Osterburken

Mankendorfer-Treffen in Osterburken Das Interesse an der Begegnung mit Nachfahren aus der „alten Heimat“ ist nach wie vor groß / Gelebte Völkerverständigung

Junge Leute füllen entstandene Lücken

Über 50 Teilnehmer kamen zum traditionellen Treffen der Mankendorfer nach Osterburken. Auch die Bürgermeisterin aus Mankovice war dabei.

Osterburken. Großes Erstaunen erfasste alle Teilnehmer beim jüngsten Mankendorfer Treffen in Osterburken, als sich der Saal der Sportheimgaststätte von Minute zu Minute immer mehr füllte. Bereits zum gemeinsamen Mittagessen waren schon über 50 Teilnehmer anwesend.

Die durch Sterbefälle gerissenen Lücken in der Mankendorfer Vertriebenengemeinschaft wurden deutlich durch viele junge Leute gefüllt.

Heimat ist kein leerer Begriff

Es sind die Nachgeborenen, die sich nunmehr in den Kreis der Heimatfreunde einreihen, denn sie fühlen, dass das Wort Heimat doch kein leerer Begriff ist.

Zur Freude der Teilnehmer an diesem neuerlichen Treffen in der Römerstadt kamen als Gäste und Brückenbauer aus der alten Heimat die heutige Bürgermeisterin Nikola Saffová-Sigmundová, Archivarin Pavlina Duricová sowie Dolmetscherin Vera Sustková mit ihrem Ehemann Pavel.

Die Teilnahme gerade dieser Delegation aus Mankendorf, dem heutigen Mankovice, gab dem Treffen durch ein persönliches Kennenlernen eine neue Aufgabe, nämlich Völkerverständigung zu leben. Alle fühlten einen tieferen Sinn des Zusammenseins und damit eine Erweiterung und Sinngebung des Treffens für die weitere Zukunft, in der zu hoffen wäre, dass die Menschen in Frieden und Freiheit leben können.

Programmgemäß begrüßte Obmann Josef Christ alle Teilnehmer persönlich und dankte für ihr Kommen zum Treffen in Osterburken. Anschließend ging es mit dem Omnibus zur Friedhofsgedenkstätte, wo man gemeinsam aller verstorbenen Landsleute aus der Heimat, insbesondere der acht im vergangenen Jahr gestorbenen Freunde, gedachte.

Viele Helfer

Nach Gedenkworten auch von Pavlina Duricová stellte diese eine Kerze auf. Rupert Seidenberger, ein begnadeter Sänger, trug zum Abschluss das für alle ergreifende Lied „Näher mein Gott zu Dir“ vor. Zurück in der Sportheimgaststätte war bereits die Kaffeetafel gedeckt.

Bäckerinnen aus der Runde hatten, wie in den letzten Jahren, Torten und Kuchen gebacken, denen Josef Christ ein Dankeschön aussprach.

Zeichen der Zusammengehörigkeit

Er betonte: „Nichts ist selbstverständlich, schon gar nicht dieses durch vielerlei Kuchen sichtbare Zeichen der Zusammengehörigkeit“.

Während der Kaffeestunde begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Thomas Zemmel die Gäste im Namen der Stadt und von Bürgermeister Jürgen und wünschte ihnen einige schöne Stunden in der Römerstadt.

Danach trugen die Gäste aus Mankovice, Bürgermeisterin Nikola Staffová-Sigmundová sowie Pavlina Duricová ein zu Herzen gehendes Grußwort vor, bei dem viele Anwesende feuchte Augen bekamen. Diese Worte wird wohl niemand vergessen.

Die Gäste brachten auch nette Geschenke mit, wofür sich Obmann Christbedankte. Nach dem Abendessen zeigte Pavlina Duricová einen einfühlsamen Film über Mankendorf und das heutige Mankovice sowie über das große Naturschutzgebiet „Poodri“.

Ulf Broßmann präsentierte alte und neue Fotos von Denkmalen in der ehemaligen Heimat. Mit Erzählungen und Ereignissen aus längst vergangener Zeit ging der erste Tag des Treffens zu Ende.

Morgenandacht

Am Sonntag, dem zweiten Tag des Wiedersehens, trafen sich alle Teilnehmer zu einer kleinen Morgenandacht in der Kilianskapelle. Bei gemeinsamen Gebeten gedachte man auch Pfarrer Heinrich Magnani, der sowohl ihnen und vor allem der Elterngeneration nicht nur den nagenden Hunger stillte, sondern Hoffnung verbreitete.

Wiedersehen geplant

Seine auf Hoffnung gegründete Idee, so Christ in seiner Ansprache, Wohnraum zu schaffen, übertrug sich aus dem Kreis Buchen auf ganz Deutschland.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde den Geburtstagskindern aus dem Teilnehmerkreis gratuliert. Mit einem gemütlichen Mittagessen und anschließender kleiner Kaffeestunde wurde das Treffen in Osterburken mit dem Abschiednehmen beendet.

Alle Teilnehmer fühlten den Wunsch, sich im kommenden Jahr wieder treffen zu können. F