Osterburken

Gemeinderat Osterburken Gremium befasste sich mit der Einrichtung weiterer Gruppen für die Kinderbetreuung / Nach Diskussion Anmietung von Praxisräumen zugestimmt

Plätze reichen ab Januar nicht mehr aus

Osterburken.„Der Bedarf an Betreuungsplätzen im Stadtgebiet steigt weiter an“, sagte Bürgermeister Galm in der Sitzung des Gemeinderates beim Tagesordnungspunkt „Einrichtung weiterer Gruppen für die Kinderbetreuung“ und erklärte, dass die Zahl der vorhandenen Plätze ab Januar 2020 nicht mehr ausreichen wird.

Es besteht Bedarf an einer zusätzlichen Kleinkindgruppe „Krippe“ und einer „Ü3-Gruppe“. Durch die steigenden Kinderzahlen müsse man nun schnell reagieren, weshalb die Verwaltung verschiedene Varianten geprüft hat, die Bauamtsleiter Matthias Steinmacher dem Gemeinderat vorstellte.

Eine Möglichkeit bestünde in der Umnutzung bestehender Räume in der ehemaligen Arztpraxis Nafz gegenüber dem Kindergarten St. Martin. Die Umbaukosten zur Einrichtung der beiden erforderlichen Gruppen in diesem Nachbargebäude bezifferte Steinmacher auf rund 60 000 Euro. Zusätzlich werden noch Kosten in Höhe von 50 000 Euro für die notwendige Ausstattung benötigt. Die anfallenden Mietkosten für den Zeitraum von fünfeinhalb Jahren schlagen mit weiteren rund 98 000 Euro zu Buche, so dass mit Gesamtkosten bei dieser ersten Variante von 208 000 Euro zu rechnen ist.

Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, das Aufstellen von mobilen Mietgebäuden auf dem jetzigen Boule-Platz in der Nähe der Baulandhalle in Betracht zu ziehen. Die Kostenberechnung für die erforderlichen Mietgebäude zur Unterbringung der beiden Kindergartengruppen belaufen sich nach den Berechnungen (Mietdauer: fünf Jahre) auf rund 295 000 Euro, wobei die Ausstattung in diesem Preis bereits inbegriffen ist. Der Bauhofleiter verdeutlichte, dass solche mobilen Mietgebäude nur für einen maximalen Zeitraum von fünf Jahren aufgestellt werden können.

Die dritte und ähnliche Variante stellt die Möglichkeit einer sogenannten mobilen Raumlösung dar. Hier werden vorgefertigte Raummodule nach den Anforderungen der späteren Nutzung vor Ort zusammengebaut, die dann unbefristet aufgestellt werden könnten. Diese Lösung wäre allerdings mit rund 450 000 Euro inklusive Ausstattung die teuerste.

In einer anschließend sehr offen geführten Diskussion wurden vom Gemeinderat die einzelnen Varianten besprochen und das Thema ausgiebig beraten. „Wir stehen unter Druck und müssen in der heutigen Sitzung eine Entscheidung herbeiführen“, sagte Stadtrat Werner Geiger (Bofsheim). Dieser Meinung schlossen sich auch mehrere Gemeinderäte an.

Die Leiterin des Kindergartens St. Josef, Dagmar Förster-Peters, befürwortete die der Stadt angebotenen Räume in der dem Kindergarten gegenüberliegenden Arztpraxis. Diese Lösung würde erhebliche Vorteile mit sich bringen.

Im Rahmen der engagierten Aussprache wünschten sich mehrere Gemeinderäte, dass man sich bis zur Beendigung des neuen Mietverhältnisses mit dem Gedanken zum Neubau eines Kindergartens befassen sollte. Schließlich hatte der Gemeinderat nach mehr als halbstündiger Beratung und Diskussion, bei der es auch um konkrete Regelungen ging, einen gemeinsamen Konsens gefunden und entschied sich für die Variante I: die Räume in der ehemaligen Arztpraxis anzumieten und für den neuen Nutzungszweck umzubauen und einzurichten.

In den anfallenden Kosten sind, wie Steinmacher dem Gemeinderat auf Nachfrage versicherte, die notwendigen Rückbaukosten enthalten, so dass mit Gesamtkosten von rund 208 000 Euro gerechnet werden kann. Das Gremium fasste den gemeinsam erarbeiteten Beschluss:

Der Gemeinderat stimmt einstimmig der Anmietung der Praxisräume von fünfeinhalb Jahren und den erforderlichen Umbau- und Rückbaukosten von rund 60 000 Euro zu. Gleichzeitig steigt die Stadt in die unmittelbare Planung und Realisierung eines Neubaus zur Deckung des Bedarfs bis zum Ende des Mietverhältnisses ein. F