Osterburken

Besuch in der Alten Bahnmeisterei Stadträte informierten sich über die Arbeit des weltweit präsenten „Duke of Edinburgh’s“-Programms / Seit 25 Jahren in Osterburken

Im November 1993 ging es in der Römerstadt los

Osterburken.Mit Bürgermeister Jürgen Galm an der Spitze ließ sich der Gemeinderat der Stadt Osterburken in einer Abendveranstaltung jüngst in der „Alten Bahnmeisterei“ über den „Duke of Edinburgh’s International Award“ und die Arbeit des für Deutschland zuständigen Trägervereins informieren.

Dessen Vorsitzender Klaus Vogel freute sich über das große Interesse an der Veranstaltung und bedankte sich für die Unterstützung durch die Römerstadt, vor allem durch die Überlassung der „Alten Bahnmeisterei“. Diese dient seit Sommer 2004 als Bundeszentrale und kleines Bildungszentrum des Programms. In den Dank schloss er auch Geschäftsführerin Iris Dikel für die Vorbereitung der Maßnahme ein. Die enge Verbindung zur Stadt komme auch durch die Ehrenmitgliedschaften des Bürgermeisters sowie von Stadtrat Thomas Zemmel zum Ausdruck.

Von Anfang an dabei

Äußerer Anlass sei der 25. Geburtstag des Programms in Osterburken, wo im November 1993 die ersten deutschen Schüler damit begonnen hatten, darunter auch das heutige Vorstandsmitglied Katharina Kleiser. Vogel erinnerte an die „badischen“ Ursprünge des Programms über die 1920 vom letzten Reichskanzler Prinz Max von Baden und dessen Privatsekretär Kurt Hahn gegründete Schule Schloss Salem. Dort entwickelte Hahn unter dem Motto „Du kannst mehr, als du glaubst!“ in den zwanziger Jahren die pädagogischen Grundlagen des inzwischen in über 130 Ländern präsenten Programms – und Prinz Philip, der spätere Gemahl der britischen Königin und Herzog von Edinburgh, dessen Name das Programm heute auf der ganzen Welt trägt, war 1933/34 einige Zeit selbst Internatsschüler. Nachdem Hahn wegen seines jüdischen Hintergrunds 1933 nach Großbritannien emigrieren musste, gründete er im schottischen Gordonstoun 1934 das „zweite Salem“ und Philip wurde dort einer seiner ersten Schüler.

1936 wurde dort das bis dato schulinterne Abzeichen für extracurriculare Leistungen für Jugendliche aus der Umgebung geöffnet, in der Fassung des „County Badge“ enthielt es 1940 dann die heutigen vier Pflichtteile Dienst, Expedition,, Talente und Fitness. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde des Programm 1956 mit Prinz Philip als Schirmherr unter dem heutigen Namen mit großem Aufwand großbritannienweit neu aufgelegt und verbreitete sich in die ganze Welt. Erste deutsche Schule war im Herbst 1993 die Realschule Osterburken, der Trägerverein wurde 1994 gegründet, Salem wurde im Jahr 2000 Programmanbieter.

Wie Vogel betonte, könne jede Einrichtung, die mit jungen Menschen zwischen 14 und 24 arbeite, das Programm anbieten. Aufgabe des Trägervereins sei es, Schulen, Jugendgruppen, Heime und andere Einrichtungen als Partner hierfür zu gewinnen und die vor Ort benötigte Unterstützung durch Medien wie dem gerade fertiggestellten Begleitheft und Lehrgänge wie Frühjahrs- und Herbstschule bereitzustellen. Die Qualität der Lehrgänge sowie die Möglichkeit, die „Alte Bahnmeisterei“ als Basis für Unternehmungen im Programmteil Expeditionen zu nutzen, führten regelmäßig Verantwortliche und Teilnehmer aus Deutschland und der ganzen Welt nach Osterburken. Anbieter im Neckar-Odenwald-Kreis seien derzeit außer der Realschule Osterburken der DRK-Kreisverband Mosbach, das Erzbischöfliche Kinder- und Jugendheim Walldürn, die Hardbergschule in Mosbach sowie die Konrad-von-Dürn-Realschule Walldürn. Im Rahmen einer demnächst stattfindenden deutsch-schottischen Pilotmaßnahme werde voraussichtlich auch das Burghardt-Gymnasium in Buchen zu dem Netzwerk hinzustoßen.

In der anschließenden Diskussion beantworteten Schmid und Vogel viele Fragen der Zuhörer, von der Finanzierung über die Qualitätssicherung bis zur Teamentwicklung. Abschließend bedankte sich Bürgermeister Jürgen Galm im Namen aller Teilnehmer für die Arbeit des Teams um Klaus Vogel, den Blick hinter die Kulissen und insgesamt den gelungenen Abend.