Osterburken

In Schlierstadt Landwirtschaftsminister Peter Hauk besuchte den Schweinemastbetrieb der Familie Sack

In den direkten Dialog mit den Landwirten getreten

Schlierstadt.Landwirtschaftsminister Peter Hauk besuchte am Montag den Betrieb der Familie Sack in Schlierstadt. „Der Dialog mit den Landwirten vor Ort liegt mir am Herzen. Deshalb bin ich gerne zum Schweinemastbetrieb Sack nach Schlierstadt gekommen“, so der CDU-Landtagsabgeordnete und Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, zu Beginn der Betriebsführung. Die Familie Sack bewirtschaftet mittlerweile in der dritten Generation einen Ackerbau- und Schweinemastbetrieb mit rund 950 Tieren.

Neben dem Minister und den Betriebsleitern Kuno und Philipp Sack waren Ulrike Mandel als betreuende Tierärztin und Bernhard Heim vom Landwirtschaftsamt in Buchen anwesend.

Gleich zu Beginn wies Philipp Sack auf die schwierige wirtschaftliche Lage in der Mastschweinehaltung hin. Die trotz großer Nachfrage andauernde Tiefpreisphase schmälert den Betriebsgewinn enorm. „Unser entscheidender Vorteil ist, dass wir in der konventionellen Haltung durch den Einsatz von Molke als Nebenprodukt der Käseherstellung im Vergleich zu unseren Berufskollegen deutlich günstiger füttern können. Dadurch können wir immer noch Gewinne erzielen, wo andere schon in die roten Zahlen kommen.“ so Sack. „Wir machen weiter und lassen uns nicht unterkriegen.“

Ein weiterer Vorteil ist die Vermarktung von Schlachtschweinen an zwei hiesige Metzgereien. „Zum einen können wir dadurch einen Preis aushandeln, der unsere Kosten deckt, und zum anderen die regionale Wertschöpfung erhalten. Das ist uns sehr wichtig und darauf sind wir stolz.“

In der heutigen Zeit müsse man kreativ und innovativ sein, um die Schweine bestmöglich zu vermarkten, so Hauk. Mit der regionalen Vermarktung der Tiere sieht er den Familienbetrieb auf einem vorbildlichen Weg.

Dann startete der Betriebsrundgang und die Besuchergruppe wurde zunächst zum Strohstall geführt. „Unser Ferkelerzeuger hatte eine Gruppe Ferkel übrig und fand keinen Abnehmer dafür. So entschlossen wir uns, einen Teil der Maschinenhalle mit Stroh einzustreuen und als Schweinestall umzufunktionieren“, so Seniorchef Kuno Sack.

Der Betrieb wurde auf die FAKT-Förderung der baden-württembergischen Landesregierung aufmerksam und erfüllt die Kriterien der Tierwohl-Premiumstufe mit mehr Platzangebot, Außenklima und Schweinedusche im Sommer. Seitdem kamen zwei weitere Abteile dazu, sodass mittlerweile knapp 150 Plätze entstanden sind.

„Leider sind die Fördergelder immer nur für ein Jahr begrenzt. Hätten wir eine Zusage über einen längeren Zeitraum, würden wir uns ernsthaft überlegen, in einen Strohstall zu investieren“ bedauerte Philipp Sack. „Auch der bürokratische Aufwand hat mit den Jahren zugenommen und ständig wird mit Sanktionen gedroht. Das schreckt viele Landwirte ab“, ist sich Sack sicher. Amtsleiter Heim sieht das auch als möglichen Grund für die geringe Beteiligung am FAKT-Förderprogramm. „Im Neckar-Odenwald-Kreis sind es insgesamt nur vier schweinehaltende Betriebe, die sich daran beteiligen.“

Diese Zahl findet auch Minister Hauk ernüchternd und versprach, die genannten Probleme, insbesondere die bürokratischen Hürden, prüfen zu lassen. Anschließend setzte sich der Rundgang zu den weiteren Stallungen fort. Dort wird der Großteil der Tiere, rund 800 Schweine, in vollklimatisierten Abteilen gehalten. Die Fütterung der Tiere erfolgt hier automatisch und in flüssiger Form. Zum Einsatz kommen neben Getreide, Mais und Futtererbsen aus eigenem Anbau, Sojaschrot und Mineralfutter sowie die eingangs erwähnte Molke. Zur Beschäftigung wird den Tieren Holz angeboten, das sie mit ihrem Rüssel bewegen und beknabbern können. Auch zusätzlich angebrachte Metallketten scheinen die Schweine zu interessieren.

Zum Schluss brannte den Landwirten aber noch ein Thema unter den Nägeln: die drohende Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest. „Im Strohstall ist die Gefahr der Einschleppung deutlich höher. Häufig sind Wildschweine Träger des hochansteckenden Virus und können es über Kot, Urin oder Speichel ausscheiden. Über das Stroh kann es so in den Bestand gelangen“, erklärte die Tierärztin. „Ich achte immer sehr darauf, dass meine Betriebe die geltenden Hygieneregeln strikt einhalten.“ Das wird auch auf dem Betrieb der Sacks sofort erkennbar.

Kuno Sack machte noch einmal deutlich, dass die Wildschweinpopulation stetig wachse und nicht nur ein Risiko für Tierseuchen, sondern auch der Schaden auf den Feldern ein immer größeres Problem darstelle. Minister Hauk bekräftigte den Landwirt, von seinem Recht auf Wildschadensersatz Gebrauch zu machen. Zugleich kündigte er geplante Änderungen im Landesjagdrecht an, die es den Bauern künftig erleichtern sollen, den Schaden geltend zu machen.