Osterburken

Festakt „100 Jahre SV Osterburken“ Ehrungen, ein Vortrag und eine Talkrunde standen auf dem Programm / Redner lobten die Vereinsarbeit

Sportverein für viele ein Stück Heimat geworden

Archivartikel

Mit einem Festakt feierte der SV Osterburken sein 100-Jahr-Jubiläum. Auf dem Programm im voll besetzten Festzelt standen ein Vortrag, eine Talkrunde und viele Ehrungen von Mitgliedern.

Osterburken. Bei dieser Geburtstagsfeier brachten es die Grußredner auf den Punkt: Die Spielklasse der ersten Mannschaft bei Amateurvereinen sei nicht mehr der maßgebliche Faktor, warum Menschen Mitglied im SV seien. Beim SVO mit seinen 1000 Mitgliedern seien die Zeichen der Zeit erkannt und die Hebel an der richtigen Stelle angesetzt worden. Mit einer zeitgemäßen Vereinsstruktur, gut ausgebildeten Übungsleitern und Trainern sowie einem großen, schmucken Sportheim und drei Fußballplätzen dürfte der SV für die Zukunft gerüstet sein. Der SV mit den Abteilungen Fußball, Turnen und Faustball sei für viele auch ein Stück Heimat geworden. Unvergessliche Verdienste erlangte der Verein bei der Integration von Spätaussiedlern Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre. Klaus Winkelhöfer umrahmte mit seinem Keyboard mit mehreren Musikstücken den Festakt.

Funktionierendes Miteinander

Der Vorsitzende des SVO, Hans Meinhardt, sagte: Was wäre eine Stadt ohne Vereine, die Abwechslung und Farbe in den Alltag bringen? „Vereine geben weiterhin ein Zusammengehörigkeitsgefühl.“ Der SV habe in den 100 Jahren zu einem funktionierenden Miteinander beigetragen. Um so einen langen Zeitraum mit Höhen und Tiefen überstehen zu können, gehöre mehr als nur der sportliche Geist dazu, sondern die Aussage: „Sport verbindet“ wörtlich zu nehmen. Meinhardt dankte allen, die den SV in der der langen Zeit unterstützt haben.

Bürgermeister Jürgen Galm sagte, das Werk von mehreren Generationen liege bei einem 100. Geburtstag zugrunde. Wem es nicht gelinge, schon die Jugend heranzuführen und an sich zu binden, der habe keine dauerhafte Zukunft. Denn was an sozialem Miteinander an gelebter und nicht nur gesprochener Integration in der Jugendarbeit so nebenbei vermittelt werde, sei von unschätzbarem Wert und lasse sich im Erwachsenenalter schwerlich aufholen. Der SVO habe hier schon viel geleistet und betreue rund 250 Kinder- und Jugendliche in den Jugendabteilungen und Jugendmannschaften.

Bedenklich stimme neben dem Abstieg der ersten Mannschaft aus der Landesliga die Tatsache, dass man mit der zweiten Mannschaft und der A-Jugend zwei Teams während der laufenden Runde abmelden musste und in der neuen Saison in verschiedenen Altersklassen keine eigenen Jugendteams mehr stellen könne.

Fast die Hälfte der Mitglieder des SVO seien in der Turnabteilung aktiv, so Landrat Dr. Achim Brötel. Eltern mit Kindern, Mädchen und Jungen, Frauen und Männer bis hin zu Senioren treffen sich in über zehn verschiedenen Gruppen, um Gymnastik, Fitness und Bewegungsspiele zu betreiben. Darüber hinaus ist den Turnern noch eine sehr agile Faustballgruppe angeschossen. Viel Bewegung und ein soziales Umfeld seien wichtige Faktoren, um überhaupt so alt zu werden. „Kein Wunder also, dass sich ein Verein wie der SVO, der den Freizeitsport hochhält, auch nach 100 Jahren noch immer bester Vitalität erfreut.“ Rund um den Fußball und das Turnen habe sich jede Menge gesellschaftlichen Lebens entwickelt, welches die Römerstadt entscheidend bereichere. Dies sei für ein Gemeinwesen wie die Stadt Osterburken ein ganz entscheidender Pluspunkt. Es sei schon beeindruckend, was hier alles geleistet werde.

