Osterburken

Gemeinderat Osterburken Umgestaltung des alten Friedhofareals auf der Tagesordnung / Angebote deutlich über der Kostenschätzung, dennoch: Bürgerpark soll kommen

Gremium will in den „sauren Apfel“ beißen

Osterburken.Erneut befasste sich der Osterburkener Gemeinderat mit einem Punkt, der sowohl im Gremium als auch bei der Bevölkerung schon für viele Diskussionen gesorgt hat: die Umgestaltung des alten Friedhofareals.

Wie Bürgermeister Galm erklärte, habe die Verwaltung bei der Angebotseröffnung eine unliebsame Überraschung erlebt. Über die Angebotszahlen sei man schockiert gewesen. Das günstigste abgegebene Angebot für die ausgeschriebenen Arbeiten des Wegbaues lag mit 196 133 Euro mehr als 20 Prozent über der Kostenschätzung von 160 000 Euro.

Die weiteren abgegebenen Angebote reichten bis zu einem Betrag von bis zu 300 000 Euro. Die Baupreise laufen durch die gute Baukonjunktur und den bestehenden Bauboom aus dem Ruder, weshalb sich der Gemeinderat die berechtigte Frage stellte, wie man nun mit dieser neuen Situation zur geplanten Umgestaltung des alten Friedhofareals umgehen werde: In den „sauren Apfel“ beißen oder das Projekt, das den Gemeinderat bereits mehr als fünf Jahre begleitet, erneut zurückzustellen?

Eigentlich wäre es an der Zeit, es zu realisieren, so Galm, der zum Sachverhalt sagte, dass die Ruhezeiten bereits seit längerem abgelaufen sind und die Stadt dort auf dem ehemaligen Friedhof einen Bürgerpark plant.

Die Fläche, überwiegend steiles Gelände von 5500 Quadratmetern, liegt schon lange Zeit brach und ungenutzt im Stadtzentrum. Das erste Planungskonzept wurde im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Bevölkerung vorgestellt. In einer regen Diskussion wurden weitere Anregungen und Gestaltungsvorschläge gemacht.

Ein Arbeitskreis mit Teilnehmern aus der Bevölkerung hatte verschiedene Vorschläge ausgearbeitet, die in der Planung ergänzt bzw. geändert wurden. Das Projekt wurde, wie der Bürgermeister sagte, in die Leader-Badisch-Franken-Förderung aufgenommen.

Zwischenzeitlich wurden die Tiefbauarbeiten öffentlich ausgeschrieben. Da die Angebotseröffnung am Tag der Sitzung stattfand, konnte das Ergebnis dem Gemeinderat nicht mehr vorgelegt werden, da die rechnerische Prüfung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war.

An das formelle Ausschreibungsverfahren sei man aber gebunden. Galm zeigte sich aber „hin und her gerissen“. Auch er möchte das viel diskutierte Projekt gerne abschließen. Er war der Ansicht, dass sich die geplante Umsetzung weiter verzögern wird, wenn man jetzt die Ausschreibung aufhebe, was eigentlich keiner möchte.

Zudem wisse man bei einer erneuten Ausschreibung nicht, welcher Angebotspreis dann herauskommt. Die jetzt ausgeschriebenen Arbeiten sind jedoch nur ein Teil des Gesamtprojektes. Nachdem der Gemeinderat den ersten „Schock“ verdaut hatte, stieg er in eine umfassende Diskussion ein.

In den einzelnen Redebeiträgen war man letztendlich der gemeinsamen Meinung, dass man den getroffenen Beschluss zur Umsetzung des Bürgerparks nicht mehr ändern wolle und gewillt ist, in den „sauren Apfel“ zu beißen und die Mehrkosten zu akzeptieren, um das Projekt jetzt schließlich umzusetzen.

Der Gemeinderat ermächtigte dann die Verwaltung, die Auftragsvergabe der ausgeschriebenen Arbeiten an den preisgünstigsten Bieter vornehmen zu können. Die Arbeiten zum Wegebau sollen nach Auskunft von Bauamtsleiter Matthias Steinmacher im Juni beginnen. F