Osterburken

Fragen zum Lärmschutz Bürger, Gemeinderäte und Bürgermeister Galm hatten viele Fragen

Optik der Wände sorgte für Diskussionen

Archivartikel

Osterburken.Bei der Fragerunde am Dienstagabend zum Thema Lärmschutz störten sich viele Anwesende in der Baulandhalle an der Optik der drei Meter hohen Lärmschutzwände. Zwar bestehe die Möglichkeit, transparente Wandelemente einzubauen. „Allerdings sollte mindestens ein Meter mit dem absorbierenden Material ausgestattet sein, sonst bringt es nichts“, meinte Sabine Weiler von der DB Netz AG. Anhand von mehreren Visualisierungen zeigte sie auf, wie sich im Bereich der betroffenen Friedrichstraße, der Kapellenstraße und dem Sportplatzweg das Landschaftsbild verändern würde. Doch nicht jeden sprach diese Visualisierung an.

Bepflanzung angeregt

Eine ältere Dame fragte, ob es nicht möglich sei, an den kahlen, unschönen Wänden Efeu anzupflanzen. Weiler merkte dazu an, dass die Pflanze schlussendlich dafür sorge, dass die absorbierende Funktion leide. „Und außerdem muss Efeu auch geschnitten werden“, meinte sie. An manchen Stellen sei aber eine Bepflanzung vor der Wand möglich, wenn genügend Platz besteht.

Bürgermeister Galm fügte bei diesem Thema an, dass die Stadt nicht einfach den Bauhof mit solchen Arbeiten beauftragen könne. „Wir dürfen im Bereich der Gleise nicht einfach aufräumen, sauber machen oder Pflanzen schneiden. Das Gelände gehört der Bahn.“

Gemischte Erfahrungen

Aus den Reihen der Zuhörer kam auch die Frage, wie solche Lärmschutzwände nach zehn Jahren aussehen. „Oder was passiert, wenn sie mit Graffiti beschmutzt werden?“, hieß es vonseiten eines Gemeinderates. Weiler sagte dazu, dass für die Instandsetzung die DB Netz AG verantwortlich sei. Ein anderes Mitglied bemerkte, dass die Stadt Osterburken mit der Bahn eher gemischte Erfahrungen gemacht habe, wie etwa bei der Instandhaltung des Bahnhofs.

Dass die Wände durch den vor allem im Bahnhofsbereich entstehenden Bremsstaub der Züge verdreckt werden, käme nicht mehr in einem so großen Ausmaß vor wie noch vor einigen Jahren, so Weiler.

Güterwaggons werden umgerüstet

Apropos Bremsen: Die DB-Vertreterin wies in ihrem Vortrag auch auf die geplante Umrüstung der Güterwaggons hin. Deutschland will bis 2020 alle durch das Land fahrenden Güterwaggons mit den sogenannten „Flüsterbremsen“ ausstatten. Diese Verbundstoffbremssohle soll die Schallemissionen um bis zu zehn dB reduzieren. Das entspricht (siehe oberen Bericht) etwa einer Reduzierung des subjektiven Lärmempfindens um die Hälfte. „Vielleicht brauchen wir dadurch überhaupt keine Lärmschutzwände mehr, vielleicht reichen die passiven Maßnahmen aus“, sagte Galm. Bis wann sich die Stadt entscheiden müsse, wollte er von Weiler wissen. „Es herrscht überhaupt kein Zeitdruck. Sie können sich auch erst an Weihnachten oder an Ostern im nächsten Jahr entscheiden“, erklärte sie und machte auch auf den langen Planungszeitraum aufmerksam. Wenn sich Osterburken in diesem Jahr für die Lärmschutzwände entscheide, würden diese frühestens 2023 gebaut.

Galm sagte zum Abschluss der Veranstaltung: „Wir brauchen eine Grundsatzentscheidung und sind vor allem im Gemeinderat gefordert, eine gemeinsame Lösung zu finden. Wir können nicht jeden wunschlos glücklich machen. Die überwiegende Mehrheit entscheidet.“ Klar ist auch: Stehen die Lärmschutzwände erst einmal, werden sie auch nicht so schnell wieder abgebaut, denn sie sind dann Eigentum der Deutschen Bahn. ms