkommunales Gewerbegebiet im Ländlichen Raum Baden-Württembergs von den Städten Adelsheim, Osterburken und Ravenstein sowie den Gemeinden Rosenberg und Seckach gegründet worden war.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Vorsitzende des Ortsvereins, Michael Deuser (Ravenstein), der Gastgeber, Mitwirkende und Teilnehmer der „Baulandtour 2018“ in den Räumen der Erwin Dietz GmbH begrüßte.

Von Bürgermeister Jürgen Galm gab es Informationen zum RIO mit derzeit über 30 Unternehmen mit zusammen mehr als 750 Arbeitsplätzen auf 45 Hektar.

Anbindung dringend erforderlich

Die Bauarbeiten an der dringend erforderlichen zweiten Anbindung zur L 515 würden sich ihrem Abschluss nähern, Möglichkeiten einer weiteren Ausdehnung bestünden laut Flächennutzungsplan eher in Richtung Osterburken als zur Autobahn.

Georg Nelius, MdL, lobte die vorbildliche Zusammenarbeit der fünf RIO-Gemeinden im Zweckverband.

Die Firmenvertreter lobten den Standort in Autobahnnähe und die in Osterburken verfügbare Infrastruktur für ihre Mitarbeiter, insbesondere Bahnanschluss, Kindergärten und Schulen.

Als drängendes Problem stelle sich zunehmend das Fehlen von geeignetem Mietwohnraum heraus; hier sobald wie möglich tätig zu werden sei eine wichtige Aufgabe der Kommunalpolitik. Entwicklungsbedarf bestünde auch in Bezug auf den öffentlichen Nahverkehr und die Anbindung des RIO an diesen.

Handlungsspielraum

Auch Jürgen Galm und Georg Nelius sahen einen Bedarf an Mietwohnungen, verwiesen aber auf den sehr engen Handlungsspielraum der Städte und Gemeinden.

Der Fortbestand in Aussicht gestellter Verbesserungen beim öffentlichen Nahverkehr sei letztlich von der tatsächlichen Nachfrage abhängig.

Firmen gewährten Einblick

Einen Einblick in Geschichte und Produktportfolio der Erwin Dietz GmbH vermittelte Betriebsleiter Stefan Wagner, live veranschaulicht durch Fruchtgetränke aus dem aktuellen Sortiment des familiengeführten Unternehmens. 1955 in Kirchberg/Murr-Neuhof als Fruchtsaftkelterei gegründet, ist die Firma nach Neubau von Lager, Produktion und Verwaltung seit 1988 in Osterburken ansässig und inzwischen einer der führenden Fruchtsafthersteller in Baden-Württemberg und Bayern.

Einblick in die Rüdinger Spedition GmbH, zweite Station der „Baulandtour 2018“, gab deren Inhaber und Geschäftsführer Roland Rüdinger. Die 1930 gegründete Hohenloher Firma mit Hauptsitz in Krautheim baute 2016 im RIO ihre ersten beiden Lagerhallen, 2016 und 2017 folgten jeweils zwei weitere. „Wir hätten dringenden Bedarf für weitere Flächen“, so Roland Rüdinger.

Die Führung durch die Hallen vermittelte ein lebendiges Bild moderner Logistik, die mittlerweile neben dem Bereich der Maschinen und Anlagen auch Dienstleistungen wie Zoll sowie Luft- und Seefracht umfasst.

Dritte Station war der 2017 eröffnete Familienbetrieb Waffen-Rudolph mit Fachgeschäft für Sport- und Jagdwaffen sowie Jagdausrüstung, klassischer Schießanlage und hochmodernem Schießkino. Günter Rudolph gab einen Einblick in sein ursprünglich in Hainstadt ansässiges Unternehmen, das sich unter anderem an Jäger, Polizei, Sicherheitsdienste und Sportschützen richte. Auf besonderes Interesse stieß die Möglichkeit, abschließend im Schießkino unter fachmännischer Anleitung selbst „auf die Jagd“ gehen zu können.

Skulpturenradweg wird erweitert

Im letzten Programmpunkt beleuchtete Marlies Ebel-Walz Stand und Planungen des 2006 unter dem Titel „Skulpturen am Radweg – Kunst in der Landschaft“ eröffneten Radwegs der fünf RIO-Gemeinden. Der bisher 77 Kilometer lange Bauländer Skulpturenradweg mit seinen 18 Objekten werde nun unter Beteiligung der Stadt Buchen um sieben neue Kunstobjekte erweitert.