Osterburken

Kulturkommode Osterburken Konzert von „GlasBlasSing“ vor vollem Haus / Ausgelassene Stimmung auf der Bühne und bei den Zuschauern

Rasantes „Rondo alla turca“ auf Flaschen

Archivartikel

Außergewöhnliche Töne erklangen beim Auftritt von „GlasBlasSing“ in Osterburken. Mit „Flaschmob“ präsentierte das Quartett ein Programm mit und über Flaschen in der Alten Schule.

Osterburken. Nachdem die erste Veranstaltung der Kulturkommode in diesem Programmjahr wegen Krankheit des Künstlers kurzfristig abgesagt werden musste, waren Veranstalter wie Zuschauer gleichermaßen gespannt und voller Vorfreude auf den Abend mit den Jungs aus Berlin. Das spiegelte sich in einem gefüllten Saal.

Musik auf Flaschen zu präsentieren mag vielleicht keine komplett neue Idee sein – mit welcher Kreativität, Vielseitigkeit und Perfektion „GlasBlasSing“ das auf der Bühne umsetzen, ist allerdings schon etwas Besonderes. Und etwas, das man im Kleinkunstbereich lange suchen muss. „GlasBlasSing“ füllt bereits viel größere Konzertsäle. Umso erfreulicher war es, dass es dem Planungsteam der Kulturkommode gelang, die Formation nach Osterburken zu holen.

Vollblutmusiker füllen große Säle

2002 haben sich fünf junge Männer der Flaschenmusik verschrieben. Seitdem touren die Vollbiermusiker durch Deutschland, Belgien, Frankreich und Holland. Zunächst als Straßenmusiker, später dann auf kleineren Bühnen. 2011 traten sie bei „Wetten, dass...?“ auf. Mittlerweile sind sie als Quartett erfolgreich unterwegs und begeistern mit ihrer Musik und einer gehörigen Prise Humor eine wachsende Fangemeinde.

Nach der epischen Eröffnung des Konzerts mit einem Auszug aus „Also sprach Zarathustra“, machte „GlasBlasSing“ mit dem gerappten „Flaschmob“ und dem umgetexteten „Ding“ sowohl inhaltlich als auch instrumental von Beginn an klar, was Flaschenmusik für die Musiker und Zuhörer bedeutet: ein Abend mit Songs, die ausschließlich auf Glas- oder PET-Flaschen und flaschenähnlichen Behältnissen gespielt werden.

Dazu humorvolle Texte, die mehrstimmig präsentiert werden. Der Kreativität bei der Herstellung ihres Instrumentariums scheint bei den Vier keine Grenzen gesetzt. Da werden Flaschen aller möglichen Tonhöhen geblasen, geschlagen und geploppt. David Möhring hat als Percussionist ein vollwertiges Stehschlagzeug entwickelt, wobei ihm ein Wasserspender als Base-Drum dient.

Andreas Lubert, der als kreativer Kopf des Quartetts auch für die Eigenkompositionen verantwortlich zeichnet, präsentiert beispielsweise eine Cokecaster-E-Gitarre auf Flaschen-Basis. Frank Wegner und Jan Lubert komplettieren das Instrumentarium und den hervorragenden Satzgesang. Perfekt wurden bekannte Songs umgesetzt wie „Shape of you“, Personal Jesus“ oder „Happy“, das durch Percussionseinlagen auf Sprühflaschen und Bierkästen bereichert wurde.

Unterhaltsame Performance

Was den Abend von „GlasBlasSing“ zudem zu etwas Besonderem machte, war die unterhaltsame Performance der Vier auf der Bühne sowie der Witz in ihren Songtexten und Ansagen. Von Beginn an war der Kontakt zum Publikum da, das beim Song-Memory auch aktiv einbezogen wurde. Man spürte und hörte, wie hervorragend unterhalten sich die Zuhörer fühlten.

Eindeutig übertrug sich die ausgelassene Stimmung auf der Bühne auch auf alle Begeisterten im Saal. Kein Halten mehr gab es schließlich beim unglaublich rasant und dennoch perfekt intonierten „Rondo alla turca“ am glockenspielähnlichen „Flachmanninoff“.

Überhaupt durfte man bei fast jedem Stück gespannt sein auf neue, spannende und unvorstellbare Instrumenten-Kreationen und man konnte sich nur wundern, wie ein kompletter Getränkemarkt auf eine Kleinkunstbühne passt und dabei doch immer zielsicher nach den richtigen Tönen gegriffen wird. „GlasBlasSing“ gelang das auch an diesem Abend in Osterburken spielend – mit professioneller Flaschenmusik und viel Humor.