Osterburken

Plakat am GTO vorgestellt Jugendberatung des Caritasverbandes wirbt für Familien- und Erziehungsberatungsstelle

In vielen Fällen hilft bereits ein Gespräch

Osterburken.Die Psychologische Familien- und Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbandes für den Neckar-Odenwald-Kreis hat im Rahmen einer Informationsveranstaltung in den Räumlichkeiten des Ganztagsgymnasium Osterburken (GTO) ihr aktuelles Werbeplakat „Das Leben hat viele Seiten“ vorgestellt.

Jugendliche aufmerksam machen

Anwesend bei dieser rund einstündigen Veranstaltung waren der Geschäftsführer des Caritasverbandes im Neckar-Odenwald-Kreis, Meinrad Edinger, die Leiterin der Psychologischen Erziehungs- und Familienberatungsstelle in Buchen, Ursula Müller-Dietrich, Sozialarbeiter Aaron Geißelhardt von der Erziehungs- und Familienberatungsstelle, die Schulsozialarbeiterin am GTO, Anne-Rosalie Horvath, sowie der Kuratoriumsvorsitzende des Jugendfonds, Peter Kuhl-Bartholomeyzik. Schulleiterin Regina Krudewig-Bartel und ihr Stellvertreter Uwe Rossa begrüßten die Gäste.

Die Familien- und Erziehungsberatungsstelle hat diese Plakate drucken lassen, um Kinder, aber vor allem Jugendliche, auf das Beratungsangebot der Erziehungsberatungsstelle aufmerksam zu machen. Finanziell wurde das Plakat unter anderem durch den Jugendfond des Neckar-Odenwald-Kreises unterstützt. Das Plakat ist ganz neu.

Recht auf Beratung

Eine weitere medienwirksame Übergabe fand bereits am 27. November an der Realschule Obrigheim statt. Die Plakate werden an alle weiterführenden Schulen sowie an weitere Kooperationspartner verteilt, unter anderem an Jugendräume, die Schulpsychologische Beratungsstelle und Kinderzentren. Mit der Plakataktion soll möglichst vielen Kindern und Jugendlichen ein direkter Zugang zu kompetenter Beratung ermöglicht werden, indem man sie in ihrer Lebenswelt abholt. Ferner soll das schulische Hilfsangebot mit dem Angebot der Beratungsstelle ergänzt und verknüpft werden. Jugendliche sollen ihr Recht auf Beratung wahrnehmen können, um ihnen für ihre Zukunft die besten Möglichkeiten zu schaffen. Meinrad Edinger verwies bei der Vorstellung auf die Bedeutung der Niedrigschwelligkeit der Beratung. Als Pendant zum Elternhaus und der Schule könne man im Rahmen einer persönlichen und anonymen Beratung Jugendlichen und Familien schnell und unbürokratisch professionelle Hilfe anbieten, ohne dass diese weitere Maßnahmen fürchten müssten.

Dies sei ein weiterer Mosaikstein zu einem Vollbild an Angeboten zur Unterstützung junger Menschen beim Umgang mit den häufiger und breiter werdenden gesellschaftlichen Problemen. Man strebe eine umfassende Vernetzung mit allen Partnern an, da man sich nur so gegenseitig helfen könne. In diesem Zusammenhang dankte Edinger dem GTO für die enge Zusammenarbeit im Rahmen der Bildungspartnerschaft. Zugleich ging sein Dank an die Kollegen aus dem Jugendfond. Schulsozialarbeiterin Anne-Rosalie Horvath von der Caritas ist am GTO für die Sorgen und Nöte der Schüler da und vermittele diese gegebenenfalls an geeignete Stellen weiter.

Diplom-Psychologin Ursula Müller-Dietrich unterstrich die Bedeutung einer unsicherer werdenden Gesellschaft für junge Menschen. Der Wandel biete Chancen, ängstige aber auch. Schüler seien diesem auch bereits in den ländlichen Regionen manchmal kaum gewachsen. Im Mittelpunkt der Bemühungen stehe daher stets die Frage, wie man hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche erreichen könne. So könnten Schüler sich zur Not auch ohne Zustimmung der Eltern mit einer Vertrauensperson, zum Beispiel die beste Freundin oder der beste Freund, an ihre Beratungsstelle wenden. Die Eltern wolle man aber dabei lieber mit im Boot haben. „Gerade in Krisenphasen brauchen Kinder und Jugendlichen starke, zugleich aber besonnene und pragmatische Ansprechpartner“, so Müller-Dietrich. Dies sei umso wichtiger, da junge Menschen oftmals verzögert auf Instabilität reagieren und Probleme zu Entwicklungsbremsen werden können. Vieles werde dabei tabuisiert.

Reaktion in Krisenfällen

Eine schnelle Reaktion sei in Krisenfällen möglich, Mosbach und Buchen seien in diesem Zusammenhang präsent und gut vernetzt. Auch könne man Wege bahnen, wenn man nicht direkt helfen könne. Angegliedert sei zum Beispiel auch eine Anlaufstelle gegen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Sozialarbeiter Aaron Geißelhardt umriss die Notwendigkeit dieser Plakataktion. Das kostenlose Angebot werde, da es kaum bekannt sei, wenig angenommen.

Dabei sei eine Hilfestellung hin zu einem neuen Blick auf Probleme oft hilfreich. Bei vielen der bisher 270 Betroffenen im Jahr 2018 habe ein Gespräch bereits Abhilfe schaffen können. Für Problemfälle stünden pro Person bis zu 15 Stunden Gesprächszeit bereit. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das durch den Jugendfond bezuschusste Projekt „Trau dich“.

Regina Krudewig-Bartel verdeutlichte die Bedeutung eines stets offenen Ohres bei der Problembewältigung. Die Schule könne nicht bei allem helfen. Das Wichtigste sei es, aufmerksam hinzuhören und Probleme nicht zu bagatellisieren. Uwe Rossa ergänzte, dass die Schule oft bemerke, dass etwas mit einem Schüler oder einer Schülerin nicht stimme, aber die Schüler sich ihren Lehrern nicht öffneten. Dieses Angebot sei daher sehr begrüßenswert. Peter Kuhl-Bartholomeyzik erläuterte in Vertretung des Landrats die Bedeutung des 2002 gegründeten Jugendfonds. Im Kuratorium Jugendfond sind der Kreistag, der Gemeindetag, der Jugendhelferausschuss der Diakonie, der Geschäftsführende Schulleiter der Beruflichen Schule in Mosbach, die Arbeitsagentur und der Vorsitzenden des Kreisjugendrings als Dachverband aller Jugendorganisationen vertreten.

Fördermittel zur Verfügung

Er stellt auf Antrag Fördermittel aus einem Kapitalstock für Präventionsprojekte gegen Gewalt, Sucht, Medienprävention undsoweiter für weiterführende Schulen bereit. Viele Anträge erfolgten daher durch die hiesigen Schulsozialarbeiter.

Einnahmen habe er unter anderem durch die Erlöse aus dem Projekt „Mitmachen. Ehrensache.“ Der Jugendfond werde aber auch durch Spenden finanziert. Zum Abschluss meinte er: „Eines steht fest: Mit so starken Partnern können Kinder und Jugendliche ihrer Zukunft getrost entgegensehen.“ goe