Osterburken

Gemeinderat Osterburken Neben der Sanierung eines Fußwegs in Bofsheim war die Forststrukturreform Thema / Gremium bekundet Interesse an weiterer Betreuung durch die untere Forstbehörde

Künftige Beförsterung und Vermarktung des Holzverkaufs auf der Tagesordnung

Osterburken.Wie in anderen Städten und Gemeinden im Kreis war (oder ist noch) die Forstreform – und mit ihr einhergehend die Frage nach der künftigen Beförsterung und Vermarktung des Holzverkaufs – Thema in den Gemeinderatssitzungen. Am Montag stand sie bei der jüngsten Zusammenkunft des Osterburkener Gremiums auf der Tagesordnung.

Das Land Baden-Württemberg führt derzeit eine Forststrukturreform durch. Im Zuge dieser Reform verfolgt das Land einerseits die Schaffung einer Anstalt des öffentlichen Rechts, die künftig ausschließlich für den Staatswald zuständig sein wird. Andererseits trennt sich die Landesforstverwaltung infolge eines kartellrechtlichen Verfahrens grundsätzlich von der Holzvermarktung, soweit es sich nicht um Holz aus dem Staatswald handelt.

In der Folge entsteht nicht nur eine neue Anstalt des öffentlichen Rechts für den Staatsforst, auch die Holzvermarktung beim Landratsamt als unterer Forstbehörde wird nicht mehr möglich sein.

Aufgabe der unteren Forstbehörde im „kleinen Einheitsforstamt“ bleiben weiterhin die forsttechnische Betriebsleitung und die Zuständigkeit für forsthoheitliche Angelegenheiten (Forstamtsleitung).

Auch wird den Städten und Gemeinden weiterhin der forstliche Revierdienst angeboten (Betreuung). Gegenüber privaten Waldbesitzern besteht ein variables Angebot, das je nach Kundenwunsch unter anderem Beratung, Betreuung und technische Hilfe umfasst.

Land und kommunale Landesverbände haben sich darauf verständigt, dass die Umsetzung der Neuorganisation aus einem Guss erfolgen soll. Das heißt, dass die erforderlichen Organisationsänderungen auf Landes- und Kreisebene gleichzeitig zum 1. Januar 2020 wirksam werden sollen.

Handlungsbedarf

Für die Städte und Gemeinden folgt aus dieser Reform die Frage, wie die Betreuung des Kommunalwaldes und die Holzvermarktung künftig gestaltet werden sollen. Dabei darf die Betrachtung aber nicht auf den Kommunalwald beschränkt werden. Jede Kommune hat auch ein Interesse daran, dass der Privatwald – insbesondere der Kleinprivatwald – im Gemeindegebiet jeweils angemessen mitbetreut wird und gute Vermarktungsmöglichkeiten für das dort anfallende Holz bestehen. Denn entsprechende Versäumnisse im Privatwald können auch den Kommunalwald nachteilig berühren. Das Landratsamt hat daraufhin den Städten und Gemeinden vorgeschlagen, die Kommunalwaldbetreuung dort weiterhin umfassend durch die untere Forstbehörde vornehmen zu lassen, wo bislang noch kein anderes Modell (Eigenbeförsterung) eingeführt ist.

Unter der Prämisse, dass auch alle privaten Waldbesitzer in der Betreuung der unteren Forstbehörde verbleiben, hat das Landratsamt eine flächendeckende Revierstruktur mit 19 Revieren skizziert. Das bedeutet letztlich eine maßvolle Anpassung der bereits bekannten und bewährten Struktur.

„Die vom Landratsamt vorgeschlagene Struktur hat den Vorteil, dass das bereits bekannte Personal mit gewissen Modifikationen weiter in der Fläche verbliebe. Die Sachnähe wäre weiter gewährleistet, was insbesondere im Hinblick auf die Anliegen der Bevölkerung in allen Fragen der Waldbewirtschaftung und insbesondere Brennholzvermarktung durch die Kommunen von Vorteil ist. Auch würde vom Landratsamt die Struktur von drei Forstbetriebsleitungen aufrechterhalten. Zudem besteht über die Förderung der privaten Waldbesitzer ein gewisser Anreiz, eine Betreuung durch die untere Forstbehörde in Anspruch zu nehmen“, heißt es in den Unterlagen, die auch den Osterburkener Räten zur Verfügung gestellt wurden.

„Höhere Kosten als bisher“

Zu diesen allgemeinen Informationen, die Bürgermeister Jürgen Galm dem Gremium (Zuhörer gab es bei der Sitzung am Montag keine) noch einmal in Kurzform vortrug, gehörte auch der Hinweis, dass man „mit höheren Kosten als bisher“ rechnen müsse („es verteuert sich um rund die Hälfte“), dennoch sei es „die bessere und umfänglichere Lösung“, sich dem Landkreis anzuschließen.

Wie die Nachbarkommunen (Überlegungen, auf RIO-Ebene einen Zweckverband zu gründen, wurden nach Abwägung der Vor- und Nachteile verworfen), die sich laut Osterburkener Stadtoberhaupt ebenfalls dem Angebot des Landkreises anschließen wollen, folgten die Gemeinderäte der Römerstadt unter Berücksichtigung aller Umstände dem Vorschlag der Verwaltung. Geschlossen stimmte das Gremium dafür, das Interesse an einer weiteren Betreuung durch die untere Forstbehörde zu bekunden (der Vertrag soll den Räten vor dem Abschluss allerdings noch einmal vorgestellt werden) und beauftragte die Verwaltung, einen Beitritt zur Forstlichen Vereinigung Odenwald-Bauland (FVOB) vorzubereiten. mem