Vorführung der Turnerinnen

Nach einer Vorführung der Mädchenturnerinnen (Alter fünf bis sieben Jahre), unter der Leitung von Jutta Vogt und Sonita Wölfl, führte der Vizepräsident des Badischen Fußballverbandes (BFV), Torsten Dollinger, aus, in der heutigen Zeit sei ein Verein ein Garant für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Mit großem Idealismus und Engagement mit einer zeitgemäßen Vereinsstruktur, bei der die Lasten auf mehrere Schultern verteilt werden, gehe der SVO in die Zukunft. Langfristig sei nicht maßgebend, in welcher Liga die Fußballmannschaft spiele. Ein sozialer Zusammenhalt innerhalb des SV sei wichtig. Unterschiedliche Typen von Menschen kommen zusammen, tauschen sich aus und schließen Freundschaften. Der Verein sei wie ein Schmelztiegel unterschiedlichster Menschen zu sehen.

Die stellvertretende Vorsitzende des Main-Neckar-Turngaus, Roswitha Hajek, sagte, der SV habe immer die Zeichen der Zeit erkannt, sich den geänderten Herausforderungen gestellt und tragfähige Strukturen geschaffen, um zukunftsfähig zu bleiben. Um auf Dauer konkurrenzfähig zu sein, zähle Qualität. Dazu benötige es gut ausgebildete Übungsleiter und Trainer, die den aktiven Sportbetrieb am Laufen halten. Der SVO sei für den Main-Neckar-Turngau ein verlässlicher und sympathischer Partner.

Sportkreisvorsitzender Manfred Jehle sagte im Namen des Badischen Sportbundes und des Sportkreises Buchen, der SVO habe in seiner Vereinsgeschichte grundlegende gesellschaftliche Wandlungen vollzogen und sportliche Entwicklungen mitgestaltet.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden mit unerschütterlichem Mut und großer Initiative die Herausforderungen bewältigt, Höhen erlebt und Tiefen überwunden. Die Leistungen von gestern seien aber nicht nur Geschichte, sondern zugleich Ansporn und Verpflichtung, mit großem Engagement die Aufgaben der Zukunft in Angriff zu nehmen.

„Besonderer Platz“

Hubert Heffele übermittelte, als Sprecher aller Osterburkener Vereine, die Glückwünsche zum 100. Geburtstag. Der SVO nehme im Vereinsleben einen besonderen Platz ein, weil er seit seines Bestehens Großes geleistet habe. Die Vereine seien Träger des gesellschaftlichen Lebens und der Kultur. Die Jugend der Stadt könne auf den Sportanlagen Sport treiben und einen erfolgreichen Beitrag zur Integration leisten.

Die Mädchenturnerinnen, Alter acht bis elf Jahre, unter der Leitung von Cornelia Ernst, Maren Schmitt und Christelle Hoffert legten einen sehenswerten Schautanz hin. Danach wurden 92 Mitglieder mit der Vereinsehrennadel in Bronze geehrt. Im Anschluss wurden 122 Mitglieder mit der goldenen Ehrennadel und 61 mit der silbernen Ehrennadel für langjährige Mitgliedschaft geehrt.

Danach wurden vom Ehrenvorsitzender Wilfried Sans Werner Gaab und Volker Hermeth zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Sehenswerte Showeinlage

Bei einer Showeinlage von Rolf Niklas und Team wurde originelle „Borkemer Faschenacht“ geboten. Mit der „Schlagerparade der kurzen Beine“ bestachen die Sänger Rolf Niklas, Erwin Knörzer Ehrenfried, Sebastian Ehrenfried und Michael Nohe.

Mit ihren Gassenhauern, Outfit und Freude am Gesang zogen sie die Festgäste in ihren Bann.

Nachdem Vorsitzender Meinhardt allen gedankt hatte, die zum Gelingen des Festaktes beigetragen haben, sang Hubert Heffele unter Trompetenbegleitung von Jonny Baumann das Vereinslied. jüh