Osterburken

Schlierstadter Ortschaftsrat tagte In der Mehrzweckhalle wurde über die geplanten Baumaßnahmen informiert / Rund 70 interessierte Bürger waren vor Ort

Nächste Woche rollen die ersten Bagger

Archivartikel

In Schlierstadt werden in den nächsten Monaten Baumaßnahmen durchgeführt, die mit 1 930 000 Euro zu Buche schlagen.

Schlierstadt. Um einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit zur Information über die geplanten Baumaßnahmen in Schlierstadt zu geben, wurde die Ortschaftsratssitzung am Montag in die Mehrzweckhalle verlegt. Der Leiter des städtischen Bauamts, Matthias Steinmacher, stellte die Maßnahme vor und stand den Bürgern Rede und Antwort.

Zunächst aber begrüßte Ortsvorsteher Jürgen Breitinger die 70 Bürger, Bürgermeister Jürgen Galm sowie Vertreter der Firma Konrad-Bau.

Anschließend informierte Breitinger über einen Antrag zur Errichtung eines Carports, einer Terrassenüberdachung in Holzbauweise, und den Antrag zur Umnutzung einer Werkstatt zu einer Wohnung mit Änderung des Daches. Beiden Anträgen stimmten die Ortschaftsräte geschlossen zu.

Im Anschluss waren der Ausbau der oberen Talstraße und der Oberlandstraße (Bausumme: rund 570 000 Euro), die Wasserleitungserneuerung in Seckacher Straße und Sonnhalde (Kosten: rund 580 000 Euro), der Ausbau des „Vogelherdes“ (rund 130 000 Euro) und die Erschließung des Baugebietes in den „Weingärten/Stürzwasen“ (Baukosten: rund 650 000 Euro) Thema.

Bauamtsleiter Steinmacher teilte bezüglich des neuen Baugebietes mit, dass zunächst elf Bauplätze erschlossen werden sollen. Das gesamte Baugebiet umfasse 30 Bauplätze. Es werde ein einseitiger Gehweg errichtet.

Die Entwässerung erfolge im Trennsystem, das heiße, so Steinmacher, dass das Oberflächenwasser direkt in den „Krummebach“ eingeleitet wird und das Schmutzwasser in die Hauptkanalisation zur Gruppenkläranlage Roigheim fließe. Die Bauarbeiten beginnen nächste Woche und werden vermutlich bis Ende September andauern.

Ein Anwohner gab zu bedenken, dass durch die Einleitung des Oberflächenwassers der Abwasserkanal zu klein sei. Steinmacher erwiderte darauf, dass nach Berechnungen das Fassungsvermögen des Kanals ausreichen müsste.

Die Zufahrtsstraße zum Baugebiet „Vogelherd“ wird grundlegend saniert mit kontrollierter Straßenentwässerung, so der Stadtbaumeister. Die Wasserleitungserneuerung (Frischwasserleitung) Seckacher Straße und Sonnhalde wird vom Sportplatz (In den Weinbergen) aus über die Seckacher Straße zum „Vogelherd“ komplett erneuert. Baubeginn dürfte voraussichtlich im August sein. Im weiteren Bauabschnitt wird die Wasserleitung in der „Oberen und Unteren Sonnhalde“ ausgetauscht, erklärte Steinmacher.

Beim Ausbau von „Obere Talstraße“ und „Oberlandstraße“ sei mit Einschränkungen für die Anwohner zu rechnen. Ab Grundstücksgrenze sei der Eigentümer für die Leitungen verantwortlich.

Bürgermeister Jürgen Galm äußerte hierzu, dass eine Kommunikation zwischen der Baufirma und den Hauseigentümern wichtig sei, den beschädigte Hausanschlüsse könnten erneuert werden. Diplomingenieur Robert Himmel von der Firma Konrad Bau sicherte hier die Unterstützung und Beratung zu.

Der Stadtbaumeister gab weiter bekannt, dass neben den Straßenbauarbeiten auch der Kanal, die Wasserleitung, Strom und Telefon neu verlegt werden. Die Bauzeit sei von Mitte Mai bis November veranschlagt. Die Stadt werde mit den Eigentümern die einzelnen Baumaßnahmen im Detail erläutern, sicherte Steinmacher zu. Da in Schlierstadt zeitgleich an mehreren Stellen gearbeitet werde, könne es zu Behinderungen und Beeinträchtigungen, so der Bauamtsleiter.

Ortsvorsteher Breitinger ging danach auf das Protokoll der Ortschaftsratssitzung vom 27. November ein, bei der der Hochwasserschutz auf der Tagesordnung stand. Weil dabei nur wenige Grundstückseigentümer anwesend waren, wurde die Planung im Rathaus ausgehängt, so Breitinger.

Matthias Steinmacher sagte hierzu, der Hochwasserschutz bestehe aus zwei Maßnahmen. Das Hochwasserrückhaltebecken (2003 errichtet) solle verhindern, dass ein „Hundertjähriges Hochwasser“ die Ortslage überschwemme. Die zweite Maßnahme sei die lokale innerörtliche Hochwasserschutzmaßnahme.

Im Rahmen der innerörtlichen Flurbereinigung werde versucht, die Flächen unmittelbar am Bachverlauf zu erwerben, um den „Krummebach“ zu renaturieren. Engstellen wie Brücken und Verdohlungen müssen ausgeweitet werden, so der Stadtbaumeister.

Es gab hierbei eine Diskussion über das Hochwasserrückhaltebecken, weil nach Meinung von Zuhörern, trotz dieses Beckens, die Ortslage überschwemmt werde. Steinmacher sagte hierzu, dass das Becken so eingestellt sei, dass bei Hochwasser maximal 3,2 Kubikmeter pro Sekunde ablaufen. Sollte mehr Wasser vorhanden sein, werde dieses gespeichert. Es werde, nach Abschluss der innerörtlichen Hochwasserschutzmaßnahmen, weiterhin überflutete Wiesen geben, so Steinmacher abschließend.

Zum Abschluss machte Breitinger Ausführungen über das WLAN. Ein „Hotspot“ (öffentlicher drahtloser Internetzugangspunkt) sei am Rathaus und Sportplatz zu finden. Aktuell würden die Telefonanschlüsse umgestellt. Vorab seien allerdings noch Arbeiten durch den Bauhof erforderlich. Eine Einbeziehung des Kindergartens und Jugendtreffs sei mit der Installation der Anlage am Rathaus nicht möglich, so Breitinger abschließend. jüh