Osterburken

Flurneuordnung Osterburken-Bofsheim Verfahren geht nach 16 Jahren zu Ende / Maßnahme hat ihre Bewährungsprobe bereits bestanden

Schutzhütte als „krönender Abschluss“

Das 2002 begonnene Flurneuordnungsverfahren Osterburken-Bofsheim ist nach 16 Jahren beendet. Zur Abschlussfeier traf man sich an der neuen Schutzhütte am Grillplatz.

Bofsheim. Artur Kolesinski, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, begrüßte zur Abschlussfeier der Flurneuordnung Osterburken-Bofsheim neben seinen Vorstandskollegen unter anderem Minister Peter Hauk, die beteiligten Bürgermeister und Ortsvorsteher sowie die Mitarbeiter des Fachdiensts Flurneuordnung Markus Hüblein, Manfred Wiener, Jörg Kromer, und Melanie Mühmert. Die Abschlussfeier laufe unter dem Motto: „Bei der letzten Maßnahme können wir ein Maß nehmen“ sagte Arthur Kolesinski und gab das Wort an Minister Hauk.

Dieser betonte, es sei ihm eine Freude, den Abschluss des Verfahrens mitzuerleben, das er selbst mit initiiert habe. Er könne sich noch gut an die verheerenden Niederschläge vor 25 Jahren erinnern, die in kurzer Zeit die Bäche Rinnau und Kirnau über die Ufer treten ließen. Umso erfreulicher sei es, dass der damals gegründete Zweckverband Hochwasserschutz Seckachtal-Kirnau unter der tatkräftigen Mithilfe der Flurneuordnung 15 überörtliche Hochwasserrückhaltebecken baute und örtliche Schutzmaßnahmen umsetzte, die vor allem die Ortslagen der Gemeinden schützen.

Beim Hochwasserschutz war schnell klar, so Hauk, dass man ohne Flurneuordnung nicht weiterkommen werde. Die Flächenbereitstellung für das geplante Hochwasserrückhaltebecken Bofsheim/Rinschbach mit Schutzdamm und ökologischen Ausgleichsmaßnahmen sei über das jetzt abgeschlossene Verfahren erfolgt, das 2002 angeordnet wurde. Schon 2003 sei das Becken in Betrieb genommen worden. Später seien weitere Maßnahmen im Wegebau, der Landschaftspflege und der Erholung erfolgt. Unter anderem sei eine Schutzhütte am Spielplatz geschaffen worden. Für Hauk ist das Projekt „sehr gut gelungen“. Dazu habe es nicht nur des Willens und der Finanzmittel bedurft, sondern auch einsatzfreudiger Menschen vor Ort. Ihr Engagement habe sich mehrfach gelohnt, sagte Hauk anerkennend und überreichte den Teilnehmern eine Anerkennungsurkunde für ihr 16-jähriges Engagement.

Der Erste Landesbeamte Dr. Björn-Christian Kleih zitierte den griechischen Philosophen Thales von Milet: „Das Prinzip aller Dinge ist Wasser, aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück“. Damit die Städte und Dörfer, Häuser und Straßen nicht vorzeitig ins Wasser zurückkehrten, sei es sinnvoll, Hochwasserschutz zu betreiben wie in Bofsheim geschehen. Die Maßnahme belege, wie bedeutsam die Flurneuordnung sei, weil sie eine Lösung für eine ganze Reihe von Themen anbiete. Sie sei immer ein Gemeinschaftswerk, hier mit 120 Teilnehmern. Dank galt dem Land für die Förderung von knapp 300 000 Euro, was einer Zuschussquote von 79 Prozent entspreche, sowie den Städten Osterburken und Buchen, die sich finanziell beteiligten.

Osterburkens Bürgermeister Jürgen Galm freute sich, dass man eine zufriedene Bilanz ziehen könne. Viele begleitende Maßnahmen seien auch in Bofsheim umgesetzt worden, wie der Neubau von Feld, - Rad- und Wanderwegen sowie Baumpflanzungen. Bürgermeister Roland Burger (Buchen), erinnerte daran, dass „schon eine gewisse Überzeugungskraft notwendig“ gewesen sei, um die Landespolitiker zum Einstieg ins Verfahren zu bewegen. Er gönne Bofsheim, dass die schöne Schutzhütte gebaut worden sei, was das gesamte Projekt abrunde. Zudem sei die Infrastruktur von Bofsheim und Götzingen erheblich verbessert worden. Ein Dank galt Peter Hauk, der schon beim Start mitwirkte.

Der Zweckverband Hochwasserschutz Seckachtal-Kirnau war, wie Bürgermeister Thomas Ludwig (Seckach) unterstrich, vom hohen Wert eines Flurneuordnungsverfahrens überzeugt. Auch Ludwig erinnerte daran, wie nach den großen Hochwasserereignissen der Gedanke reifte, gemeinsam ortsübergreifend tätig werden zu müssen.

Mit tatkräftiger Unterstützung des Landes habe man ein Konzept erstellt und 1993 die Gründung des Zweckverbands Hochwasserschutz vollzogen. Zurückschauend könne man sagen, dass die Realisierung der 15 Rückhaltebecken mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Kubikmetern so schnell und so harmonisch ohne eine Flurneuordnung nicht gelungen wäre. Das in Bofsheim gebaute, gesteuerte Rückhaltebecken umfasse 50 000 Kubikmeter, das Einzugsgebiet sei 20,6 Quadratkilometer groß. Sein Dank galt den Mitarbeitern des Fachdiensts Flurneuordnung für ihre „Manpower“.

Im Namen des Ortschaftsrats Bofsheim blickte Ortsvorsteher Werner Geiger auf den Verfahrensbeginn zurück und erklärte, die Maßnahme habe ihre Bewährungsprobe schon bestanden. Zudem habe es strukturelle Verbesserungen für die Landwirte gegeben, wie die Zusammenlegung von Grundstücken und begleitende Maßnahmen wie die Erneuerung der Feldwegbrücke über die Rinschbach, den Ausbau des „Oberen und unteren Talweges“ sowie ökologische Ausgleichsmaßnahmen.

Als krönenden Abschluss bezeichnete Geiger den Bau der Schutzhütte. Er bedankte sich, wie seine Vorredner auch, bei den Zuschussgebern, dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft und den Grundstückseigentümern für die gute Zusammenarbeit. Der erfolgreiche Abschluss wurde dann mit einem Krug gekühltem Gerstensaft in gemütlicher Runde gefeiert.